Brettl-Spitzen auf dem Weg zur Kult-Tradition!

Wann? 02.02.2014 19:45 Uhr

Wo? Bayerisches Fernsehen, Floriansmühlstraße 60, 80939 München DE
Jürgen Kirner, Couplet AG (Foto: © Bild: www.muenchner-turmschreiber.de CC)
 
Logo Bayerisches Fernsehen (Foto: © Bild: www.br.de CC)
 
histrorische Postkarte des Festsaales im Hofbräuhaus am Platz'l (Foto: © Bild: www.akpool.de CC)
München: Bayerisches Fernsehen | Nach der gefeierten Premiere 2012 knüpfte die zweite Folge des BR-Formates “Brettl-Spitzen – die Volkssängerrevue“ nahtlos daran an, das Volkssänger derzeit ein Revival erleben und voll im Trend liegen.
Nach dem Umzug aus dem Münchner Haupt’ der königlich privilegierten Hauptschützengesellschaft München von 1406 lud Gastgeber Jürgen Kirner am 20. und 21. November zur Fernsehaufzeichnung (Sendetermin: 02. Februar 2014, 19.45 im Bayerischen Fernsehen) in den Festsaal des traditionsreichen Hofbräuhaus am Münchner Platz’l, um unter Regisseur Edgar Burghardt die Zeit von Bally Prell zum Leben zu erwecken.

Dieses und viele andere Münchner Originale werden neben dem Münchner im Himmel, erneut und ebenso wie das restlos begeisterte Saal-Publikum, ihre helle Freude gehabt haben, dass die Erinnerung daran auflebte, als München noch von seinem eigenen Charme und nicht der Uniformität H&M, Döner, Aldi, etc. geprägt wurde.

Schnell wurde klar, dass der kongeniale – wie Insider wissen, ist es keine Wirtschaftsform, sondern die Arterhaltungsgesellschaft dieses Alt-Münchner Liedgutes – Couplet AG Frontmann, Jürgen Kirner, mit seinem unermüdlichen Engagement für die Münchner Tradition hier, wie bei der Brunniade am Viktualienmarkt, welche im Sommer ebenfalls das zweite Mal stattfand, oder der Münchner Vorstadthochzeit anno 1905, wie auch als Mitglied der Turmschreiber, eigentlich einen Auftrag an das Publikum richtet: beim Bayerischen Rundfunk dafür zu votieren, dass es zu einer Dauereinrichtung wird.

Kanal Fatal Sekretärin Veiglmeier, Gabi Lodermeier, erschien zur Künstlerlinnen-Vorstellung im Mantel und erläuterte Norbert Heckner, Vielen als Erwin Huber Double vom Nockherberg bekannt, seine Rückfrage dazu in dem ihr eigenen Humor als ihrem Verständnis von warm up, ehe mit dem Saal Kehrverse der Münchner Gstanzl in Coupletform eingeübt wurden und Franz Gericke mit der Reibestimme des Louis Armstrong Cabaret als Abschluss zum Besten gab.

