Children of Eden in der St. Michaelis-Kirche in Hildesheim

von Uta Kubik-Ritter aus Uetze | am 17.07.2010 | 997 mal gelesen | 5 Kommentare | 9 Bildkommentare | 18 Bilder
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Farbenfroh geht es im zweiten Teil des Musicals zu ...
 
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Gewaltig erhebt sich der Turm von St. Michaelis in den blauen Sommerhimmel.

Hildesheim: St. Michaelis-Kirche | Pünktlich zum 1000-jährigen Bestehen ist die Restaurierung der St. Michaelis-Kirche abgeschlossen worden. St. Michaelis gehört zusammen mit dem Dom seit 1985 zum Weltkulturerbe der UNESCO. 2010 ist ein Jahr mit vielen Veranstaltungen und Feiern anlässlich dieses Jubiläums.

Ein Highlight ist die Aufführung des Musicals Children of Eden von Stephen Schwartz und John Caird. Das TfN (Theater für Niedersachsen) inszeniert das Musical in deutscher Erstaufführung zu diesen Feierlichkeiten und in der deutschen Fassung von Christian Gundlach. 15 Aufführungen finden im Juli 2010 statt. Das Musical aus einem Mix von Pop, Folk, Rock, Reggae und Gospel ist für Jung und Alt ein Erlebnis. Die Aufführungen dauern mit Pause drei Stunden und beginnen jeweils um 20.00 Uhr.

Ich empfand es als angenehm, Plätze in der zweiten Reihe gebucht zu haben. Der Klang- und Sehgenuss war ein Erlebnis und ich hatte das Gefühl mitten im Paradies zu sein. Und als im zweiten Teil des Musicals die Geschichte von der Arche erzählt wurde, „überschwemmte“ uns das Wasser in Form eines blauen Tuches.

Zur Handlung des Musicals:
Nachdem Gottvater Himmel und Erde schuf, fügte er zum Schluss – damit er sich nicht langweilt – zwei Menschen hinzu: Adam und Eva, seine Kinder. Sie leben vergnügt im Garten Eden, geben allen Tieren Namen. Eva aber will mehr; sie stellt Fragen über Fragen und sucht nach Antworten. Schließlich isst sie einen Apfel vom Baum der Erkenntnis.

Doch Gott möchte – wie alle Eltern – dass seine Kinder erwachsen werden.
Diese Handlung zieht sich wie ein roter Faden durch das Musical. So werden Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben und es kommt zum Mord zwischen Kain und Abel.
Und auch Noah schwankt zwischen Gehorsam zu Gottvater und dem Glück seines jüngsten Sohnes Jafet zu Yonah.

Absolut beeindruckt war ich von Maureen Wyse, der Darstellerin der Eva und Mama Noah. Sie hat sich nämlich einen Tag vor unserer Aufführung eine Fußverletzung zugezogen und stand mit Fußschiene und Gehhilfe auf der Bühne. Das tat aber ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrer Ausdruckskraft überhaupt nicht im Wege.
Ebenso brillierten Frank Brunbet als Adam / Noah und Chris Murray als Gottvater.

Die weiteren Darsteller waren
Frederik Wickerts als Kain / Jafet
Jens Plewinski als Abel / Ham / Schlange
Anton Perez als Set / Sem / Schlange
Merle Hoch als Aphra / Schlange
Michaela Linck als Aysha / Schlange
Wiebke Wötzel als Yonah / Schlange
Jens Krause als Erzähler
Annika Dickel als Erzählerin
Jan-Niclas Falke als Kain (Kind)
Levi Grün als Abel (Kind)

Craig Simmons sagt in einem Interview auf die Frage, ob Children of Eden ein religiöses Musical sei: „Das kommt darauf an, was man darunter versteht. Wenn es bedeutet, dass man auf der Suche nach der Wahrheit ist, nach einer Begründung unserer Existenz, dann ist das Stück zutiefst religiös. Wenn man es ideologisch sieht, ein bestimmtes Dogma oder eine bestimmte Religion meint, dann ist Children of Eden nicht als religiös zu bezeichnen.“
Simmons sagt weiter: „Children of Eden handelt von Liebe, nicht zwischen Mann und Frau, sondern zwischen Eltern und Kindern.“

Man muss sich einfach einlassen auf ein besonderes Musical; auf die Sänger und die Texte, die sie so ganz anders vortragen als wir es aus der Bibel kennen. Man muss sich einlassen auf die Musik, von der Craig Simmons sagt, dass sie typisch Stephen Schwartz sei. Oft klingt es wie ein Oratorium, dann wieder wie ein Kinderlied, wenn Adam und Eva durch den Garten Eden wandeln.

Ich habe mich auf die ‚Paradieskinder‘ eingelassen …

Vergessen möchte ich an dieser Stelle nicht meinen besonderen Dank für die Fotogenehmigung an das Theater für Niedersachsen sowie für die Genehmigung der Veröffentlichung offizieller Pressefotos.

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Zur Michaeliskirche:
Grundsteinlegung als Kloster- und Wallfahrtskirche war 1010; ihr geometrischer Bau gilt als Abbild des „himmlischen Jerusalem“. Geweiht wurde das Gotteshaus am 29. September 1022 durch Bischof Bernward, der am 20. November d.J. stirbt und in der Krypta begraben liegt. Noch heute gehört die Krypta der katholischen Kirche, obwohl nach er Reformation St. Michaelis lutherische Pfarrkirche wurde.

1809 schloss man die Kirche und nutze die Räumlichkeiten als Heu- und Strohlager; eine Seilerwerkstatt zog ein.
Die Rettung kam 1855/57 durch eine Renovierung.

Bei dem großen Bombenangriff am 22.03.1945 wurden weite Teile Hildesheims zerstört, so auch die Michaeliskirche. Allerdings wurden zu Kriegsbeginn die Bilderdecke ausgelagert und die Engelchorschranke eingemauert.

Bis 1960 erfolgte dann der Wiederaufbau in der ursprünglichen bernwardinischen Form und 2005 begannen die grundlegenden Renovierungen für das 1000-jährige Jubiläum, das 2010 begannen wird und unter dem Motto steht: „Gottes Engel weichen nie“, einem Zitat aus der Michaeliskantate von Johann Sebastian Bach.

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