Trotz alle dem - ein lebendiges, erfülltes Leben (1)

Krankenpflegebett, Schubladenkommode mit schwenkbarer Bettischplatte
 
Barrierefreies, behindertengerechtes Duschumfeld mit Dusch- /Toilettenstuhl

Ich brauchte lange um mich SO zu outen

Nun habe ich mich, schon 45 Jahre lang, in einem Leben mit Multiples Sklerose, immer wieder neu orientiert. Das will ich so erklären: als ob man nach einem Schlaganfall ganz neue Leben- und Bewegungsmuster in sich entdeckt. Das menschliche Hirn ist nämlich in der Regel nur zu 40% mit aktiven Leistungen belegt. Die verbliebenen 60% sind die, wie bei einem Baby/Kleinkind, die durch stetiges sensiblieren aktiviert werden können.

Die letzten drei JAHRE aber sahen bei mir jedoch recht ausweglos, im wahrsten Sinne des Wortes festgelegen, aus. Oder hatte ich resigniert; mich einen üblichen MS-Verlaufe ergeben? Nach vielen Erfolg bei denen ich schon viele neue Muster entdeckte und erlebte, glaubte ich nun am Ende meiner erreichbaren Möglichkeiten zu sein..

Bewegungsunfähig und bettlägerig brauchte ich drei bis viermal täglich auch nachts, Hilfeleistungen durch Pflegekräfte. Da gab es keinerlei persönliche Verrichtungen mehr, auch nicht die Hochnotpeinlichsten. Selbst das Wischen über die Augen, ein Kratzen am Ohr oder dem Kopf lösten schon langanhaltende, schmerzhafte Streckspastiken/ Krämpfe aus - wenn ich diese Stellen überhaupt erreichen konnte.
Täglich bekam ich Physio- und Ergotherapien. Weder meine Therapeuten, noch mein Hausarzt oder ich konnten lange Zeit keinerlei veränderde Entwicklungen erkennen. Erst bei rückwirkende Betrachtung, über lange Zeit, wurden winzig kleine, positive Bewegungen möglich und sichtbar. Das alles ist immer noch tagesabhängig, nicht ganz verläßlich. Manchmal wirft mIch mein ICH, ohne ersehbaren Grund, um Tage oder Wochen zurück.
Aber - wieder und wieder, auch ohne sofort sichtbare Verbesserung, machte ich meine 'Schulaufgaben'. Für Außenstehende müssen diese monotonen, jeweils 30-40 mal hintereinander ausgeführten, Bewegungsmuster ziehmlich idiotisch wirken. Aber ich machte sie einfach. Nur so kann mein Gehirn sich zu den neuen Möglichkeiten hin orientieren und sie übernehmen

Der gute Kontakt mit meinem Arzt und der telefonische Auseiandersetzung zu den Bearbeitern/innen der Pflege- und Krankenkasse linderte meine erbärmliche Lage auf ein Erträgliches. Ich bekam ohne viel Probleme, oft mit dem ensprechenden Zauberwort, Verordnungen bewilligt und geliefert:

- ein breites Krankenpflegebett mit einer Antidikubitus-Matratze (um das Wundliegen auszuschließen)
- die Liegefläche war, für eine annehmbare Lagerung, vierfach gegliedert
- ein Rollstuhl mit E-Motionsantrieb (ähnlich wie ein Fahrrad mit Trittverstärkung)
- Sessel mit Aufstehhilfe hatten wir uns einige Zeit vorher schon (privat) geleistet.
Auf diese kann ich mich seit etwa 10 Monaten, mit Hilfe eines 'Gehbock,s',
umsetzen.
- Auch mein E-Mobil kann ich auf diese Weise wieder nutzen
- Durch die "Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen" ist der Toilettengang und das Duschen mit Duschstuhl wieder mögich.
- Mit den langsamen Anhebungen der Wege zum Hauseingang und der Terrasse
komme ich mit dem Rollstuhl überall hin. Auch gibt es zur Überbrückung
zwischen Terrasse und Wohnzimmer Rampen.

Es fehlte eigentlich an keinem Hilfsmittel und meine Pflege war gesichert. Doch meine inneren Kämpfe gingen in's Leere. Eigene Erwartungen zeigten sich als Enttäuschungen. Mein 'ICH' machte ganz ähnliche Schritte wie ein Mensch zum Tod (Kübler-Ross).

1. - Die Angst, das Nichtwahrhabenwollen, das Erkennen von Isoliertsein
2. - Ein maßloser Zorn
3. - Ein Verhandeln, ein gottverlassenes Heulen und Zähneklappern
" Mein Gott warum hast DU mich verlassen !! "
4. - Eine tiefe Depression mit den Überlegungen SO nicht weiter leben zu wollen
5. - Suche nach verblieben Fähigkeiten und meine Zustimmung mich mit ihnen zu arangieren

DAS ERKENNEN :
NICHT VON GOTT VELASSEN ZU SEIN - SONDERN SEINE LEBENSANGEBOTE NICHT IN GANZER FÜLLE ERKANNT ZU HABEN; DURCH DEN VERLUST MEINER LEBENSGEWOHNHEITEN BLOCKIRT GEWESEN ZU SEIN

ES WAR ALS MIR OB ICH ZULASSEN MUSSTE,ETWAS IN MIR STERBEN ZU LASSEN: DAS DEFEKTES LEBEN.


NUR SO KONNTE ICH NUN LOSLASSEN UND MEIN FAST GANZ VON VORNE BEGINNEN. TROTZ VIELER VERBLIEBENER DEFIZITE LEBE ICH NUN EINE ENORM HOHE LEBENQUALITÄT.


Lieber GOTT - der DU in mir wohnst - ich danke DIR für die Kraft und Ausdauer mit der DU mich beschenkt hast. Ich will sie stehs achten und bewahren.


Es hat sich viel verändert bei uns:
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15 Kommentare
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 03.04.2015 | 12:13  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 03.04.2015 | 12:56  
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bärbel stephan aus Peine | 03.04.2015 | 15:00  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 03.04.2015 | 16:11  
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 03.04.2015 | 17:01  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 03.04.2015 | 17:50  
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Tina vom Saalestrand aus Bad Kösen | 03.04.2015 | 20:54  
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Gaby Floer aus Garbsen | 04.04.2015 | 08:56  
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bärbel stephan aus Peine | 05.04.2015 | 15:55  
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Tina vom Saalestrand aus Bad Kösen | 05.04.2015 | 21:06  
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 05.04.2015 | 21:31  
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Gaby Floer aus Garbsen | 06.04.2015 | 09:46  
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Brunhild Osterwald aus Lehrte | 06.04.2015 | 19:08  
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Shima Mahi aus Langenhagen | 06.04.2015 | 22:02  
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bärbel stephan aus Peine | 06.04.2015 | 23:10  
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