Stellmaker, Lihrer. Holtbildhauer Wroost - vun Gisela Reink uut Rostock

    Rostock: Grebin | J. G. - Koordinator von dei Gemeinschaft Rostocker Johresringe har ann´ 26. September 2013 tau einen Lichtbillervördrach in dat „elbotel“ inlad´t hatt. Harald Wroost, Holtbildhauer, wull uns von siene Arbeit vertellen. Glöf mi, dat ded hei mit so´ne Lebennigkeit, dat wi bloten up sienen Mund un siene Ogen keeken. Man hürt jo nich alltauoft wat von olle Böm, dei all dot sünd un von´n Förster un Künstler utsoecht warden, dormit dorut noch´n Kunstwark entstahn kann.



Na dissen Vördrach wür´ dei Idee gebur´n, allens in Natura antaukieken. Natürlich organisiert dat J.G. Hei hett einen lütten Bus för 8 Personen bestellt un nimmt mit sien Auto ok noch poor Krinkfrugens mit. So führn wi an´n 16.10.2013 üm Klock nägen von Lütten Klein af in Richtung Wiethagen, denn wi willn na den´n Köhlerhoff, wiel dor dei Arbeiten von Herrn Wroost utstellt sünd. Üm dissen Köhlerhoff kümmert sick siet Johren ´n Förderverein, un dat Ehepoor Wroost gehürt ok dortau.





Dei Hoff is bekannt dörch siene Teerschwefelabens. Dei ein is af un an noch inne Gäng´. Wi täuben up Herrn Wroost un warmen uns an´n heiten Aben up, denn hüt is dat kolt un dei Rasen is bannig natt. Dor kümmt hei all. Dei Führung makt hei an sienen 73. Geburtsdach. J. G. hett einen hübschen Blaumenstruz köfft. Wi sing´n „Hoch soll er leben“, un hei freut sick tau dei Blaumen. Hei vertellt ut sien Läben, von siene Arbeit, siene Holtbildhauerarbeit, siene Arbeitsgemeinschaften in dei Warnowwerft, in dei Schaul un von siene Work-shops mit anner Künstler in Wiethagen.



Wi erfohren von em allerhand oewer dei Geschicht´ von den´n Köhlerhoff, wurans dat mit den´n Teeraben funktionier´n deit, wecke Bedüdung disse Abens för Middeleuropa hemm´n daun, hürn wat oewer dat harte Läben von dei Köhlers un wat von den´n letzten Besitter. Bet 1985 wür´n in disse Abens noch Holtkahl´ un Teer produziert. Wi seihn in den´n stilllechten Aben dat Lock, wo dei Teer in den´n Teerkeller rinlopen ded, dei duwwelten Wänd´n von den´n Ringaben, dei Schamottstein, hürn, dat Bäuken un Ellern sick gaut för dei Produktion eigen daun, Kiefern oewer bärer för dei Hitt in den´n Aben sünd un dat dat Lock för den´n Brand denn noch fachgerecht taumuert warden möt.



Up dissen Köhlerhoff seihn wi ok ´ne anfungen Arbeit von Herrn Wroost. Hei verklort uns, weck ein Mallür pessieren kann, wenn dat Holt inwennig all mählig is un wat hei sick denn infallen laten deit. Dor begriepen wi ierst eis, wat allens bedacht warden möt. Nich tau begriepen is oewer, dat ein Minsch so ´ne grote Vörstellungskraft hemm deit, dat hei ´n Stück Bom süht un em gliek dei passenden Figuren vör Ogen stahn daun. Siene meisten Kunstwarke kriegen wi up den´n Köhlerhoff tau seihn, un dorbi ward uns allens richtig verklort.



Worüm hett dei Kaiser von „ Des Kaisers neue Kleider“ ´ne Unnerbüx an? Klor, nakig dörf ein Kaiser nich vör dei Görn stahn. Worüm kann dat Ehepoor Heusch (letzter Besitzer)so innig ümschlungen johrin un johrut up dei Bänk sitten? Wiel disse Bänk extra för dat Kunstwark bugt worden is un em mihr Standhaftigkeit gäben deit.



Worüm hett dei Köhler ´nen Filzhaut up den´n Kopp un ´ne Fackel inne Hand? Wieldat ´n Filzhaut in´n Sommer käuhlt un in´n Winter warmen deit, wiel mit dei Fackel dei Aben anbött ward. Worüm is dei Figur, dei helpen deit Holtschindel tau maken, kein Troll? Wiel bi uns Trolls nich bekannt sünd. Wi hemm´ Ünnerierd´sche. Dei dor sitt, hett in´n Holt noch´n Braurer.



Nu begäben wi uns up den´n Sagenwech un hürn miteis von Wossidlo, dei ok Sagen ut dei Rostocker Heid´ tausamendragen hett. Wi seihn ein Relief von Fru Gauden mit ehre 12 Döchter, seihn allerhand Holtdiere, hürn von´n Gälknöker Barch in Behnkenhagen, seihn Bonifatius mit Dietrich von Lünenburg. Dat Bonifatius dei Kirch´ in Blankenhagen gründ´t hemm´ sall, haugt mi üm. Bonifatius wier för mi ümmer in Neddersachsen un bi dei Friesen. Nu wannert hei as Holtfigur dörch dei Heid´, achter sick den´n bösorrigen Dietrich von dei Lünenburg, dei ´nen witten Hirsch scheiten wull, em bet in dei inne Kirch` von Blankenhagen narieden ded un mitten in dat heilige Hus dat Diert erlechte. Disser Ritter, von den´n man bet hüt noch nich weit, wo siene Lünenburg wier, wür oewer von den´n Dot verfolgt, dei hüt up ´ne Holtul mitrieden deit , denn dei Ul wier früher dei Dodenvagel.



