In Weierbach Naschen und Menschen in Not helfen

Vorstandsvorsitzender Emil Morsch, Globus-Geschäftsleiter Michael Rübel und Sabine Fillmann bei der Scheckübergabe der Schaumkussaktion in Weierbach.
 
Unter der kostenlosen Hotline 0800 - 76 67 724 sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar.
Idar-Oberstein: Globus |

Wie süß helfen sein kann, haben Globus-Kunden während den „Globiläumswochen“ gezeigt: Für 6 500 Euro haben die Helfer beim Globus Handelshof in Weierbach Schaumküsse für den guten Zweck gekauft. Viele von ihnen setzten außerdem mit der Typisierung als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung ein Hoffnungszeichen für Leukämiekranke. Die Schokokuss-Käufer bestimmten, an wen der drei vorgestellten Einrichtungen sie ihre 50 Cent pro Schaumkuss spenden. Auf 10 000 Euro hat die Globusleitung die Spendensumme erhöht. Jetzt übergab der Geschäftsleiter Michael Rübel die Spenden: 4000 Euro an die Stefan-Morsch-Stiftung, 3 700 Euro an die Soonwaldstiftung „Hilfe für Kinder in Not“ und 2 300 Euro an den Tagesaufenthalt „Horizont“.



Ein wichtiges Anliegen ist dem Geschäftsleiter die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke, deswegen rief er im Vorfeld der Benefizaktion gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld zur Typisierung als Stammzellspender auf. Und er hat sich auch als möglicher Lebensretter registriert. Einen Fingerhut voll Blut ließ er sich zur Typisierung abnehmen. Er weiß, wenn die Behandlung mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung nicht ausreicht, ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Chance für den Patienten im Kampf gegen Blutkrebs. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein
passender Stammzell- oder Knochenmarkspender zur Verfügung stellt.

Seine Blutprobe und die der typisierten Globus-Kunden, werden im Labor der Stiftung auf ihre genetischen Gewebemerkmale, die HLA-Werte, untersucht und in der Datei gespeichert. Unter einer anonymisierten Spendernummer werden sie im Anschluss an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, wo die weltweiten Suchanfragen für die Patienten eingehen. Die Daten der Spender stehen dann bis zu deren 61. Lebensjahr für weltweite Suchanfragen der Transplantationskliniken zur Verfügung.

Emil Morsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stammzellspenderdatei freut sich über das Engagement der Globus-Filiale und ihrer Kunden: „Jede Typisierung kann für einen Leukämiepatienten die letzte Hoffnung auf Leben sein. Die Registrierung, die für die potenziellen Spender kostenlos ist, verursacht jedes Mal Laborkosten von rund 50 Euro. Die Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten nicht. Nur mit Spendengeldern können wir die Blutuntersuchungen finanzieren und helfen.“

Antworten auf die drei häufigsten Fragen:

Was ist Leukämie?
„Leukämie“ ist der Oberbegriff für eine ganze Gruppe von Erkrankungen des blutbildenden Systems. Das Blut setzt sich aus Zellen (Blutkörperchen) und einer Flüssigkeit, dem Blutplasma, zusammen. Bei den Blutkörperchen werden dabei drei Arten unterschieden: die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Alle Blutzellen haben abhängig von ihrer Funktion eine begrenzte Lebensdauer. Im Knochenmark entstehen daher aus so genannten Blutstammzellen durch Zellteilung oder Reifungsschritte ständig neue Blutzellen, die dann in den Blutkreislauf übertreten. Bei einer Leukämie kommt es zu einer starken Vermehrung von weißen Blutkörperchen, insbesondere der noch funktionsuntüchtigen, jugendlichen Vorstufen. Diese Leukämiezellen verdrängen die normale Blutbildung im Knochenmark. Das stört den normalen Ablauf der Blutbildung und führt zu einem Mangel aller Arten gesunder Blutzellen. Dabei führt die Verminderung roter Blutkörperchen zu Blässe und Leistungsschwäche und die Verminderung der Blutplättchen zu vielen blauen Flecken oder schwer stillbaren Blutungen (Nasenbluten). Das Fehlen gesunder weißer Blutkörperchen führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.
Abhängig von der Art der weißen Blutkörperchen aus denen die Leukämiezellen hervorgehen, unterscheiden die Mediziner zwischen myeloischen und lymphatischen Leukämien. Beide Leukämiearten können jeweils eine akute oder chronische Verlaufsform annehmen. Akute Leukämien entwickeln sich sehr rasch und ohne Behandlung tritt hier innerhalb weniger Wochen ein lebensbedrohlicher Zustand ein. Im Gegensatz dazu sind chronische Leukämien schleichende Erkrankungen, bei denen der Patient über Monate und Jahre symptomarm bleiben kann.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient einen passenden Spender findet?
Die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen kompatiblen Stammzellspender zu finden, liegt in der Größenordnung von 1:10.000 und 1:1.000.000 und ist abhängig von den für eine Transplantation relevanten Gewebemerkmalen (HLA-Werten) des Patienten. Je genauer die Übereinstimmung zwischen den Merkmalen dieses DNA-Teilstückes des Spenders und denen des Patienten ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten für eine Stammzelltransplantation.

Was passiert bei einer Stammzellentnahme?
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.


Die Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von ca. 380 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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