der 30. August

der Tag der Verschwundenen


aufmerksam wurde ich auf diesen Tag durch den Teletext der ARD, und konnte eigentlich wenig damit anfangen,

denn sogenannte Thementage gibt es so einige,

den Tag der offenen Tür
einen internationalen Anti-Korruptions-Tag
den Tag des Baumes
den Linkshändertag, usw.

nun also auch ein Tag der Verschwundenen,

doch dann las ich, dass es anlässlich dieses Tages mehrere Demonstrationen in Berlin gibt, und es ginge darum, an Menschen zu erinnern, die in Afrika und anderswo spurlos verschwunden sind, und man demonstriert nicht nur in Berlin, sondern weltweit jedes Jahr um diese Zeit,

ausgelöst durch die Aktion einer Menschenrechtsgruppe aus Lateinamerika im Jahr 1981

irgendwann nahm sich die UNO durch ihre Generalversammlung der Sache an, und erklärte diesen Tag zum "Internationalen Tag der Verschwundenen"
nahm ihn in die Kategorie "Welttag" auf, mit den Schwerpunktthemen:

Gesellschaft , Politik , Recht und Unrecht,
und "gefeiert" wird der Tag seit 2011

worum geht es hier eigentlich,

Grundlage ist die Resolution 61/177 und einiger anderer der UN-Generalversammlung vom 20. Dezember 2006, mit der sie das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen verabschiedete, mit dem Hinweis Grundsatzkatalog für alle Staaten,

hier wird erklärt, um welche Menschen, und um welche Schicksale es geht, und dagegen zu tun sei


........ein Auszug aus der Resolution folgt nach Ende dieses Artikels......


doch bei diesem Thema geht es nicht nur um "große Politik",

wenn Menschen einfach verschwinden,
nicht mehr da sind, und zwar so, als hätte sie es nie gegeben,

das passiert leider um uns herum, und hier sind keine Todesfälle gemeint,

wenn sich Menschen trennen, kann das normaler Alltag sein,

da verlassen Kinder ihr Elternhaus, um ihr eigenes Leben zu haben

aber auch Verlobungen werden gelöst,
und Ehen geschieden,

oder es kommt erst gar nicht dazu,

es war zu Ende, ehe es begann,
heißt es dann

all das muss nicht immer ein verschwinden sein,

doch auch das gibt es immer wieder,

nach einem Streit, der Wunden reißt, die nicht mehr zu heilen sind

wenn er noch Zigaretten holen geht, und nie wieder kommt,

wenn ein Kind von der Schule nicht mehr heimkommt

wenn er nach Haus kommt, und findet die Wohnung leer,

und einen Zettel findet auf dem steht:

"Such mich nicht"

oder einen Abschiedsbrief ohne Absenderadresse erhält

dieses Verschwinden findet - hoffentlich eher selten - um uns herum statt,

das Verschwinden von Menschen, von dem die UNO spricht, hinterlässt sicherlich Schmerz und Verzweiflung und nicht nur heute,

das "Verschwinden" - um dieses Wort noch einmal zu bemühen - von Menschen in der Form, wie ich es beschrieben habe, bringt uns das gleiche,

aber einen speziellen Gedenktag gibt es dafür nicht

wie denn auch

doch hier gab es wohl eine Vorgeschichte, die es besser nicht gegeben hätte,

was alle vielleicht gemeinsam haben, ist die Hoffnung

Gerd Szallies



Auszug aus der UNO-Resolution

man ist höchst besorgt über die Zunahme des Verschwindenlassens von Personen in verschiedenen Regionen der Welt, einschließlich Festnahmen, Entzugs der Freiheit und Entführungen, wenn diese Teil eines Verschwindenlassens sind oder diesem gleichkommen, sowie über die wachsende Zahl von Berichten über die Drangsalierung, Misshandlung und Einschüchterung von Zeugen des
Verschwindenlassens oder von Angehörigen verschwundener Personen, daran erinnernd, dass in dem Übereinkommen dargelegt wird, dass jedes Opfer das Recht hat, die Wahrheit über die Umstände des Verschwindenlassens, den Verlauf und die Ergebnisse der Untersuchung und das Schicksal der verschwundenen Person zu erfahren, und dass die Vertragsstaaten verpflichtet sind, die zu diesem Zweck geeigneten Maßnahmen zu ergreifen,
in der Erkenntnis, dass in dem Übereinkommen das Verschwindenlassen von Personen unter bestimmten Umständen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt wird, sowie in der Erkenntnis, welche wertvolle Arbeit das Internationale Komitee vom Roten Kreuz dabei leistet, die Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf diesem Gebiet zu fördern, anerkennend, dass das Inkrafttreten des Übereinkommens und seine Durchführung ein bedeutsamer Beitrag zur Beendigung der Straflosigkeit und zur Förderung und zum Schutz aller Menschenrechte für alle sein wird, es begrüßend, dass in den vergangenen Jahren in vielen Ländern der Welt der 30. August als Internationaler Tag der Opfer des Verschwindenlassens begangen wurde, 1. begrüßt die Verabschiedung des Internationalen Übereinkommens zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen302;

2. begrüßt es außerdem, dass das Übereinkommen von siebenundachtzig Staaten unterzeichnet wurde und dass einundzwanzig es ratifiziert haben beziehungsweise ihm beigetreten sind,

sodass es am 23. Dezember 2010 in Kraft treten kann, und fordert diejenigen Staaten, die das Übereinkommen noch nicht unterzeichnet und ratifiziert haben beziehungsweise ihm noch nicht beigetreten sind, auf, dies mit Vorrang zu erwägen und die in den Artikeln 31 und 32 des Übereinkommens vorgesehene Option betreffend den Ausschuss über das Verschwindenlassen zu erwägen

soweit die 302 Resolution 61/177,- Auszug - Anlage. Amtliche deutschsprachige Fassung: dBGBl. 2009 II S.
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8 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.08.2016 | 17:54  
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Romi Romberg aus Berlin | 30.08.2016 | 18:12  
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Gerd Szallies aus Laatzen | 30.08.2016 | 18:58  
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Romi Romberg aus Berlin | 30.08.2016 | 20:49  
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Christel Löhle aus Wedemark | 31.08.2016 | 19:18  
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Christel Löhle aus Wedemark | 01.09.2016 | 10:53  
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Gerd Szallies aus Laatzen | 01.09.2016 | 12:00  
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Christel Löhle aus Wedemark | 01.09.2016 | 13:08  
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