Leukämie: Sven sucht einen Lebensretter

Wann? 19.07.2015 13:00 Uhr

Wo? Katherine-Weißgerber-Schule, Hauptstraße 53, 66127 Saarbrücken DE
Die Stefan-Morsch-Stiftung ruft in Saarbrücken-Klarenthal zur Hilfe von Leukämie -und Tumorkranken auf
 
Deutschlands älteste Stammzell-Spenderdatei ruft zur Hilfe für Sven und andere Leukämiepatienten auf
 
Der an Leukämie erkrankte Sven sucht einen Lebensretter
Saarbrücken: Katherine-Weißgerber-Schule |

Sven ist an Leukämie erkrankt. Der 29-Jährige Rettungssanitäter braucht eine Stammzellspende, um im Kampf gegen den Blutkrebs eine Chance zu haben. Deshalb organisieren Freunde zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, eine Typisierungsaktion für den jungen Saarbrücker: Am Sonntag, 19. Juli 2015, kann man sich in der Zeit von 13 bis 17 Uhr, an der Katharine-Weißgerber-Schule, Hauptstraße 53 in Saarbrücken-Klarenthal typisieren lassen. Ein kleiner Aufwand, der für Sven oder einen anderen an Leukämie erkrankten Menschen die Chance auf Heilung bieten kann.


Denn Leukämie ist nur eine der Erkrankungen, die eine Übertragung von Blutstammzellen notwendig machen können. Mit der Transplantation bekommt der Patient ein neues blutbildendes System – seine einzige Chance auf Leben, wenn Chemotherapie oder Bestrahlungen nicht geholfen haben. Eine Transplantation ist aber nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich typisieren lassen.

Sven arbeitet beim Malteser Hilfsdienst. In seiner Freizeit engagiert er sich als Feuerwehrmann und beim DRK. Normalerweise ist er es also, der den Menschen hilft. Jetzt braucht Sven selbst Hilfe: Er sucht dringend einen passenden Spender. Deshalb haben seine Freunde zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung und dem DRK eine Typisierungsaktion organisiert. Um Stammzellen transplantieren zu können, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient übereinstimmen. So sind in den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung zwar weltweit mehr als 25 Millionen Menschen registriert – trotzdem ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.

Typisierung lautet der Fachbegriff für die Aufnahme in die Stammzellspenderdatei. Aus einer Blutprobe – es genügt ein Fingerhut – werden die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) des Spenders bestimmt. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut. Stimmen im besten Fall zehn von zehn dieser Merkmale überein, ist man der passende Spender. Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann sich als Stammzellspender registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben.

Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das Register des Zentralen Knochenmarkspender-Registers Deutschland (ZKRD) für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zu Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat.

Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme werden durch eine Punktion des Beckenkamms 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert etwa eine Stunde. Die zweite Methode – und die häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt.

Svens Freunde und auch das DRK Saarbrücken wollen zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, darüber aufklären wie sie helfen können. Auf Facebook wurde eine Veranstaltung eingerichtet, Flyer sind in Vorbereitung. Ein Video auf Youtube kann verlinkt werden, um mehr Menschen auf die Aktion aufmerksam zu machen. Hier anklicken: https://youtu.be/SmL8GsN9Kug

Weitere Informationen zum Thema Typisierung und zur Stefan-Morsch-Stiftung online unter www.stefan-morsch-stiftung.de. Hier kann man sich auch online als Spender registrieren. Weitere Infos unter der gebührenfreien Hotline: 0800 -766 77 24.

Spendenkonto: Kreissparkasse Saarlouis IBAN: DE30 5935 0110 0370 0361 54 BIC: KRSADE55XXX

Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?


Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme hat die Stefan-Morsch-Stiftung auf 40 Jahre festgelegt, weil ältere Spender, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das lässt sich statistisch belegen: Zwei Drittel des ausgewählten Spender in der Datei waren jünger als 40 Jahre (Stand: 01-2015). Denn die Transplanteure wissen, dass sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden bei den potenziellen Spendern zunehmen. Deshalb bittet die Stefan-Morsch-Stiftung Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation werden die Registrierungen aus Spendengeldern finanziert: „Diese Gelder wollen und müssen wir verantwortungsvoll einsetzen, um Spender zu registrieren, die eine höchst mögliche Chance haben auch ein Leben zu retten“, so eine Stiftungssprecherin. Das wird durch den ZKRD-Jahresbericht 2013 (Seite 14) untermauert: „Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich einmal zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren dreimal so hoch wie im Alter von 35 Jahren und zehn Mal so hoch wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren.“

Weitere Info: Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de), gebührenfreie Hotline 08 00 - 766 77 24

Ist eine Online-Registrierung auch möglich?


Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) kann man sich jederzeit als Stammzellspender erfassen lassen. Über den Online-Registrierungsbutton auf der Startseite kommt man zur Einverständniserklärung. Dort müssen eine Reihe von Gesundheitsfragen beantwortet werden, deshalb sollte die PDF „Wie werde ich Spender?“ vorab genau gelesen werden. Nach dem Ausfüllen der Einverständniserklärung bekommt man ein Registrierungsset mit genauer Anleitung zugeschickt. Für Spender, die jünger als 40 Jahre sind, entstehen dabei keine Kosten.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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