Herzstillstand bei Chaos-Lesen

  Neu-Ulm: Theater Neu-Ulm |

Beim "Chaos-Lesen Spezial: Die Donau" im Rahmen des "Internationales Donaufest 2014" konnte das Theater Neu-Ulm ein ausgesprochenes erlesenes (man kann auch sagen: "handverlesenes") Publikum begrüßen, darunter den Programmverantwortlichen des Donaufestes, Dr. Volkmar Clauß, sowie den Neu-Ulmer CSU-Stadtrat Dr. Bernhard Maier.

Dazu hatten sich wirklich an Literatur Interessierte eingefunden - trotz dieses wunderbar warmen Sonnen-Sonntags, der die Massen an die Donau zu den (Freiluft-) Festival-Angeboten lockte. Selbst Dr. Clauß, der nun in der Wolle gefärbte (ehremalige Intendant des Ulmer Theaters und anderer Bühnen, zum Beispiel Kiel), gestand: "Unter normalem Umständen würde ich bei einem solch tollen Wetter mit derartigen Freiluft-Angeboten auch nicht in ein Theater gehen."

Bei diesem Chaoslesen Spezial hatten die beiden Kooperierenden Heinz Koch (Theater Neu-Ulm) und Florian L. Arnold (u.a. Betreiber der GriesbadGalerie) auf der Pfanne: Kurzweiliges aus neun Sparten, Kopfbedeckungen mit komischen Attitüden, Kurzhörspiele und Giftschrank-Schrecken, dazu mit Walter Baco einen Gast am Piano, der die notwendigen Melodien für das literarische Lotto lieferte, in eigene eigene Kompositionen eingeflochtene Motive wie die "blaue Donau" oder auch die "Moldau" zum Beispiel. Zu dumm, dass wirklich keiner die österreichische Nationalhymne erkannte. Der Bonuspreis konnte also nicht vergeben werden.

Herzstillstand, wenn vom Zufallsgenerator der "Giftschrank" herausgefiltert wird und die Zuschauerin, welche die eingespielte Melodie erkennt und daraufhin die "Unterste Schublade" und daraus das schwarze Buch wählt. Das ist so ziemlich das Unterirdischste, was kommen kann, hat so gar nichts von Literatur, sondern viel von politischem Ungeist, verbrochen von einem Verfasser, der den Donauländern Deutschland und Österreich gleichzeitig zuzuordnen ist - und nicht nur den beiden Ländern unsagbares Unheil gebracht hat.

Natürlich war der Wiener Multikünstler Baco (Komponist, Musiker, Autor, Verleger, Choreograph und Theaterleiter) auch eine hervorragendes "Lebendes Gästebuch", verabreichte einige Kostproben aus seinem reichhaltigen Oevre, am Ende als eine Zugabe aus seinem "Ratgeber wider die Vernunft", die flakiert wurde durch eine Arnoldsche Auslassung zum Thema "Theaterhusten". Kooperationspartner des ChaosLesen Florian L. Arnold hatte außerdem vorbereitet eine Literaturliste zum Abschmökern der literarischen Leckereien, welche die Lese-Chaoten im Bühnenbild versteckt hatten!

Mehr Fotos (und ausführlichere Bildunterschriften) auf einer ohne Registrierung zugänglichen facebook-page.

Ein schönes posting zum "ChaosLesen Spezial: Die Donau" im Literatur-blog des Donaubüro.

Eine Besucherin schreibt auf dem "Publikumsstimmen-blog" (des Theater Neu-Ulm):

"ich war das erste Mal beim Chaos-Lesen, wusste nicht, was mich erwartet und war sehr angetan. Die kurzen Ausschnitte aus den sehr unterschiedlichen Büchern machen sehr oft Lust zum Weiterlesen (manches wirkt auch erst durch die humorvolle und ausdrucksstarke Interpretation der Vortragenden). Die musikalische "Untermalung" war abwechslungsreich und richtig gut. Nur schade, dass sich so wenig ins Theater trauten! Da möchte man den Künstlern doch ein zahlreicheres Publikum gönnen und wünschen!
Einen herzlichen Dank für den sehr unterhaltsamen und anregenden Abend und gute Erholung in der Spielpause!"
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