Eine Fahrt mit der Fichtelbergbahn

Oberwiesenthal: Bahnhof | … ist ein Erlebnis mit dem Gänsehautgefühl. Dinge und Technik die wir heute nur aus Büchern kennen, können wir dort hautnah erleben und in Aktion bestaunen. Die Schmalspurbahn (mit 750 mm Spurweite) Führt durch das Erzgebirge rund 17 km von Cranzahl nach Oberwiesenthal. Freundliche Mitarbeiter beantworten gerne stolz interessierte Fragen zu ihrer Bahn, die vor Ort liebevoll Bimmelbahn genannt wird. Nicht zu unrecht, denn es gibt entlang der Strecke nur wenige mit Schranken oder Ampeln gesicherte Bahnübergänge sondern viele kleine Wegkreuzungen und auch Fußwege an denen noch anständig gepfiffen und geläutet wird. Und so hört man z.B. in Neudorf noch einen ordentlichen „Achtung-Pfiff“ der Dampfpfeife über den Berg hallen auch wenn der Zug schon seit fünf Minuten in Richtung Oberwiesenthal abgefahren ist. Der Verkehr auf der Strecke kommt ohne stellbare Signale aus. Er wir durch den Buchfahrplan geregelt. So wartet z.B. ein Zug von Oberwiesental nach Cranzahl, gezogen von der „99 785“ im Bahnhof von Neudorf /Erzgebirge auf seinen Gegenzug. Dieser hält zunächst am Einfahrsignal, einer Signaltafel, der Trapeztafel ( Ne 1). Es ertönt ein kurzer Pfiff vom Heizer der „99 785“, der gerade die Weiche für den Gegenzug umlegt, und der Lokführer unserer „99 785“ gibt nun mitder Lokpfeife seinem Kollegen das Zeichen zur Einfahrt. – Sie habe „davon schon einmal gelesen? – Hier können sie es erleben: Nebenbahnrutine life!
Entlang der Strecke wird auch noch die vorhandene Telegraphenleitung genutzt. Wenngleich diese im Bereich des Bahnhofs Neudorf /Erzgebirge zu Museumszwecken ein wenig „aufgemotzt“ wurde: Aus den durchgängig verlaufenden zwei Leitern werden im Bereich des Bahnhofes unvermittelt acht Leiter, ohne das eine Betriebsstelle angeschlossen ist… Auch im Bahnhofsgebäude von Neudorf, das heute als Wetterschutz dient, ist liebevoll ein Schalterraum eingerichtet, der zeigt, wie noch vor gar nicht all zu langer Zeit Fahrkarten verkauft und Gepäck und Waren „per Bahn“ aufgegeben wurden.
Der erfreulich günstige Fahrpreis macht noch mehr Lust die ganze Strecke zu erkunden und vielleicht hier und dort auszusteigen um zu verweilen. Eine Tageskarte, beim Schaffner (ohne Aufpreis ! ) zu lösen, kostet für Familien gerade mal 26,- Euro.
Übrigens verkehren die mit bis zu 14 Wagen langen Züge zeitweise auch mit einer zusätzlichen Vorspannlok. Neben vier Dampfloks hält die Betreibergesellschaft derzeit eine Diesellok zur Reserve betriebsbereit.
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