Hilfe für Sven: 500 neue Stammzellspender wurden in Saarbrücken ins Team der Lebensretter aufgenommen

Aufruf für den an Leukämie erkrankten Rettungssanitäter und Feuerwehrmann aus Klarenthal hatte große Resonanz
 
Die Jugendrotkreuzler aus Klarenthal zeigten großes Engagement
Saarbrücken: Katharine-Weißgerber-Schule |

Wir suchen einen Lebensretter! Seit Wochen haben Familie, Freunde und Kollegen von Sven, einem an Leukämie erkrankten Mann aus Saarbrücken-Klarenthal alles daran gesetzt, Menschen zu motivieren, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Am vergangenen Sonntag war es soweit: In der Katharine-Weißgerber-Schule standen die Menschen Schlange, um Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke wie den 29-Jährigen Rettungssanitäter und Feuerwehrmann, zu leisten. Mehr als 500 ließen sich typisieren.

„Mit diesem großen Andrang hatten wir nicht gerechnet“, erklärt Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Stefan-Morsch-Stiftung. Er freut sich über die große Resonanz, die der Aufruf auch durch die Unterstützung des DRK, der Feuerwehren und der Malteser im Saarland hatte. 12000 Flyer waren gedruckt und verteilt worden. Die lokalen Medien haben den Aufruf unterstützt. Svens Familie und Freunde haben jede Möglichkeit genutzt, um Menschen zu Registrierung als Stammzellspender zu bewegen.

So standen schon um 12.30 Uhr die Menschen Schlange. Feuerwehrmänner des Löschbezirks Klarenthal wollten die ersten sein. DRK-Ehrenamtler aus dem ganzen Saarland waren nach Saarbrücken gekommen. Die Malteser folgten dem Aufruf für ihren Kollegen, um sich typisieren zu lassen. Eine Speichelprobe genügte. Unterdessen wurden auch viele Spenden gesammelt, denn jeder Typisierung kostet die Stiftung rund 50 Euro, die sie aus Spendengeldern finanzieren muss. Vor allem die Jugendrotkreuzler aus Klarenthal haben mit ihrem Kuchenverkauf eine stolze Summe zusammengetragen. Emil Morsch freute sich über das Engagement des DRK-Nachwuchses: „Eine tolle Leistung!“

Die 500 Proben sind nun im Labor der Stiftung angekommen. Dort werden sie auf die genetischen Gewebemerkmale, die sogenannten HLA-Werte, untersucht und danach in der Datei gespeichert. Steht man als Spender für einen Leukämiepatienten zur Auswahl, nimmt die Stefan-Morsch-Stiftung Kontakt auf. Kommt es nach weiteren Untersuchungen zur Entnahme, kann man auf zwei Arten spenden: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Emil Morsch erklärt: „Eine solche Typisierungsaktion hat immer nachhaltige Wirkung. Vielleicht wird schon bald einer der Menschen die sich heute in Klarenthal als Spender registriert wurden, einem an Leukämie erkrankten Menschen das Leben retten können. Denn mit jedem neu registrierten Spender erhöht sich die Chance, dass ein passender Spender für Sven oder einen anderen Patienten gefunden wird.

Und die Aktion zieht weitere Kreise. Die nächste Gelegenheit sich typisieren zu lassen, ist bei folgenden Blutspendeterminen im Saarland möglich:

Donnerstag, 23. Juli, 17 bis 21 Uhr, in der Integrierten Gesamtschule, Oberauerbacher Str. 53, in Contwig

Dienstag, 04. August, 16.30 bis 19.30Uhr, im Rotkreuz-Haus, Würzbachhallenstr. 17, in Niederwürzbach

Donnerstag, 13. August, 16.30 bis 19.30 Uhr, in der Schulturnhalle, Bahnhofstr. 13, in Rilchingen-Hanweiler


Hier der Link zu unserem Danke-Video auf Facebook: https://youtu.be/RMpnKsKhSP4

Und der Link zu unserer Facebookseite mit Bilder der Aktion: https://www.facebook.com/stefanmorschstiftung/photos_stream?tab=photos_albums

Bekomme ich einen Nachweis über meine Typisierung?


Jeder Spender, jede Spenderin bekommt einen Spenderausweis der Stefan Morsch Stiftung zugesandt. Da wir jedoch als gemeinnützige Organisation, die sich zum Teil aus Spendengeldern finanziert, Portokosten sparen möchten, sammeln wir diese Briefe und versenden diese Post gebündelt. Das bedeutet, dass die Zusendung der Spenderausweise eine Weile dauern kann. Unabhängig davon werden jedoch die Daten jedes jetzt neu registrierten Spenders direkt nach der Analyse der Gewebemerkmale dem deutschen Zentralregister der ZKRD anonymisiert für weltweite Suchanfragen zur Verfügung gestellt.

Können Stammzellspender den Patienten kennenlernen?


Unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist ein Treffen zwischen Spender und Empfänger nach Ablauf von zwei Jahren möglich, wenn beide damit einverstanden sind. Außerdem kann der Spender, soweit der Patient damit einverstanden ist, auch nach der Stammzelltransplantation über den Zustand des Patienten informiert werden. Aber: Leider ist die Gesetzgebung in diesem Bereich von Land zu Land verschieden und eine Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger kann nur erfolgen wenn die nationalen Gesetze der Herkunftsländer dies erlauben. In vielen Ländern ist die Kontaktaufnahme aber nach wie vor erlaubt, unter anderem auch in Deutschland und den USA.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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