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Vorsorgelüge-Newsletter 11/2015 vom 8.12.2015 Betriebsrentenfunktionär warnt vor Betriebsrente
Warnt ein Chefkoch vor dem eigenen Essen? Rät ein TV-Intendant den Zuschauern vom Fernsehgenuss ab? Wohl kaum. Der profilierteste Lobbyist der Betriebsrente, Klaus Stiefermann, hat es getan. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba)
hat Arbeitnehmern mit geringem Einkommen ausdrücklich abgeraten, per Entgeltumwandlung für eine Betriebsrente anzusparen. So geschehen auf einem Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Gesetzlichen Rentenversicherung Baden-Württemberg in Mannheim.

„Wer wenig verdient, der ist gut beraten, wenn er nicht umwandelt. Es lohnt sich schlicht nicht“,

so sinngemäß die erstaunliche Aussage des Betriebsrentenfunktionärs in einer Podiumsdiskussion.
Mit auf dem Podium: Saskia Wollny für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Rheinland-Pfalz, Andreas Schwarz für die DRV
Baden-Württemberg, Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Internetportals Finanztip und Walter Riester in seiner Lieblingsrolle als Verteidiger von Walter Riester.

Titel der Diskussion: „Altersarmut vermeidbar – für jeden?“

Zuerst wurden in dem von SWR-Redakteur Gerhard Mandel moderierten Gespräch die Defizite von gesetzlicher und privater Altersvorsorge ausgeleuchtet. Dann sollte es um die dritte Säule, die Betriebsrente, gehen. Sofort das übliche Lamento: Rund die Hälfte der gewerblich Beschäftigten haben null Anwartschaften. So sind die Vorsorgelücken im Alter – da waren sich alle einig - natürlich nicht zu schließen. Genau an dieser Stelle verkündete der
Betriebsrentenfunktionär Stiefermann seine erstaunliche Erkenntnis.
Für viele Kleinverdiener sei es besser, dass sie von der Betriebsrente die Finger ließen. Schuld ist die so genannte „Entgeltumwandlung“. So werden Betriebrenten seit 2002 immer häufiger finanziert: Der Arbeitnehmer zahlt für seine spätere Betriebsrente alleine ein. Er profitiert zwar im Idealfall von Steuer- und Sozialabgabenersparnissen, wird aber im Alter meist gemolken: Volle Steuer, volle Kranken- und Pflegebeiträge.Gerade für Kleinverdiener sei das laut Stiefermann unterm Strich „nicht sinnvoll“: Es sei deshalb gut so, dass von ihnen so wenig umwandeln. Schützenhilfe kam von Hermann-Josef Tenhagen.
Betriebsrenten per Entgeltumwandlung seien geradezu absurd, ein Stück aus dem Tollhaus: Der Arbeitnehmer zahle alles alleine. Und reduziere damit sogar noch seine spätere gesetzliche Rente. Der Arbeitgeber spare zwar kräftig Sozialabgaben, beteilige sich aber meist nicht an den Einzahlungen.
Und am Ende müsse der Rentner sogar noch den Arbeitgeberanteil für Kranken- und Pflegekasse zahlen. „So was gehört abgeschafft“. Und was sagte Walter Riester? Auch er sieht Probleme, sei aber persönlich schuldlos.

Seine Nachfolger Ulla Schmidt und Franz Müntefering hätten mit fatalen
Entscheidungen die Sache verbockt.

Er selbst habe hingegen alles richtig gemacht. Also alles wie immer. Mehr dazu in „Garantiert beschissen!“ und „Die Vorsorgelüge“ Gerne stehen wir für vertiefende Interviews und als Referenten zur Verfügung.
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