Glücksbote zu Besuch

Knuffi schmeckt es!
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Als ich vorgestern am Nachmittag in meinem Garten arbeitete, staunte ich nicht schlecht, denn plötzlich lief ein Igel über die Rasenfläche, warf mir einen kurzen Blick zu und setzte seinen Marsch zielsicher auf die Stelle fort, wo ich im Herbst eine Igelfutterstelle eingerichtet hatte. Dort blieb er abrupt stehen, beschnüffelte ausgiebig den Rasen und wendete sich schließlich schnuppernd in meine Richtung.

Ich stand zunächst ganz still und freute mich. Mein prüfender Blick sagte mir blitzschnell, es musste sich um ein Jungtier aus dem letzten Jahr handeln. Sein Stachelkleid sah gesund aus und er schien hungrig zu sein, da er am helligten Tage unterwegs war.

Ein Schmunzeln überfraute mich und ich sprach das Tier an: "Na, wen haben wir denn da? Bist Du etwa Knuffi oder Leonie?" Eine Antwort bekam ich natürlich nicht aber langsam ging ich die noch gut 5 Meter auf den Igel zu. Kein Einrollen, keine hastige Flucht, sondern ein vertrautes Abwarten! "Du scheinst Hunger zu haben, wenn du einen Moment wartest, hole ich dir was." Ich weiß nicht, ob er mich verstanden hat, doch er blieb zunächst sitzen und ich machte mich ich auf den Weg in den Keller um Katzen- und Igeltrockenfutter zu holen. Dabei lächelte ich in mich hinein, nun spreche ich also schon mit Igeln.... auf dem Rückweg schnappte ich mir noch meine Erstversorgungsbox mit Handschuhen, Zeckenzange und der Igelwaage. Denn nun wollte ich es wissen, ob es eines meiner Igeljungen sein könnte? Es wäre zu schön!

http://www.myheimat.de/garbsen/natur/igelsaeugling...

Ich überlegte, wenn es Leonie war, war sie inzwischen bestimmt wieder weggelaufen. Denn sie war immer vorsichtiger gewesen. Das Männchen, Knuffi, dagegen würde sicherlich noch auf dem Rasen sein und warten. Auch wenn ich mich bemüht hatte, keine Bindung zwischen Mensch und Tier aufzubauen, hatte Knuffi nie Scheu vor mir gezeigt und ich musste ihn regelrecht im Herbst verstossen. Mit diesen Gedanken eilte ich die Treppe hinauf und um die Ecke des Hauses in den Garten. Meine Augen voller Erwartungen auf die Stelle unter dem Apfelbaum gerichtet, wo ich den Igel zurückgelassen hatte. Und siehe da, der kleine Stachelritter war nur 1 - 2 Meter von der Stelle entfernt, wo ich ihn verlassen hatte. "Hallo Knuffi", begrüsste ich ihn nun. "Gleich bekommst Du etwas Leckeres aber zuerst wollen wir mal ganz kurz gucken, wie es dir geht!" Gesagt getan. Mit Handschuhen nahm ich das Tier nun auf und legte ihn auf meine Waage. Knuffi hatte bei der Auswilderung fast 650 g gewogen. 1/3 Gewichtsverlust bei dem langen Winter.... und die Waage zeigte mir 455 g ....könnte hinkommen. Es dauerte nicht lange, da entrollte sich auch schon die Stachelkugel in meinen Händen und zeigte mir sein Bäuchlein mit seinem Penis! Also tatsächlich.
In der Nähe seines Stummelschwänzchen saß eine dicke Zecke. Die entfernte ich sofort. Nun war Knuffis Geduld verständlicher Weise am Ende und er zeigte mir was ein echter Igel ist - eine picksende runde Stachelkugel.Mit entschuldigen Worten setzte ich ihn wieder behutsam in das Gras, füllte ihm eine ordentliche Schale mit Katzen- und Igelfutter, stellte noch eine Wasserschale daneben und setzte meine Arbeit im Garten fort.

Nach wenigen Minuten zeigte mir ein typisches Igelschmatzen an, dass hier bereits hungrig gespeist wurde. Offensichtlich hatte Knuffi mir verziehen, denn ich durfte ihn sogar noch fotografieren. Auch gestern Abend war er wieder da und holte sich seine Mahlzeit ab.

Auch wenn ich nicht hundertprozentig sicher sein kann, dass es Knuffi ist, so sind die Anzeichen aus Geschlecht, Gewicht und Verhalten doch überzeugend. Denn auch bei den Igeln habe ich festgestellt, dass kein Tier wie das andere ist. Jedes hat gewisse Eigenarten. Und so meine ich zu wissen, es ist Knuffi.
Ein schönes Gefühl und sicherlich wird sich unsere NABU Ortsgruppe freuen, wenn ich ihnen von dieser Begegnung bei unserem nächsten Treffen erzählen werde.

Solange es noch so kühl ist und wenige Insekten unterwegs sind, wird er von mir seine Abendmahlzeit bekommen, doch danach werde ich diese nach und nach einstellen.

Bürgerreporter:in:

Dagmar Strube aus Garbsen

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