Veronika von Quast im Duett mit Jürgen Kirner starteten den Abend nach dem Eröffnungslied aller KünstlerInnen mit dem Titel “Jessas, jessas mir ham g’lacht“, dem sich Blecherne Saitn aus Schnaittenbach mit “Alte ruck’s Geld, i will ins Wirtshaus geh’n“ nach der Melodie von down by the riverside anschloss.
Bettina von Haken, die “Frau aus dem Volke“ definierte sich als Bayerns quasi größter, selbst die LB vergessen lassender Geldschrank, da sie Alkohol als beste Anlageform sieht (Nirgendwo gibt es mehr Prozente!) und in sie schließlich so Einiges hinein passe und gab mit Bianca Bachmann “A Bier will i ham“ zum Besten.
Norbert Heckner stimmte – mit seinem Akkordeonpartner Helmut Knesewitsch das Duo Isarmärchen – das legendäre “I bin der Stolz von der Au“ an, ehe Bianca Bachmann und Jürgen Bachmann mit “Beamtenpatenschaften“ einen Tipp für die Steueroptimierung gaben.
Frau Vroni bot aus ihrer Privatsammlung einen nicht mehr benötigten Kümmerer-Typ zur Patenschaftsübernahme an und überzeugte mit einem “beschwipsten“ Lied, dem Gabi Lodermeier folgte und sich als technisch nicht so up to date Frau präsentierte.
Das zum heimlichen Publikumsliebling avancierende Duo Zwiadfach aus Deining resümierte zum Eheverlauf, ehe Jürgen Kirner als “Rasso vom Inkasso“ brillierte und Bettina von Haken und Veronika von Quast in einem Sketch anlässlich einer Trauung von Bet- zu Lästerschwestern mutierten.
Den von der Couplet AG persiflierten Latte Macchiatto Müttern schlossen sich Berni Filser und Bernhard Gruber unterstützt von der reizenden Geigerin Katharina Baur und Florian Burgmayr an der Tuba mit einem Instrumentalstück zur Atempause des Publikums an, wie sie auch erweitert um Florian Burgmayr am Klavier, sowie Bernhard Gruber an Ziach und Maultrommel gekonnt und stimmungsvoll für die musikalische Zwischentöne und Untermalungen sorgten.
Anton-Leiss Huber aus Altötting als Luggi mit dem Giesinger Apachen folgte, Ingrid und Franz Gericke mit Marina Regler, das Trio Blecherne Saitn, boten “Griaß Di Gott, Du alte Hütt’n“, ehe Bianca Bachmann in ihrem Solo mit dem Refrain des von Karl Valentin für Liesl Karlstadt geschrieben Chinesischen Couplet echte Publikumsherausforderung stellte, dem noch ein
Schnellkurs für Oberpfälzer Sangeskurs folgte, ehe Jürgen Kirner über das “Hehneraug“ sinnierte.
Gabi Lodermeier und das Duo Isarmärchen brachten 100 Jahre alte Münchner Gstanzl zu Gehör, wobei sich bzgl. deren Inhalt kaum Etwas geändert hatte, wie wohl auch die Gültigkeit der Aussagen des Duo Zwiadfach zur richtigen Partnerwahl die Jahrzehnte überdauern.
Bettina von Haken und Veronika von Quast wussten in einem weiteren Sketch als Ratsch’n an einer Grabstätte u. A., “dass wenn man so Oane zu Haus hat, man keinen Kreuzweg mehr beten muss!“.
Das milderte Anton-Leiss Huber als Luigi von Giesing mit der fragenden Feststellung “Waren Sie schon mal in mich verliebt, das ist das Schönste, was es gibt?!“ ab, ohne dass Frau Vroni deshalb Klarheit zu ihrer Frage “Warum spricht man immer nur von den anderen Frau’n und will auf mich nicht schaun?“ erlangte. Damit war nochmals ein Musikstück zum Durchschnaufen des Publikums angesagt, dem Jürgen Kirner das Dua Zwiadfach mit dem Hinweis ansagte, das Bayern viele Touristikattraktionen habe, aber eben auch die Oberpfalz und sich dann mit der Couplet AG und “Dampfstrahler“ selbst auf Familienbesuch nach Niederbayern begab, sowie mit Bianca Bachmann mittels Wasserpistolen das Publikum auch physisch einbezog. Mit einem gerüttelt Maß an Selbstironie trug Blecherne Saitn “War er weg, dieser Speck, dat’s uns besser gehen“ vor und lieferte die bezaubernde Marina Regler an der Zither den augenscheinlichen Beweis, dass Dauerknutschen eben doch ein probates Abnehmmittel ist. Veronika von Quast schloss ihre “Wünsche“ an und meisterte einen – wie sie einstreute – gar nicht dazu gehörenden Ausrutscher in höchster Professionalität.
Dr. Kudernack, eine der vielen Paraderollen von Jürgen Kirner, fragte “Ham’ Sie vielleicht meine Rente gseh’n“ und bat es dann nicht er Frau Merkel zu verraten, ehe die Couplet AG ihre Forderung “Wir wollen keine Riesterente, wir wollen Riester’s Rente ham!“ aufstellte.
Mit einem gemeinsamen “Ois, bloas koa Wasser net“ verabschiedeten sich alle KünstlerInnen und wiederholten dieses Stück als frenetisch geforderte Zugabe.

© Bild: www.muenchner-turmschreiber.de CC – Jürgen Kirner, Couplet AG
© Bild: www.br.de CC – Logo Bayerisches Fernsehen
© Bild: www.akpool.de CC – histrorische Postkarte des Festsaales im Hofbräuhaus am Platz'l
© Bild: www.trikont.de CC – Bally Prell

Erich Neumann, freier Journalist über VZB Verband
der Zeitschriftenverlage in Bayern e. V. www.v-z-b.de
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