Der leukämiekkranke Benno hat 1930 Menschen zu potenziellen Lebensrettern gemacht

Benno ist fünf Jahre alt. Er braucht einen Stammzellspender. Deshalb kann man sich auch nach der Typisierungsaktion in Hauenstein auch über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung online als potenzieller Lebensretter registrieren lassen.
 
Die Feuerwehr Hauenstein, der DRK Ortsverband und das THW haben zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, die Typisierungsaktion für Benno organisiert.
 
1930 Menschen ließen sich am Sonntag, 12. Oktober 2014 in der Wasgau-Halle in Hauenstein als Stammzell- bzw. Knochenmarkspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke, registrieren.
Hauenstein: Feuerwehr Hauenstein |

„Unser Superheld sagt DANKE!“ steht auf einem kleinen Dankeskärtchen, das man heute in Hauenstein nahezu in jeder Hosentasche oder an jeder Pinnwand findet. Der Superheld ist der leukämiekranke Benno, ein fünfjähriger Junge, der seit mehr als einem Jahr gegen den Blutkrebs kämpft. Wegen ihm standen am vergangenen Sonntag Tausende Menschen in der Wasgau-Halle in Hauenstein Schlange, um sich als potenzielle Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren zu lassen. So können nun 1930 neue Stammzellspender in der weltweit vernetzten Stammzellspenderdatei aufgenommen werden.

Bennos Eltern haben die Kärtchen mit den Daumenabdrücken ihres Jungen drucken lassen - nicht nur, um den 1930 Menschen zu danken, die sich freiwillig registrieren ließen. Sascha Brunner, stellvertretender Wehrführer der Hauensteiner Feuerwehr, bei dem organisatorisch die Fäden zusammenliefen, erzählt auch: „Wen auch immer wir gefragt haben, hat geholfen.“ Er nennt nur ein paar Beispiele, möchte aber von hunderten kleiner und großer Geschichten berichten, die er im Vorfeld und bei der Typisierung erlebt hat: „Fußballteams kamen extra vor dem Spiel, um sich gemeinsam mit ihren Gegnern registrieren lassen. Ich habe das Gefühl, dass sämtliche Feuerwehrmänner und –frauen aus dem Kreis Südwestpfalz und der südlichen Weinstraße kleine Pflaster an den Armen kleben hatten, weil sie bei der Blutabnahme waren. Rettungssanitäter, die zur Typisierung da waren, haben spontan bei der Blutabnahme geholfen. Es war Klasse!“
Schon im Vorfeld hatte das Netzwerk der Hilfe in der Pfalz funktioniert. Nicht nur auf Facebook wurde der Aufruf zur Typisierung geteilt. Die örtlichen Vereine wie der SC und der TV Hauenstein und viele Firmen haben ihre Mitglieder und Mitarbeiter über „Benno braucht einen Lebensretter“ informiert – auch die kommunalen Behörden und die Polizei. „Neben der Feuerwehr, dem THW und dem DRK Hauenstein haben ganz viele helfende Hände diese Aktion möglich gemacht“, loben Bennos Eltern sowie Sascha Brunner und Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender und Gründer der nach seinem Sohn benannten Stiftung. Da wurden Plakate gedruckt und verteilt, Tische und Bänke organisiert, Spendendosen aufgestellt und mehr als 120 Kuchen gebacken. Schon Stunden vor Beginn der Veranstaltung kamen Menschen in die Halle, um die Ärmel hochzukrempeln und zu helfen. Und der Zulauf riss bis zum Abend nicht ab. Eine ganze Gruppe Mountainbiker hatte sich als Tagesziel vorgenommen: „Lebensretter werden!“ So standen sie am Ende des Tages ebenfalls in der Schlange, um sich als Stammzellspender registrieren zu lassen.
Die fast 2000 Blutproben wurden noch am selben Abend von Hauenstein nach Birkenfeld gebracht. Während Bennos Eltern auf einen passenden Stammzellspender hoffen, werden im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung die Gewebemerkmale der Hauensteiner Spender analysiert. Die Daten werden dann anonymisiert in das deutsche Zentralregister des ZKRD eingespeist, wo sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen. Emil Morsch: „Eine solche Typisierungsaktion hat immer nachhaltige Wirkung – vielleicht wird schon in wenigen Wochen oder Monaten ein Spender, der sich heute hat typisieren lassen, einem Menschen Hoffnung auf Leben schenken können.“ In jedem Fall aber bietet die Typisierung die Chance, dass nach Jahren, aber auch noch Jahrzehnte später Leben gerettet werden kann. Zugleich wird durch einen solchen Aufruf diese weitestgehend unbeachtete Form der Lebendspende in der Öffentlichkeit thematisiert. Mit jedem neu gewonnenen Spender wächst die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen wie Benno das Leben gerettet werden kann.“ Bennos Daumenabdrücke sollen nun in Hauenstein und Umgebung alle daran erinnern, welch großartige Leistung hier vollbracht wurde – nämlich, dass Menschen sich zusammengeschlossen haben, um ihm und anderen Leukämiekranken vielleicht das Leben zu retten.

Wichtig zu wissen:

Online Lebensretter werden Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) kann man sich auch nach der Typisierungsaktion „Benno braucht einen Lebensretter“ jederzeit als Stammzellspender erfassen lassen. Über den Online-Registrierungsbutton auf der Startseite kommt man zur Einverständniserklärung. Dort müssen eine Reihe von Gesundheitsfragen beantwortet werden, deshalb sollte die PDF „Wie werde ich Spender?“ vorab genau gelesen werden. Nach dem Ausfüllen der Einverständniserklärung bekommt man ein Registrierungsset mit genauer Anleitung zugeschickt. Für den Spender, der jünger ist als 40 Jahre, entstehen dabei keine Kosten. Geldspenden sind jedoch für Spenderdateien unverzichtbar, da jede Spenderregistrierung mindestens 50 Euro verursacht. Auch die Spendenkonten sind auf der Homepage nachlesbar. Über unsere gebührenfreie Hotline (08 00 - 766 77 24) können Sie weitere Informationen einholen. Weitere Infos findet man auch auf der Homepage oder über unsere Facebook-Seiten.
Was passiert bei einer Stammzellentnahme? Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.
Wie lange ist man in der Datei registriert? Registrierte Spender, die das 61. Lebensjahr vollendet haben, werden automatisch aus der Datei gelöscht.

Hintergrund: Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke – in jeder Frage. Leukämie – 11.000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen, mal der Sohn eines Vereinskameraden, mal der Bekannte eines Freundes – es könnte aber auch Ihr Kind, Ihre Frau, Sie selbst treffen.
Hilfe ist oft nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig als Stammzellspender und damit als potenzieller Lebensretter für Patienten zur Verfügung stellen. Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung dafür, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für einen Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Nur dann hat die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg bei Krankheiten, für die es ansonsten keine vergleichbaren Möglichkeiten der Heilung oder des Überlebens gibt. So vermittelt die gemeinnützige Stiftung täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der Spenderdatei als Lebensretter für Patienten weltweit.
Die Stiftung ist Teil eines Netzwerkes, das Menschen über alle Grenzen hinweg das Leben rettet. So ist die Stefan-Morsch-Stiftung an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) angeschlossen, in dem alle für die Suche nach einem passenden Spender relevanten Daten aus ganz Deutschland zusammenlaufen und damit weltweit zur Verfügung stehen. Aufgrund der internationalen Zusammenarbeit kann es sein, dass ein deutscher Patient Stammzellen aus Kanada erhält oder ein Stammzellspender in Deutschland für einen Erkrankten in Griechenland gefunden wird.
1
1
1
1
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.