Das Zillertal und der Hintertuxer Gletscher: Atemraubend im Sinne des Wortes

Ein Alpengruß aus den Zillertaler Alpen
 
Die Graukaese-Herstellung in der Schau-Sennerei Mayrhofen
Immer wieder erzählten Freunde, wie schön es doch im Tiroler Zillertal sei – im Sommer wie im Winter. Das muss man also selbst auch einmal erleben. Gesagt, getan.
Hamburger Besucher, hört man dort vor Ort, seien sehr zahlreich. Das liege wohl auch daran, dass Hamburg besonders viele Ski-Clubs habe. Münchner haben es einfach, sie fahren mit dem Zug, steigen hinter der Grenze in Jenbach um in die Zillertal-Bahn, lassen sich von ihrem Hotel an der Endhaltestelle Mayrhofen abholen, das sie dann in Kürze nach Hintertux bringt, etwa in den Klausnerhof. Dort erzählt die Wirtin bei einem Empfang der neuen Gäste, sie hätten sogar sehr viele Stammgäste aus Hamburg, ein 87-Jähriger sei im Sommer für mehrere Wochen das 130. Mal bei ihnen zu Gast gewesen. Das lässt aufhorchen.

Nun ja, die Familie Klausner kümmert sich von früh bis spät um das Wohlbefinden ihrer Gäste. Schon die „Morgenpost“ auf dem Frühstückstisch kündigt nicht nur das exzellente 5-Gänge-Abendmenü an, sie schlägt auch die Ausflüge vor, die man selbst oder mit Führung des Hotels unternehmen kann, etwa Wanderungen zu den schönsten Plätzen des Naturparks Zillertaler Alpen und zu ihrer „Bichlalm“, einer urigen Almhütte, umgeben von bimmelnden Kühen. Die allerdings werden am letzten September-Wochenende geschmückt und abgetrieben ins Tal und in ihre Ställe, wo sie den Winter verbringen.
Und weil Kühe in dieser etwa 1.600 Meter hoch gelegenen Region einen Großteil des Erwerbs ausmachen, gibt es auch eine Schau-Sennerei, die gern von Touristen aufgesucht wird. Sie unterscheidet sich tatsächlich von anderen Käsereien – Tonträger erklären, was hinter den Scheiben zu sehen ist. Eine Tiroler Spezialität etwa, die nur hier gefertigt wird, ist der Graukäse – sicher nicht jedermanns Sache. Aber am Ende der Käseschau schlägt jeder zu beim „Genusslöffeln“. Bewaffnet mit einem breiten, durchsichtigen Plastiklöffel und einer Serviette spaziert man von einer Abfüllstation zur nächsten, angefangen mit der wohlschmeckenden sogenannten Heumilch, gefolgt von Naturjoghurt und Fruchtjoghurt aller möglichen Kreationen. Delikat, selbst für Leute, die Milchprodukten nicht unbedingt zugetan sind. Dann folgt die Käseverkostung mit Zillertaler Zwerglkäse, Emmentaler, Bergtilsiter, Bergkäse, Edelziege, Grau- und Schafkäse, dazu Holzofenbrot und Sennerei-Butter. Ein Schau-Bauernhof gehört ebenfalls dazu.

Zuschlagen darf jeder danach noch beim Einkauf der Produkte ab Hof.

So nah am Hintertuxer Gletscher, ein Ganzjahres-Skigebiet, will jeder auch hinauf. Da heißt es, zweimal umsteigen in die Gondeln des „Gletscher Bus“. Vom Sommerberg geht`s zum Tuxer Fernerhaus, das zum Essen einlädt und in dem man die einzigen Toiletten nutzen sollte, und weiter auf den Gletscher auf 3.326 Meter. Dort wartet eine Wunderwelt aus Eis, der „Natureispalast“. Helm auf und ab geht`s. Im August 2007 vom Tiroler Roman Erler aus Lanersbach entdeckt und später für Touristen zugänglich gemacht, steigt der Besucher in eine schmale, schwach beleuchtete Gletscherspalte, deren Boden mit Matten ausgelegt ist, um nicht auszurutschen, beidseitig in die Eiswände eingeschlagene Seile helfen beim Überwinden des 500 Meter langen Eistunnels, eine künstlich eingeschlagene 33stufige Holztreppe und neun Leitern, mal auf, mal ab, müssen überwunden werden. Aber die Ausblicke durch „Fenster“ auf die Hohlräume mit bis zu acht Meter langen, lupenreinen Eiszapfen sind einmalig. Man guckt in einen 52 Meter tiefen Forschungsschacht, erblickt den „Tuxerriesen“, seit tausend Jahren gefangen im ewigen Eis, wandelt 25 Meter unter der Skipiste und beendet das einmalige Erlebnis mit einer Schlauchbootfahrt auf dem 35 Meter tief gelegenen Eissee, etwa sechs Meter breit und 100 Meter lang. Das alles mit einem Führerteam, das Unbeholfenen zur Seite steht. So wundersam, traumhaft und atemraubend das Ganze ist, atmet jeder auf, hat er den Himmel wieder über sich. Dennoch – keiner möchte das Abenteuer missen.

Zur Entspannung helfen nach der Talabfahrt die angenehm temperierten, großen Innen- und Außenpools des Klausnerhof und am Abend das reichhaltige Menü.
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2 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 22.09.2016 | 16:08  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 22.09.2016 | 18:38  
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