"ringelnatterrotweinabend"

Wann? 13.06.2014 19:00 Uhr

Wo? Café Zur Alten Wassermühle, Mühlenstraße 11, 31311 Uetze DE
Literarisches Quintett v.l. Heiko Eichenberg, Klaus-Peter Großmann, Thomas Stolze, Annalena Pätzold. Christian Krause (Foto: Heiko Eichenberg)
  Uetze: Café Zur Alten Wassermühle | Das Literarische Quintett lädt zum “ringelnatterrotweinabend” ein
- Ein K 4 - Abend -

Eine außergewöhnliche Lesung mit Musik erwartet die Zuschauer auf der Terrasse des Cafés “Zur Alten Wassermühle” in Uetze mit dem Literarischen Quintett mit Texten des Humoristen Joachim Ringelnatz.
Die Veranstaltung beginnt am Freitag, d. 13. Juni, 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr; der Eintritt ist frei.

Der 1934 verstorbene Schriftsteller Ringelnatz, der mit bürgerlichem Namen Hans Bötticher hieß, gab sich selber nach Ende des 1. Weltkrieges den originellen Künstlernamen Ringelnatz. Bis dahin hatte er ziemlich erfolglos in 35 Berufen gearbeitet, u.a. als Seemann (Kuttel Daddeldu-Gedichte). Im Krieg hat er es bis zum Leutnant gebracht.
Der Hurra-Patriotismus ist ihm aber während dieser Zeit vergangen. Nach dem Krieg begann seine Karriere als Vortragskünstler im Schwabinger Simplicissimus. Nun führte er das Leben eines reisenden Artisten, wie er sich selber nannte.
Erkannt wurde er an seinem Äußeren von weitem, die Hakennase, was zu seiner Lebensrolle als Komiker beitrug. “Ich bin überzeugt, dass mein Gesicht mein Schicksal bestimmt”, schrieb er. Berühmt war aber auch seine schauspielerische Fähigkeit, seine Texte vorzutragen.
So schrieb die “B.Z. am Mittag” v. 17.11.1930: “ Es ist unbegreiflich und unbeschreiblich, was dieser Schauspieler alles kann! Er kann einen Fußballspieler und zugleich den Fußball darstellen, er kann einen Luftballon, eine Krähe, einen Karpfen mimisch darstellen. Ich möchte mal Chaplin beobachten, während er Ringelnatz zusähe! Da würde man miterleben, wie ein Genie einem anderen begegnet.”
Man liebte ihn als sportlichen-agilen Rezitator seiner “Turngedichte”, die zu den frechsten und auch genialischsten Kommentaren zur deutschtümelnden Sport- u. Körperkultur im Deutschen Reich und der Weimarer Republik überhaupt zählen.
Konservativen und nationalen Kreisen freilich waren solche Texte oft ein Stachel ins deutsche Fleisch. Manchmal überschritt er in einigen Kuttel Daddeldu-Gedichte allerdings
auch die Grenzen des guten Geschmacks.
Die Nazis hatten politisch nichts gegen Ringelnatz, aber ihnen passte der subversive Charakter seines Werkes nicht. Sie urteilten, dass sein Werk zur “Wehrkraftzersetzung” führe und es deswegen “literarischer Hochverrat” sei. So ist es nicht verwunderlich, dass Ringelnatz´ Werke am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz unter Schimpfrufen von Goebbels verbrannt wurden.

Das Literarische Quintett (Klaus-Peter Großmann, Annalena Pätzold, Thomas Stolze, und wieder dabei: Heiko Eichenberg und Christian Krause) hat mit seiner letzten Lesung zu Gedichten und Chansons von Mascha Kaléko ganz großen Erfolg gehabt in der Synagoge in Celle und in der Stadtbibliothek Hannover (mehr als 130 Zuschauer).
Auf der sommerlichen Terrasse des Cafés zur Alten Wassermühle will es an den Erfolg anknüpfen und die Klassiker von Ringelnatz mit Witz, Humor und schauspielerischem Talent zur Geltung bringen.
Musikalisch umrahmt der Musiker Matthias Witzig dieLesung.

Frau reich wird im Café selbstverständlich Weine, Käse und weitere kleine Snacks anbieten.
Das Publikum darf sich also in jeder Beziehung überraschen lassen.
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