Ausflugstipp Harz: Das Welfenschloss Herzberg
Herzberg am Harz: Schloss | Die Wiege des Hannoverschen Welfenhauses steht in Herzberg am Harz. Hoch über der Stadt thront die vierflügelige Anlage. Über das Torhaus betreten Sie durch einen weiteren Torbogen den Innenhof des Schlosses Herzberg. Sofort fällt Ihnen der wunderschöne Uhrenturm auf. Anhand der verschiedenen Baustile kann die lange Geschichte des Schlosses verfolgt werden. 1154 erstmals urkundlich erwähnt, fällt das Schloss (damals noch Burg) Herzberg 1158 durch eine Schenkung zwischen Barbarossa und Heinrich dem Löwen an die Welfen. Ursprünglich war Herzberg als Jagdhaus gedacht gewesen, was sich auch in dem alten Namen Hirschberg und dem steigenden roten Hirsch im Stadtwappen widerspiegelt. Das Fürstentum Grubenhagen, zu dem das Schloss Herzberg gehörte, fällt 1617 an das Fürstentum Lüneburg (Celle). Nach dem Tode Herzogs Wilhelm dem Jüngeren einigen sich die Söhne darauf, das Erbe nicht mehr wie sonst zu teilen, sondern per Los zu entscheiden, wer die Lüneburger Linie fortführen soll, um eine weitere Zerteilung des Fürstentums zu verhindern. Georg von Calenberg der jüngste Sohn Herzog Wilhelms darf nun als einziger standesgemäß heiraten.Er erhält Herzberg als Apanage und bekommt mit seiner Frau Anna Eleonore auf Herzberg vier Töchter und vier Söhne: Christian Ludwig (1622 – 1665), Georg Wilhelm (1624 – 1705), Johann Friedrich (1625 – 1679) und Ernst August (1629 – 1698) erblicken hier als ihre Söhne das Licht der Welt.
1636 verlässt Georg von Calenberg Herzberg und wählt Hannover als seine Residenzstadt. Seine Söhne kehren immer wieder zu Jagden und um ihre Mutter zu besuchen, die Herzberg nach dem Tode ihres Mannes als Witwensitz wählte, nach Herzberg zurück. Ernst August wird später Kurfürst von Hannover, sein Sohn Georg Ludwig geht als englischer König Georg I. auf den Thron. Georg Wilhelms Tochter Sophie Dorothea geht als „Prinzessin von Ahlden“ in die Geschichtsbücher ein. Sie wird von ihrem Mann und Cousin Georg Ludwig nach einer Affäre mit dem Grafen Königsmarck für den Rest ihres Lebens in den kleinen Ort in der Heide verbannt.
Herzog Christian Ludwig lässt auf Herzberg von 1662 bis 1665 den Sieberflügel des Herzberger Schlosses bauen. Heute ist in diesem Flügel das Amtsgericht Herzberg untergebracht, ursprünglich war dieses Gebäude allerdings als Stall und zur Unterbringung des Gesindes geplant. Auch den Herzberger Schlossturm gab Christian Ludwig in Auftrag. Herzogin Anna Eleonore hatte auf Herzberg ihren Witwensitz. Ihr Sohn Christian Ludwig schenkte ihr für den Grauen Flügel die Herzberger Jagdtapete. Bei der Herzberger Jagdtapete handelt es sich um mehrere große Ölgemälde auf Leinwand, die Anna Eleonores Söhne mit Jagdgesellschaft bei der Falkenjagd zeigen. Das Original ist heute im Fürstenhaus Herrenhausen-Museum in Hannover zu bewundern. (Besichtigungen im Fürstenhaus Herrenhausen-Museum sind nur nach telefonischer Vorbestellung für Gruppen ab 10 Personen möglich! Informationen und Telefon-Nr. gibt es auf der Homepage des Fürstenhaus Herrenhausen-Museums.) In Herzberg sehen Sie eine gedruckte Kopie der Jagdtapete.
1714 wurde Herzberg als Residenz aufgegeben. Ende des 19. Jahrhunderts zog das Amtsgericht auf dem Schloss ein. Neben dem Amtsgericht ist heute auf dem Herzberger Schloss ein Restaurant untergebracht. Der Rittersaal wird für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Hier hängt auch ein Gemälde von Herzog Georg von Calenberg, das ursprünglich als Deckengemälde im Leineschloss Hannover zu bewundern war. Im Museum Schloss Herzberg nebenan gibt es neben der Geschichte der Welfen eine Ausstellung zur Herzberger Gewehrmanufaktur und zum Orgelbauer Engelhardt. In der oberen Etage des Museums finden Sie Informationen von der Niedersächsischen Landesforstverwaltung über die Entwicklung des Harzer Waldes vom Urwald zum Wirtschaftswald. Ein Höhepunkt des Museums ist sicherlich das Faksimile des Evangeliars Heinrichs des Löwen. Doch auch die Stammtafel der Welfen und eine Aufstellung des Hofstaates in Herzberg sind hier ausgestellt. Kinder können mit Bauklötzen ihre eigene Ritterburg bauen oder mit Feder und Tinte wie anno dazumal Briefe schreiben. Auch an kleine Prinzessinnen und Mägde ist im Museum gedacht worden. Sie dürfen während des Besuches auf Schloss Herzberg mit entsprechender Bekleidung durch die Ausstellung wandeln.
Das Museum Schloss-Herzberg ist vom 1. April bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 13.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Im Winter gelten andere Öffnungszeiten. Weitere Informationen gibt es über die Homepage der Stadt Herzberg. Erwachsene zahlen 2,-€, Kinder 1,50€ Eintritt. Eine Familienkarte kostet 5,-€.
Quelle: "Schloss Herzberg und seine Welfen" von Hans Grüneberg, Wikipedia, Homepage des Museums Schloss-Herzberg, Homepage der Stadt Herzberg
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