Ich hab’s gelesen: „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach

Es gibt von Anfang an keinen Zweifel.

Der Rentner Fabrizio Collini hat den über 80jährigen, angesehenen Industriellen Jean-Babtiste Meyer im Hotel Adlon aufgesucht und brutal ermordet.

Dann geht er in die Lobby, lässt die Polizei holen und erwartet seine Verhaftung.

Auch dem ihm beigestellten Pflichtverteidiger, Caspar Leinen, erzählt er kein Wort über das Motiv seines Handelns.

Leinen ist noch sehr neu in seinem Beruf und versucht herauszufinden, warum die Tat geschah.

Nur so kann er eventuell eine mildere Strafe für den Angeklagten heraus holen.

Obwohl man von Anfang an den Tathergang und den Mörder kennt, die Geschichte bleibt immer sehr spannend.

Und schon bald stellt sich die Frage: Wer ist eigentlich das Opfer und wer der Täter?

Warum hat der umgängliche und immer unbescholtene Collini, als alter Mann, diese Tat begangen?

Mein Fazit:

Sehr lesenswert!

Der Autor ist Rechtsanwalt und gibt einen manchmal schon verstörenden Einblick in die Abläufe der deutschen Rechtsprechung.

Moral und Ethik sind da bis heute nicht selbstverständlich.

Das Buch, welches auf einem realen Fall basiert, gab einen Anstoß zum Umdenken in Deutschland.

Nach Erscheinen wurde im Bundesjustizministerium eine Kommission gebildet, die sich mit der Aufarbeitung von NS-Verbrechen beschäftigt.

Bei der Einsetzung wurde von der Bundesjustizministerin extra auf Herrn von Schirachs Buch verwiesen.
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Ingrid Wittich aus Mücke | 17.02.2014 | 12:10  
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