Fußballer und ihre Fans helfen Leukämiekranken

Freunde und Eltern des an Leukämie erkrankten Ben aus Gau-Odernheim haben gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung eine Typisierungsaktion organisiert.
 
Mit diesem Plakat wurde für das Benefizspiel des TSV Gau-Odernheim gegen die VFR Wormatia 08 Worms zugunsten der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, geworben.
Gau-Odernheim: TSV Gau-Odernheim |

Während in Brasilien die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg zur Finalteilnahme ist, bereiten sich hierzulande die Mannschaften auf die nächste Saison vor. Der TSV Gau-Odernheim und die Wormatia Worms haben dabei nicht nur sportliche Ambitionen. Mit einem Benefizstpiel zugunsten der Stefan-Morsch-Stiftung leisteten sie aktive Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Dabei wurde nicht nur der Eintritt zur Finanzierung der Typisierungen gespendet – Fußballer und Fans waren dazu aufgerufen, sich als Stammkzellspender in die Datei der potenziellen Lebensretter einzutragen. So konnten im Zuge der Aktion „Hilfe für Ben und andere“ weitere 40 Spender registriert werden.

Ben ist 5 Jahre alt. Er geht in die Kindertagesstätte Regenbogen in Gau-Odernheim. Das heißt: Er will in die Kita gehen. Aber er kann und darf nicht. Denn Ben hat Leukämie und bekommt Chemotherapie. Seine Kitaleiterin Sabrina Häußer und seine Eltern hatten für den 15. Juni eine große Typisierungsaktion zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, organisiert. Fast 600 Menschen haben an diesem Tag die Ärmel hochgekrempelt und sich als Stammzellspender registriert. Im Zuge der Vorbereitungen damals hatten der TSV Gau-Odernheim und die Wormatia Worms sich zusammengetan, um bei der Saisonvorbereitung das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Hilfe für Ben und andere Menschen zu leisten, die eine Stammzellspende benötigen.
Das Fußballspiel endete 4:1 für die Wormatia. Doch Spieler und Fans haben mit dem Benefizspiel den Boden dafür bereitet, dass vielleicht schon in wenigen Wochen, Monaten oder vielleicht auch erst in einigen Jahren, einem Menschen, der an Leukämie erkrankt ist, das Leben gerettet werden kann. Leukämie ist nur eine der bösartigen Erkrankungen, die eine Übertragung gesunder Blutstammzellen erfordern kann. Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System – seine einzige Chance auf Leben, wenn Chemotherapie oder Bestrahlungen nicht geholfen haben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich typisieren lassen – sprich: als Stammzellspender einer Spenderdatei erfasst sind. Um Stammzellen transplantieren zu können, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient übereinstimmen. So sind in den Knochenmark- und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung zwar weltweit über 20 Millionen Menschen registriert - trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet.
Die Fußballer der Wormatia Worms und des TSV Gau-Oderheim, die sich typisieren ließen, haben also die Chance genutzt, um Menschen mit Leukämie die Hoffnung auf Leben zu geben, erklärt Emil Morsch, Gründer der nach seinem Sohn benannten Stiftung. Zudem wurden Spendengelder gesammelt, die zur Finanzierung der Typisierung (50 Euro pro registriertem Spender) eingesetzt werden. Neben den gespendeten Eintrittsgeldern wurden zwei Fußballe mit Unterschriften der Mannschaften versteigert – auch dieses Geld kommt der Hilfsaktion zu Gute.
Spendenkonto „Hilfe für Ben“ bei der Deutschen Bank Alzey,
BLZ 54570024, Konto 3588886; (BIC DEUTDEDB545, IBAN: DE40545700240358888600)

Was passiert bei einer Stammzellentnahme?

Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weit auf häufigste - ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Wie viele registrierte Spender gibt es in Deutschland?

Registrierte Stammzellspender in Deutschland: 5,2 Millionen deutsche Spender (Stand: 01-2014, Quelle: ZKRD)
Das ZKRD kann auf Spenderdaten von insgesamt 22,6 Millionen Spendern weltweit zugreifen. (Stand: 01-2014, Quelle: ZKRD) Bone Marrow Donors Wordwide (BMDW) bestätigt die Zahl.
Für weit über 80 Prozent der Patienten kann ein geeigneter Spender gefunden werden, meist schon innerhalb von ein bis zwei Monaten. (Stand: 01-2014, Quelle: ZKRD)

Wie wird man online zum Lebensretter?

Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch online registrieren zu lassen. Auf der Startseite ist der Online-Registrierungsbutton. Dort findet man Informationen über die Chancen und Risiken und über die Ausschlusskriterien. Es ist wichtig, diese Information vor dem Ausfüllen der Einverständniserklärung durchzulesen. Wer sein Einverständnis gegeben hat, bekommt ein Entnahmeset zugesandt. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet. Weitere Informationen bekommen Sie über unsere gebührenfreie Hotline (08 00 - 766 77 24) oder über die Homepage. Zudem bleiben wir gerne über unsere Facebookseiten mit Ihnen in Kontakt.

Die Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke – in jeder Frage. Leukämie - 11. 000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen, mal der Sohn eines Vereinskameraden, mal der Bekannte eines Freundes – es könnte aber auch Ihr Kind, Ihre Frau, Sie selbst treffen.
Hilfe ist oft nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig als Stammzellspender und damit als potenzieller Lebensretter für Patienten zur Verfügung stellen. Deshalb werben wir dafür, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für einen Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Nur dann hat die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg, bei Krankheiten, für die es ansonsten keine vergleichbaren Möglichkeiten der Heilung oder des Überlebens gibt. So vermitteln wir täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der Spenderdatei als Lebensretter für Patienten weltweit.
Die Stiftung ist Teil eines Netzwerkes, das Menschen über alle Grenzen hinweg das Leben rettet. So sind wir angeschlossen an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD), in dem alle für die Suche nach einem passenden Spender relevanten Daten aus ganz Deutschland zusammenlaufen und damit weltweit zur Verfügung stehen.
Aufgrund der internationalen Zusammenarbeit kann es sein, dass ein deutscher Patient Stammzellen aus Kanada erhält, oder ein Stammzellspender in Deutschland für einen Erkrankten in Griechenland gefunden wird.
Zudem bringen Vertreter unserer Stiftung über die Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD), European Group of Blood an Marror Transplantation (EBMT) und World Marror Donor Association (WMDA) auf nationaler und internationaler Ebene ihre Erfahrungen ein, wenn Experten die neuesten Forschungsergebnisse diskutieren und das weltweite Netzwerk optimieren.
Darüber hinaus hat sich die Stefan-Morsch-Stiftung zum Ziel gesetzt, Patienten und ihren Angehörigen zur Seite zu stehen. Wir helfen bei der Vermittlung von Kliniken oder Ärzten, beraten aber auch den Patienten nach der Transplantation. Die Stiftung gibt im Notfall finanzielle Hilfen. So können ungedeckte Kosten des Patienten, die durch eine Leukämie-Erkrankung entstanden sind und zu einer wirtschaftlichen Notlage geführt haben, übernommen werden.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.