Ortschronist Manfred Keinert offenbarte wechselvolle Windhäuser Geschichte

  Windhausen: Rathaus | Ortschronist Manfred Keinert offenbarte auf einer historischen Wanderung die wechselvolle Windhäuser Geschichte

Windhausen (kip) Auf Einladung des Karstwanderweges trafen sich Interessierte auf dem Rathaus-Parkplatz in Windhausen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Schridde, Karstwanderweg, erläuterte vor Beginn der historischen Wanderung Ortschronist Manfred Keinert die geschichtliche Bedeutung des Ortes Windhausen, der mit seiner Burg erstmals 1234 durch eine Urkunde des Ritters Basilius von Windhausen erwähnt wurde. Der Ort ist vermutlich älter. Er ist wie die anderen "-hausenorte" hier am Harzrand eine gezielte Gründung der sogenannten fränkischen Landnahme aus der Zeit der Christianisierung Sachsens durch Karl den Großen.
Der Name "Windhausen" erklärt sich nach neueren Forschungen aus dem germanischen Sprachraum und bedeutet soviel wie Weidesiedlung. In der älteren Literatur wird der Name von den Wenden (Sklaven) abgeleitet, die hier das feuchte Tal trockenlegten und kultivierten.
Der Ortschronist nahm den Standort zum Anlass, um auf den Haltepunkt der Kleinbahn Gittelde-Bad Grund (Harz) hinzuweisen, die Anfang der 1970er Jahre stillgelegt und abgebaut wurde. 1975 wurde das Gelände dieses Haltepunkts als Baugrund für das Rathaus der 1972 gebildeten Samtgemeinde Bad Grund (heute der Gemeinde Bad Grund) genutzt. Vom Ausgangspunkt der Wanderung warfen die Teilnehmer einen Blick auf die 1895 erbaute und 1973 stillgelegte Schule. Heute beherbergt das ehemalige Schulgebäude den örtlichen Kindergarten im Erdgeschoss und Wohnungen im Obergeschoss. Das Nebengebäude wurde zu Mehrzweckräumen in Erdgeschoss und zu Räumen für die Jugendpflege im Obergeschoss umgebaut und als solche genutzt.
Gegenüber dem Rathaus-Parkplatz steht die "Alte Mühle". Sie wurde 1869 erbaut und als Wassermühle betrieben. Dieses Gebäude beheimatete auch eine Bürstenfabrik mit Dampfdreschbetrieb und aus einer Flaschenbierhandlung entwickelte sich eine von ehemals vier Gaststätten in Windhausen. Zur Zeit gibt es keine Gaststätte am Ort.
Mit Hinweisen zu der ehemaligen Ziegelei in der Nachbarschaft der ehemaligen Schule und zu den Tongruben am Eschenberg sowie zum Feuerwehrgerätehaus beendete Manfred Keinert an diesem Ort seine Ausführungen.
Auf dem Kirchplatz ging der Ortschronist auf die um 1825/26 errichtete St. Johannis-Kirche ein, die seit Anfang Mai 2015 saniert und repariert wird. Ein Vorgängerbau wird bereits 1655 erwähnt. Mit Ausführungen zur interessanten dörflichen Kirchengeschichte führte die Wanderung zum Thiemannshof. Während dieses Weges verwies er auf das alte Schulgebäude am Kirchplatz, das vor der 1895 erbauten Schule für den Unterricht genutzt wurde. Zu Ende des 30-jährigen Krieges verfügte der braunschweigische Herzog den Bau von Schulen in jedem Dorf seines Herzogtums. So wird um 1650 die erste Schule in Windhausen errichtet worden sind.
Nicht unerwähnt ließ Manfred Keinert, dass heute in Windhausen neben dem Rathaus noch eine Bäckerei, eine Lottoannahmestelle mit Poststelle, eine Baustoffhandlung, eine Zahnärztin und eine Maschinenbaufirma gibt.
Auf dem Thiemannshof zeigte der Ortschronist die Geschichte des Gutshofes und der Gaststätte auf. Nach Hinweisen zu dem bekannten Architekten August Orth, der in Windhausen geboren wurde, führte er die Teilnehmer zum ehemaligen Friedhof und heutigen Gedenkstätte. Hier gab er umfangreiche Hinweise zur wechselvollen Geschichte der Burg Windhausen und seiner zahlreichen Eigentümer. Vom Plateau der Burgruine gab es herrliche Ausblicke auf den bebauten Ort Windhausen und auf die angrenzende Landschaft sowie auf den mit einer Streuobstwiese bestückten Berggarten, eine grüne Oase in der dörflichen Ortslage.
Nach Besichtigung des noch erhaltenen Burggrabens stoppte der Ortschronist zunächst zu einem Blick auf die unter Naturschutz stehenden Wildtulpen und dann auf die rund 600 Jahre alte Gerichtslinde. Anwesende Fachleute vertraten die Ansicht, dass diese Linde der 1000-jährigen Linde in Pöhlde nicht nachstehe.
Während der weiteren Wanderung über den Windischen Hals gab Manfred Keinert weitere historische Hinweise zum ehemaligen Schützenplatz, zu den Ortsstraßen und der angrenzenden Bebauung. Nach mehr als zwei Stunden Ortsbegehung war der Ausgangspunkt der historischen Wanderung erreicht. Mit langanhaltendem Beifall wurde dem Ortschronist für seine teils mit Fotos und Kopien alter Urkunden belegten Ausführungen gedankt.

Foto
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Ortschronist Manfred Keinert

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Begehung auf Thiemannshof

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Ausführungen des Ortschronisten am Fuße der Burgruine

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Blick vom Plateau der Burgruine
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