Harmonie bei einem kleinen Missklang / Hottelner Ortsrat lädt zu besinnlicher Weihnachtsfeier

  Bereits zum 46. Mal fand in diesem Jahr die vom Ortsrat Hotteln organisierte Weihnachtsfeier für Senioren der Ortschaft statt. Alle Einwohner, die über 60 Jahre alt sind, waren dazu persönlich eingeladen worden. Ortsbürgermeister Dirk Warneke und sechs Ortsratsmitglieder begrüßten 69 Besucher, unter ihnen Ehrenortsbürgermeister August Gödecke und mit dem Sarstedter Ehrenbürgermeister Walter Gleitz einen ehemaligen Hottelner, der zusammen mit seiner Frau Ingrid ebenfalls gern der Einladung gefolgt war.

Warneke freute sich besonders über die Anwesenheit von Ilsa Krüger, mit 91 Jahren Hottelns zweitälteste Einwohnerin und damit älteste Teilnehmerin der Weihnachtsfeier. Mit Erika Engelmann und Tochter Ursula Eggert, die seit diesem Jahr auch in die „Zielgruppe 60 plus“ der Weihnachtsfeier des Ortsrates gehört, waren erstmalig mit Mutter und Tochter sogar zwei Generationen aus einer Familie unter den Gästen.

Im festlich geschmückten Dorfgemeinschaftshaus wurden alle zunächst musikalisch durch den Posaunenchor St. Gertruden aus Gleidingen eingestimmt. Wie bereits schon zur Feierstunde am Volkstrauertag auch hatte Leiterin Monika Kansteiner ihren „Nachwuchs“ mitgebracht: Gemeinsam intonierten zehn Musiker sechs bekannte Lieder und Choräle. „Die Posaune ist eigentlich ein Begleitinstrument. Singen Sie also ruhig mit“, ermunterte Kansteiner alle Anwesenden, die der Anregung auch Folge leisteten.

Neben einem großen Adventskranz war Blickfang ein mehr als vier Meter hoher Weihnachtsbaum, den Jörg Schönebeck dem Ortsrat extra für die Feier zur Verfügung gestellt hatte. Lichter, goldgelber und roter Schmuck ließen den Baum entsprechend hell glänzend erstrahlen. Zusammen mit Gudrun Bäte, Dirk Hantelmann, Astrid Rühmkorf, Kathrin Wilke, Miriam Wischmann und Marion Wolter hatten die Mitglieder des Ortsrates auch die Tische ansprechend geschmückt und eingedeckt, Schnittchen zubereitet, alles Drumherum hergerichtet und gestaltet sowie im Verlauf des Nachmittags die Gäste bewirtet. „Wir haben uns sehr wohlgefühlt. Wirklich alles hat hier und heute wieder gestimmt“, sagte Brigitte Schütt anerkennend.

Ortsbürgermeister Dirk Warneke dankte dem Hotel Gödecke für die großzügige finanzielle Unterstützung der Arbeit des Hottelner Ortsrates. Wie bereits in den Vorjahren hatte Inhaberin Christiane Gödecke eine Spende für die Weihnachtsfeier überreicht.

Ortsheimatpflegerin Renate Fischer überraschte Warneke im Rahmen seines Jahresrückblicks mit einem Blumenstrauß als kleines Dankeschön: „Seit zwanzig Jahren hast du die Vergangenheit im Blick, aber die Zukunft stets im Auge“, lobte Warneke Fischers Engagement und vielfältiges Wirken auf einem manchmal schwer zu bestellenden Terrain als Hottelner Ortsheimatpflegerin.

Pastorin Almuth Wiesenfeldt aus Wirringen hielt im Schein der Kerzen eine kurze Andacht, die zum Nachdenken anregte. Draußen wurde es nun langsam dunkel und drinnen an der Gitarre von Annegret Warneke begleitet gemütlicher und stimmungsvoller. Das schon fast traditionelle Wunschkonzert stand jetzt an: Dafür hatte der Ortsrat ein Liederblatt mit 19 Texten zusammengestellt. Unter großem Schmunzeln wünschte sich Margrit Kalks „Leise rieselt der Schnee“ – für ihren Tischnachbarn, weil dieser sich angeblich nicht trauen würde.

Heiner Peters trug in seinem Platt die Weihnachtsgeschichte „Wihnachtenobend“ von Rudolf Kinau vor. Man müsse sich erst einhören, bat Peters um etwas Nachsicht. „Auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden habe, war mir doch der Sinn letztendlich klar“, konnte wohl nicht nur Margret Hantelmann später feststellen.

Ein kleiner Missklang ergab sich bei der Fortsetzung des Wunschkonzertes trotz aller Harmonie: Der Liedwunsch „Stille Nacht“ wurde von einer anderen Seniorin lautstark und rüde zurückgewiesen. Dieses Lied könne man heute nicht singen. Wunsch sei Wunsch, wurde entgegnet, und werde selbstredend erfüllt. Dann müsse aber auf jeden Fall das Licht gelöscht werden, wurde weiter eifrig diskutiert. Dem Weihnachtsfrieden zu Liebe wurde dem gefolgt. Und so konnte dann auch besagte Seniorin beruhigt mitsingen.

Mit „O du fröhliche“ klang der offizielle Teil eines stimmungsvollen und gemütlichen Nachmittags voller adventlicher Atmosphäre nach zweieinhalb Stunden aus. Sichtlich erfüllt und dankbar machten sich viele Besucher nach und nach auf den Heimweg. „Nächstes Jahr kommen wir sehr gerne wieder“, verabschiedeten sich nicht nur Karin und Jürgen Schönwälder bei Ortsbürgermeister Dirk Warneke und dem Ortsrat.
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