„Dafür macht die WM Pause“: Hilfe für den an Leukämie erkrankten Ben geht weiter

Wann? 07.07.2014 19:00 Uhr

Wo? TSV Gau-Odernheim, Mühlstraße 32, 55239 Gau-Odernheim DE
Mit diesem Plakat wird für das Benefizspiel des TSV Gau-Odernheim und der Wormatia Worms geworben.
 
Der Gau-Odernheimer Bürgermeister Heiner Illing (2.v.r.) überreichte einen Spende von 500 Euro an den Vorstandsvorsitzenden der Stefan-Morsch-Stiftung, Emil Morsch (3.v.l).
 
Zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, organisieren Familie und Freunde von Ben aus Gau-Odernheim die Hilfe für den an Leukämie erkrankten Jungen.
Gau-Odernheim: TSV Gau-Odernheim |

„Ben“, der Name des fünfjährigen Leukämiekranken Jungen aus Gau-Odernheim ist in aller Munde. Fast 600 Menschen haben sich Mitte Juni als potenzielle Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. Fast 25 000 Euro an Spendengeldern sind bislang zusammen gekommen, um Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zu ermöglichen. Und die Hilfe geht weiter: Am Montag, 7. Juli, 19 Uhr, spielen die Fußballer des TSV Gau-Odernheim und der Wormatia Worms zugunsten der Stefan-Morsch-Stiftung, bei der man sich an diesem Tag auch als Stammzellspender registrieren lassen kann. Und weitere Benefizaktionen sind in der Planung.

„Das Schicksal des kleinen Ben liegt uns allen sehr am Herzen“, damit sprechen die Verantwortlichen des TSV Gau-Odernheim, das aus, was viele Menschen in den vergangenen Wochen dazu bewegt hat, die Ärmel hochzukrempeln und Hilfe zu organisieren. Andreas Hahn von der Wormatia Worms und Michael Maier vom TSV Gau-Odernheim haben das auch getan und sich überlegt, „dass man ein Vorbereitungsspiel Wormatia Worms (1. Mannschaft) gegen TSV Gau-Odernheim doch sehr gut als Benefizspiel austragen könnte.“ Gesagt getan: Am Montag, 7. Juli, wird auf dem Sportgelände des TSV Gau-Odernheim für den guten Zweck gekickt.
„Spendengelder werden ausschließlich dafür verwendet, die Typisierung der potenziellen Lebensretter zu finanzielen“, erklärt, Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der nach seinem Sohn benannten Stiftung. Seit fast 30 Jahren registriert die Stefan-Morsch-Stiftung Menschen potenzielle Lebensretter in ihrer international vernetzten Spenderdatei. Diese Spenderdatei, die heute jährlich für mehr als 600 Patienten den passenden Spender findet, ist an ein weltweites Suchsystem angeschlossen. Passend heißt: Der Spender und der Empfänger haben im Idealfall die gleichen genetischen Merkmale. Als erste deutsche Spenderdatei hat die gemeinnützige Stiftung daran mitgewirkt, dass heute schon für viele Leukämiepatienten diese Heilungschance möglich gemacht werden kann. Dennoch ist es notwendig, die Zahl der registrierten Stammzellspender weiter zu erhöhen. Denn mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich auch die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen geholfen werden kann.
Die Stiftung hat das Ziel, junge, gesunde Erwachsene zu motivieren, sich typisieren zu lassen. Die Kosten, um einen einzigen Spender zu registrieren, liegen bei mindestens 50 Euro. Der Typisierung von nur 100 Spendern stehen also Kosten von 5000 Euro gegenüber. Diese Kosten trägt die gemeinnützige Stefan-Morsch-Stiftung alleine.
Emil Morsch erklärt: „Die Stefan-Morsch-Stiftung bietet die Typisierungen für junge Spender kostenlos an. Diese wichtige Zielgruppe sind Menschen, die sich meist noch im Studium oder in der Ausbildung befinden. Menschen, die sich ihr Leben, ihre Familie noch aufbauen wollen und trotzdem bereit sind, sich für einen wildfremden Menschen zu engagieren. Ihnen wollen wir die Kosten für eine Typisierung nicht zumuten. Deshalb sind Spenden für uns so wichtig – auch diese Hilfe rettet Leben.“ Fast 25 000 Euro sind inzwischen zusammengekommen.
Diese Spendensumme setzt sich aus vielen Kleinen und großen Spenden zusammen. So hat etwa der Abiturjahrgang des Elisabeth-Langässer-Gymnasiums 600 Euro gespendet, ebenso wie Heiner Illing, Bürgermeister der Ortsgemeinde Gau-Odernheim oder Frau Beißenbach aus Maurenheim, die 2000 Euro gesammelt hat, indem si von Haustür zu Haustür gegangen ist.
Gemeinsam mit dem TSV Gau-Odernheim ruft Emil Morsch dazu auf, das Fußballspiel zu genießen und – falls noch nicht registriert – sich als Stammzellspender typisieren zu lassen: „Dafür macht die Fußball-WM an diesem Tag auch Pause“, zwinkert Morsch.
Er ist begeistert über das Engagement, das im Kreis Alzey-Worms im größere Kreise zieht. Denn weitere Benefizaktionen für Ben sind in der Planung. Ein Beispiel: Der Leiter des EDEKA-Marktes in Alzey Kai Bembenik und seine Lebensgefährtin Nadine Klag haben in den vergangenen Wochen Spendentüten für die Tafel verkauft. Der Erlös geht ebenfalls an die „Hilfe für Ben und Andere“. Und jetzt will er die Mitarbeiter und vielleicht ein paar Kunden des Einkaufsmarktes dazu animieren, einen Fingerhut voll Blut für die Registrierung als Stammzellspender zu erübrigen. Die Terminabsprachen laufen – auch für ein Konzert, das am 9. Juli stattfinden soll.
Spendenkonto „Hilfe für Ben“ bei der Deutschen Bank Alzey,
BLZ 54570024, Konto 3588886; (BIC DEUTDEDB545, IBAN: DE40545700240358888600)

