Windpark Hallertal - eine Versündigung an Menschen, Natur und Landschaft ?

Springe: Völksen | (ali). Bei den möglichen Investoren für einen Bürger-Windenergiepark Hallertal kommt offensichtlich Goldgräberstimmung auf. Sie erhoffen sich mit ihren Investitionen / Beteiligungen gute Erträge und wahrscheinlich mit dieser Kapitalanlage auch ein Gutstück Sicherheit für das Alter. Das wird so nicht eintreten, wenn man den Artikel aus Öko-Test "Albträume statt gutem Gewissen", Ausg. 5/2014 von Seite 119 bis 129 aufmerksam liest. Vielmehr kann man aus den dort geschilderten Fakten entnehmen, dass eine sichere Einnahmequelle keinesfalls gegeben ist. Zieht man dann noch den Bericht "Mitteilungen aus der Vogelwelt Springe/Deister Nr. 14, Avifaunischer Bericht 2012,Eine Informationsschrift von Christoph Adler" hinzu, kommt einem schnell die Erkenntnis, das die Frage erlaubt sein muss, ob alle Planungen und mögliche Bauvorhaben nicht auch eine Versündigung ist an den Menschen, die hier leben, der Natur, die zum großen Teil dort geschützt ist und an der Landschaft, die damit völlig zerstört wird.

In dem Öko-Test-Bericht wird u.a. erwähnt, dass die nachhaltigen Geldanlagen, die gern als saubere Investments offeriert werden, durch die sich Geld und Moral sowie Umweltschutz verbinden lassen, keinesfalls immer das halten, was die Offerten versprechen. Oft, so wird hier detailliert beschrieben, gehen "Grünanleger" auch ein unkalkulierbares Risiko ein. Man muss diesen Artikel gelesen haben, dann wird deutlich, dass vielfach die - so steht es dort - Werbeflyer nur die Sonnenseiten zeigen, Anlagerisiken aber lieber versteckt werden.

Vogelwelt akribisch beobachtet und gelistet

Akribische hat Christoph Adler über die Natur und speziell die Vogelwelt hier im Hallertal Buch geführt. So weist er auf die geschützten und renaturierten Flächen an der Haller hin, nennt in besonderer Weise das "Zigeunerwäldchen", das - streng geschütztes Naturschutzgebiet - von den Windkraftanlagen allein insofern betroffen wird, als das hier viele Vogelarten leben, die dann kaum eine Überlebenschance in ihrem mit hohen Kostenaufwand geschaffenen Areal haben werden. Dazu zählen das Blaukehlchen, die Sumpfohreule, Kiebitz und Neuntöter. Mehrere in der Auflistung genannte Personen waren an den Vogelbeobachtungen beteiligt und registrierten im Hallertal sowie dem Zigeuerwäldchen geschützte Arten, wie Zwergtaucher, Weißstorch (der erfolgreich in der Freiflugvoliere des Wisentgeheges gebrütet hat), Schwarzstorch, der zwischen Eldagsen, der Nonnenmühle, dem Drakenberg im Saupark, der Holzmühle und im Bereich Völksen gesichtet wurde. Knäkente, Höcker- und Singschwan, Wespenbussard, Schwarzmilan, Rotmilan, Rohrweihe, Kornweihe, Baum- und Turmfalke sowie viele andere Arten mehr wurden zweifelsfrei beobachtet. Dazu kommen viele Zugvogelarten, unter ihnen Silberreiher und Kraniche, die hier im Hallertal ihre Rastmöglichkeit haben.

Haben Planer taube Ohren?

Alles das scheint bei den Planern und selbst im Umweltamt der Region Hannover auf taube Ohren zu stoßen. So erwähnte der Umweltdezernent Prof. Dr Priebs in einer Informationsveranstaltung, dass "...alles rechtens ist, man auch die Planungshoheit habe und schonend, aber doch sach- und zielorientiert die Planungen durchführen wird..." Dagegen lehnen sich Bürgerinitiativen auf, die sich schon von Hameln bis ins Haller-/Leinetal gebildet haben. Bei allen Planungen muss doch gerade den Umweltschützern in der Region, die ja auch maßgeblich an der Ausweisung der Naturschutzgebiete beteiligt sind, der Bürgerwunsch eingängig sein, dass sie ihre jetzt gewohnte und seit Generationen gehegte Landschaft als Lebensraum für bedrohte und geschützte Tierarten ungestört erhalten wissen will. Gegen Windenergie, ist hier niemand, aber wenn schon heute so viele Flächen ausgewiesen worden sind, dass es deutschlandweit aus Sicht der Stromerzeugung keinen weiteren Bedarf gibt, wenn schon heute Windkrafträder an 72 Tagen pro Jahr still stehen, weil Strom produziert wird, den dann doch niemand speichern und offensichtlich verwerten kann, dann wird doch sichtbar, dass einiges von der Planung bis zur Forderung nach noch mehr WKA schief läuft.

Bürgerinitiativen mobilisiert

Das Calenberger Land ist bereits mit WKA zugepflastert. "Es reicht", so Günter Gerber von der Bürgerinitiative www.windpark-hallertal.com, "wir werden nicht als Einzelkämpfer unserer Rechte einfordern, sondern im Verbund mit vielen Gleichgesinnten alles dafür tun, dass wir, aber auch kommende Generationen das Hallertal als Naherholungsgebiet und Lebensraum so erhalten, dass Menschen, Tiere und Pflanzen hier im Einklang leben können. Wir brauchen diesen Windpark nicht, der zerstört, aber niemandem vor Ort etwas bringt, außer einer Handvoll Landbesitzern, die ihren vermeintlichen Nutzen davon ziehen."
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2 Kommentare
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Udo Woltmann aus Springe | 31.08.2014 | 14:19  
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Achim Linck aus Springe | 31.08.2014 | 18:33  
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