Die späte Heckenbraunelle

Seit dem ich das Buch "Im Herzen des Tals " des englischen Novellisten Nigel Hinton gelesen habe, in dem er ein Jahr im Leben der Heckenbraunelle in einem kleinen englischen Tal spannend beschreibt, freue ich mich besonders, wenn ich diesen unscheinbaren spatzenähnlichen Vogel in unserem Garten entdecken kann.

Gestern war es wieder einmal so weit. Dabei konnte ich - wie auch in den vergangenen Jahren - beobachten, dass sich die Heckenbraunelle meistens aus dem üblichen Tagestrubel an der Futterstelle vornehm heraushält und sich erst in der Dämmerung, wenn sich die anderen Arten schon zur Ruhe begeben haben, dem Futterangebot am Boden nähert.
Wegen des zunehmend schwindenden Tageslichts wollte ich schon die Kamera einpacken, als ich schemenhaft noch einen einzelnen Vogel hüpfend am Boden ausmachen konnte. Da ich noch mein externes Blitzgerät auf der Kamera hatte, habe ich dann auf gut Glück einen Schnappschuss versucht. Erst bei der Bildbearbeitung am PC zeigte sich zu meiner Freude, dass sich das undefinierbare Schemen als Heckenbraunelle entpuppte.

Vom NABU Deutschland wird die Braunelle wie folgt beschrieben:
"Wenn die Heckenbraunellen im Winter keine Insekten finden können, zieht der Großteil von ihnen bis Spanien und Nordwestafrika. In Südeuropa war sie schon immer ein Standvogel, ist aber mehr und mehr in der Lage, die milder werdenden Winter auch in unseren Breiten zu überdauern. Möglich ist es ihr, weil sie sich vom Herbst bis zum Frühjahr von kleinen Samenkörnern ernährt und dafür - wie die Körner fressenden Finken und Sperlinge - einen Kropf haben.
Die Samen findet sie bei Schnee selten, doch an Futterstellen sieht man die Heckenbraunelle hin und wieder, wie sie sich ruckweise hüpfend, fast ausschließlich am Boden bewegt. Wie eine kleine Maus, für die man sie aus dem Augenwinkel halten kann, hält sie sich stets in der Nähe einer möglichen Deckung. Der unauffällige Vogel ist weit verbreitet, besonders im Unterholz von Wäldern und in Hecken, aber auch in den Friedhöfen und Gärten der Städte und Dörfer.

Weniger unauffällig ist sie, wenn sie exponiert von Strauch- und Baumspitzen bereits im März ihren charakteristischen Gesang verlauten lässt. Im Gebüsch dicht über dem Boden liegt auch ihr Nest versteckt." (Zitat Ende).
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Wolfgang H. aus Gladenbach | 02.12.2014 | 09:11  
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