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende:

Ab welchem Alter kann man sich typisieren lassen?
Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann sich als Stammzellspender registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben.
Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme haben wir für unsere Datei so festgelegt, da wir wissen, dass Spender, die älter als 40 Jahre sind, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das liegt unter anderem daran, das sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden zu nehmen. Deshalb bitten wir, Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation finanzieren wir die Registrierungen aus Spendengeldern. Und diese Gelder wollen und müssen wir so verantwortungsvoll wie möglich einsetzen.
Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal?
Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zu Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei die aktuelle Adresse hat.

Hintergrund: Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke – in jeder Frage. Leukämie - 11. 000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland diese Diagnose gestellt. Mal ist es ein berühmter Fußballer, mal die Frau eines Arbeitskollegen, mal der Sohn eines Vereinskameraden, mal der Bekannte eines Freundes – es könnte aber auch Ihr Kind, Ihre Frau, Sie selbst treffen.
Hilfe ist oft nur möglich, wenn es Menschen gibt, die sich freiwillig als Stammzellspender und damit als potenzieller Lebensretter für Patienten zur Verfügung stellen. Deshalb werben wir dafür, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, für einen Patienten einen passenden Stammzellspender zu finden. Nur dann hat die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg, bei Krankheiten, für die es ansonsten keine vergleichbaren Möglichkeiten der Heilung oder des Überlebens gibt. So vermitteln wir täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der Spenderdatei als Lebensretter für Patienten weltweit.
Die Stiftung ist Teil eines Netzwerkes, das Menschen über alle Grenzen hinweg das Leben rettet. So sind wir angeschlossen an das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD), in dem alle für die Suche nach einem passenden Spender relevanten Daten aus ganz Deutschland zusammenlaufen und damit weltweit zur Verfügung stehen.
Aufgrund der internationalen Zusammenarbeit kann es sein, dass ein deutscher Patient Stammzellen aus Kanada erhält, oder ein Stammzellspender in Deutschland für einen Erkrankten in Griechenland gefunden wird.
Zudem bringen Vertreter unserer Stiftung über die Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD), European Group of Blood an Marror Transplantation (EBMT) und World Marror Donor Association (WMDA) auf nationaler und internationaler Ebene ihre Erfahrungen ein, wenn Experten die neuesten Forschungsergebnisse diskutieren und das weltweite Netzwerk optimieren.
Darüber hinaus hat sich die Stefan-Morsch-Stiftung zum Ziel gesetzt, Patienten und ihren Angehörigen zur Seite zu stehen. Wir helfen bei der Vermittlung von Kliniken oder Ärzten, beraten aber auch den Patienten nach der Transplantation. Die Stiftung gibt im Notfall finanzielle Hilfen. So können ungedeckte Kosten des Patienten, die durch eine Leukämie-Erkrankung entstanden sind und zu einer wirtschaftlichen Notlage geführt haben, übernommen werden.
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