Wierer geiht dat tau Jäger Brandt, den´n dat würklich gäben hett. Man weit noch hüt, wo un woans hei 1699 inne Heid´ ümkamen is. Hei wull einen Keiler dotscheiten, oewer dei wier bloten verletzt un greep em an. Hier hett sick Herr Wroost wat infallen laten. Jäger Brandt is up´n Relief. Hei schütt von dorut up den´n Keiler, dei mächtig gewaltig un tau´n Grugen gefährlich angrippt. För dat grote Diert brukte dei Künstler woll einen sihr dicken Bomstamm.



Herr Wroost geiht mit uns nu noch dörch den´n Märchenpark, wo ierst väle Grundschäulers spazifizierten. Na, wenn mi dei Figuren all so dull imponieren daun, denn möten dei Görn jo woll ierst ut Rand un Band wäst sien.
All sünd sei dor: Rotkäppchen, Rapunzel, Schneewittchen, Frau Holle, Hans im Glück, Froschkönig, die Hexe aus Hänsel und Gretel, Rumpelstilzchen, jedein up siene Ort. Dor sünd werrer Ideen fragt.



As „Latern´“ up einen Pahl seihn wi den´n Tuuschhannel von Hans im Glück. Bi Schneiwittchen sitten bloten drei bannig trurige „Zwerge“. Ut dat „begehbare“ Hexenhus beögt uns dei Hex un bleckt ehr Mul mit dei twei Tähnen. Natürlich gah ick dörch dat Hus un kam mi vör , as wenn ick gra´ dörch dei lüttste Kirch „von dei Welt“ up dei Insel Guernsey gahn dau.



Heff ick mi verkäken? Rotkäppchen steiht dor mit´n Wildschwien un nich mit´n Wulf. Na, den´n gifft dat jo woll noch nich in dei Heid´- orrer?
Mitten in dat Holt danzt natürlich ok Rumpelstilzchen üm ein „andüd´t“ Füer.
Nu geiht dat oewer ´ne schöne Holtbrück´. Na, wat´s dat? Dor inne Senk is´n Brunnen. Rechts steiht dei Prinzessin und links hett sick dei Froschkönig breit makt. Wenn Gören up dei Brück stahn daun, könnens gäle Tennisbälle in den´n Brunnen schmieten. Holtkugeln dörpen dat nich sin, dei könn´n Schaden anrichten.



Ja, un dor is´n hoger Turm mit Rutsch. Herr Wroost hett oewerall, wo´t sick anbeiden deit, an Spälmöglichkeiten dacht. So ok hier. Man kann in den´n Turm klarrern un denn runnerrutschen. Sowat möt ümmer von´n TÜV prüft warden, denn dei Görn dörf nicks pessieren. Hochbaben sitt Rapunzel un lött ehren Zopp runner. Tauierst glöf ick, dat dei ut´n Strick flecht´ worden is. Nee, nee, dei Zopp is ok ut Holt schnitzt worden. Ick kann mi nich nauch wunnern, wat dissen Mann allens so infallen deit.



Dei Utgang is ´n Dur. Baben schüttelt Fru Holle ehre Betten ut. Man kann dörch dat Dur von Goldmarie orrer Pechmarie gahn. Ok hier hett Herr Wroost allerhand bedenken müsst, denn dei Figuren laten sick dreid´n.
J. G. bedankt sick för dei Führung un wi könn´n bloten dankbor sien, dat wie sowat Schön´s tau seihn krägen hemm´. Intwüschen präsentiert sick dei Harwst in dei schönsten Farb´n. Tau´n Afschied strak ick noch eis dei ruge Bork von einen dicken Bom.

Schnack mit´n Bom

Ick kann nich anners,
ick möt dei ruge Bork
an dissen dicken Stamm
straken- so ganz sacht.
Du oller Bom giffst mi Kraft-
ümmer noch, ümmer werrer.

Diene Blärer, dor hoch baben
in dei breide Kron´,
dei drömen, ruschen ,rascheln
mit dat Wärer üm dei Wett´.
Sei läben mit dei Johrestieden,
un dei Farb´n sünd ´ne Ogenwied,
ok in dissen Harwst.

Dat Low wiest mi eis werrer,
dat mien Minschenläben
ähnlich verlopen deit-
von dei Knuppens bet tau dat Welken,
Verdrögen, Fallen un Starben.
Hüt is dei Harwst gollen.
Du, oller Bom, bringst mi ´
Läbensfreu´ un makst mien Hart warm.

Dorüm geneit ick disse schöne Tiet.
Ick strak di noch eis-
un dat mit Iehrfurcht.
Dorbi denk ick an all dat,
wat du in dien Läben tau seihn krägen hest.
Ach, vertell mi wat. Ick hür di tau.

Gisela Reink
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