Lerbacher Kreis 2015

  Osterode am Harz: Hotel Sauerbrey | Lerbacher Kreis 2015
Forscher öffneten ihre Schätze - Mit Vorträge wurde Wissen vertieft

Lerbach (kip) Zum 39. Mal trafen sich Forscher und an der Heimat Interessierte im Hotel Sauerbrey in Lerbach zu einem Gedankenaustausch und zur Vertiefen von Forschungsergebnissen insbesonderer der Familienforschung. Hans-Joachim Kratsch hatte dieses Treffen sorgfältig vorbereitet und die Tagungsteilnehmer aus nah und fern eingeladen. Seit einigen Jahren liegt die Organisation des Lerbacher Kreises in seinen bewährten Händen. Er ist auch der Ansprechpartner für diesen Kreis, der 1977 das erste Mal tagte. Die weiteste Anreise aus dem Erzgebirge hatte das Ehepaar Schneider.
Nach herzlichen Begrüßungsworten stellte der Lerbacher Ansprechpartner Hans-Joachim Kratsch das umfangreiche Tagungsprogramm vor. Im Detail wurden neue Forschungsergebnisse bekanntgegeben. In den Vorgesprächen zu der Tagung wurden ergänzende Terminabsprachen getroffen und verschiedene Ergebnisse zur Familienforschung und Heimatgeschichte erörtert.
Am Samstag, 30. Mai 2015, wurde im Rahmen einer Exkursion die Heimatstube Riefensbeek besichtigt. Vorsitzender Clemens Keil vom Heimatverein Riefensbeek und der Riefensbeeker Ortsvorsteher Joachim Bertram führten die Teilnehmer durch die Räumlichkeiten. Die Exponate in der Heimatstube sind schwerpunktmäßig unter Bergbau, Köhlerei, Gegenstände des täglichen Lebens, Forstwirtschaft und Ortsgeschichte zusammengefasst. Besondere Aufmerksamkeit war ein 4000 Jahre alter besonderer Stein, der auch Stein des Anstoßes zur Schaffung der mit viel Liebe gestalteten Heimatstube war.
Nach einer Mittagspause wurde die Tagung im Hotel Sauerbrey fortgesetzt. Zu diesem Nachmittagsprogramm begrüßte Hans-Joachim Kratsch besonders Ortsbürgermeister Frank Koch, den Vorsitzenden der Heimatstube Rainer Kutscher, den Vorsitzenden des Kippenberg-Vereins Winfried Kippenberg aus Bad Grund und den Referenten Axel Wellner.
Hans-Joachim Kratsch dankte allen Förderern des Lerbacher Kreises. Ausführlich informierte er über den Nachlass des Familien- und Heimatforschers Heinz Viebrans. Dieser Nachlass ist an das Osteroder Stadtarchiv weitergegeben worden und kann dort eingesehen werden.
Ortsbürgermeister Frank Koch gab einen Situationsbericht zum Ort Lerbach. Er berichtete über die Notwendigkeit der Instandsetzung des Gewölbes über den Lerbach und der Sanierung der Ortsdurchfahrt. Die Bemühungen, die ehemalige Grube Weintraube als Schaubergwerk zu öffnen, haben sich aufgrund der nicht zu finanzierenden Auflagen zerschlagen. Etliche Nebenstraßen in Lerbach sind saniert. Die Räume der ehemaligen Grundschule werden den örtlichen Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Derzeit zieht die Heimatstube in einige Räume der ehemaligen Volksschule ein. Mit Hinweisen zum Rückgang der Einwohner und damit auch des Vereinslebens beendete Frank Koch seinen informativen und mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Bericht.
Peter Fiedler aus Verden stellte die inzwischen von ihm erarbeitete und mit ersten Daten verschiedener Familienforscher bestückte Ahnenliste in einer Lichtbildpräsentation vor. Peter Fiedler bat alle Teilnehmer des Lerbacher Kreises, diese Ahnenliste mit Daten zu füttern.
Vorsitzender der Heimatstube Lerbach Rainer Kutscher referierte über das Berufsleben im Walde (Vom Konfirmanden bis zum Rentner). Er erinnerte an das karge Leben und an den gefahrvollen Beruf der Waldarbeiter. Seinen Vortrag begann er mit dem Gedicht "Scharf ist die Säge - blank ist die Axt". Bis 1950 haben etwa drei Viertel aller Einwohner in der Forst als Waldarbeiter, Köhler oder Kulturfrau gearbeitet, betonte Rainer Kutscher. Heute sind aus Lerbach nur noch fünf Personen in der Forst tätig. Nicht unerwähnt ließ er den Feiertag der Forstarbeiter am 2. Januar eines Jahres. Dieser Waldmannstag ist seit vielen Jahren vergessen. Seine Ausführungen beendete Rainer Kutscher mit der Aussage "Der Wald kann ohne Menschen leben, die Menschen können ohne den Wald nicht leben!"
Axel Wellner referierte in einem spannenden und informativen Vortrag über den am 26. September 1874 in Clausthal berufenen Bergchirurgen Friedrich Ernst Baumgarten - nicht nur eine deutsch-amerikanische Geschichte. Baumgarten hat mehrere Bücher herausgegeben, die heute noch in der Fachwelt Beachtung finden. Er war auch der Gründer eines ersten Harzer Chirurgenvereins, der wohl auch der erste Ärzteverein in Deutschland sein dürfte. 1846 wanderte Baumgarten nach Amerika aus.
Im Anschluss an die mit großem Interesse aufgenommenen Vorträge wurden einzelne Ergebnisse lebhaft diskutiert. In diesem Zusammenhang wurden die Lerbacher Heimatblätter angesprochen und festgehalten, dass der von Winfried Kippenberg herausgegebene einBlick laufend Informationen zur Heimatgeschichte veröffentlicht und damit einer breiten Bevölkerung zugänglich macht. Helmut Grüneberg wies auf die Lerbacher Heimatblätter hin, die jährlich erscheinen.
Die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen wurde zu Einzelgesprächen und zum Erfahrungsaustausch genutzt. Nach dem Essen tauschten Tagungsteilnehmer ihre Forschungsergebnissen und gesammelten Erfahrungen aus. Einen breiten Raum widmeten sie den Möglichkeiten mit Internet und weiteren neuen Medien zu forschen. Dabei wurden auch die neuen Möglichkeiten mit der Archivverwaltung erörtert.
Am Sonntagvormittag berichtete Peter Fiedler über seine Forschungen im Herzberger Raum und der Verknüpfungen zu Lerbach und anderen Harzorten. Erörtert wurde der Einsatz der computerunterstützten Forschung, die Kartierung von örtlichen Kirchenbüchern und die Führung von Registerbüchern.
Zum Abschluss gab Hans-Joachim Kratsch die Umfrageergebnisse bekannt. Das 40. Treffen des Lerbacher Kreises soll vom 3. - 5. Juni 2016 stattfinden. Exkursionsziel soll die neu eingerichtete Heimatstube Lerbach sein.
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