Nachwuchsköche üben für den Ernstfall am Feldkochherd - Geprüft und für gut befunden: Johanniter bilden 17 Feldköche aus

Mehmet Özlüer am Feldkochherd
 
Ausgabe der Hauptmahlzeit.
An die Töpfe, fertig, los: Die Verpflegungseinheiten der Johanniter können auch unter widrigen Bedingungen in Windeseile Mahlzeiten für Hunderte Helfer zaubern. Wie das optimal gelingt, lernten 17 angehende Feldköche am vergangenen Wochenende in Wunstorf. Im Auftrag der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover schulten die Profis aus den Ortsverbänden Wunstorf Steinhuder-Meer und Deister Teilnehmende aus Stade, Celle, Braunschweig, Hannover, Osnabrück, Norden und Langenhagen.

„Wir haben für ,echte‘ Bedingungen gesorgt und die Teilnehmer kurzfristig zur Bewirtung einer Veranstaltung herausgefordert“, sagt Mitorganisator Timo Brüning, Leiter des Ehrenamtes im Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer. Nach einem theoretischen Unterrichtsblock, bei dem unter anderem Hygiene, Berufsbekleidung, Qualitätsanforderungen und Unfallverhütung auf dem Plan standen, erfolgte der Einsatzbefehl an die Teilnehmergruppe: Wählt den Küchenchef, teilt die Posten ein und stellt aus dem vorhandenen Warenkorb ein Drei-Gänge-Menü für 50 geladene Gäste her. Nur kurz war Zeit zum „Verdauen“, dann nahmen die Teilnehmer die Herausforderung an. Mit großem Ehrgeiz wurden die Aufgaben bewältigt. Alles sollte stimmen: die Dekoration des Raumes, das Eindecken der Plätze und die Auswahl des Weines. Was die Teilnehmer nicht ahnten: Bereits im Vorfeld hatte Timo Brüning Mitglieder des Johanniterordens und Helferinnen und Helfer aus teilnehmenden Ortsverbänden zum Testessen eingeladen. Ihrer Kritik sollten sich die Nachwuchsköche stellen.

Der Truppführer aus der Verpflegungseinheit des Ortsverbands Hannover-Wasserturm, Mehmet Özlüer, wurde zum Küchenchef ernannt. Auf sein Kommando gab es dann Blattsalate mit Schnittlauch-Vinaigrette, Tomate, Gurke, Radieschen, Blattpetersilie als Vorspeise. Es folgte als Hauptgang Hühnerfrikassee mit Spargel und Risi-Bisi-Reis. Den Abschluss bildete ein Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster. Die Nachwuchsköche stellten dieses Menü ausschließlich in der Feldküche her. Dr. Peter Spreter von Kreudenstein aus dem Johanniterorden lobte schließlich Küchenchef Mehmet Özlüer und Ausbilder Michael Scholz aus dem Ortsverband Deister für das ausgezeichnete Essen und verlieh beiden stellvertretend für alle Mitwirkenden einen goldenen Kochlöffel. „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, sagt Ausbilder Michael Scholz. „Es ist nicht selbstverständlich, dass es allen schmeckt.“

Die geladenen Ordensmitglieder ließen es sich dann auch nicht nehmen, zum Dank für die Einladung für die Jugendgruppen der beiden ausrichtenden Ortsverbände Deister und Wunstorf-Steinhuder Meer zu sammeln. Timo Brüning nahm großzügige Spende entgegen und bedankte sich herzlich.

Für die Teilnehmer stand dann noch wieder die „Nullstellung“ der Küche auf dem Programm. Feldküchen und Material wurden gesäubert und für die nächste Nutzung vorbereitet. Denn Sauberkeit und Hygiene ist das oberste Gebot in der Feldküche. Mit deren Besonderheiten hatte vor dem „Großeinsatz“ der Wunstorfer Gruppenführer Technik und Sicherheit, Michele Sciacca, umfassenden vertraut gemacht und einen Einblick in Gasprüfung und Lecksuche, Brandschutz und Brandbekämpfung gegeben. Darüber hinaus unterwies er die Lehrlinge im fachgerechten Aufbau.

Wissen über Warenkunde, Schnitt- und Gartechniken mit Einblicken in die Nährstoff- und Lebensmittelkunde sowie Ablaufplanungen in einer Küche wurden in praktischen Beispielen vermittelt. Darüber hinaus schulte Michael Scholz Mengenberechnung, Einkauf und Beschaffung für größere Gruppen. Ein kleiner Einblick in die Diätetik beendete den Lehrgang. Mit vielen neuen Erfahrungen, einer Rezeptsammlung auf einer CD-Rom und Zertifikaten zum bestandenen Feldkochlehrgang reisten die Teilnehmer erschöpft aber zufrieden aus der Auestadt in die Heimatverbände ab. Ganz sicher in der Annahme, das Wissen schon bald in folgenden Einsätzen anwenden zu können.
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