Ausflugstipp - Das Denkmal "Die Höfe" bei Dreihausen - Ebsdorfergrund

Verputz aus der Kirche - Engelsflügel?
 
Blick aus dem Haus zur Kirche
Die Höfe bei Dreihausen

Etwa 1 km südlich von Dreihausen, auf den Höhen des Waldes gelegen, befindet sich eine frühmittelalterliche Befestigung die im Allgemeinen als „Der Hof“ oder „Die Höfe“ bezeichnet wird.
Die Anlage die insgesamt 2 ha groß ist, teilt sich in eine Unter- und Oberburg, die komplett mit Mauern umgeben war. Die erste bekannte Benennung stammt aus dem Jahr 1708 als „Hainborg", im Jahr 1711 findet sich der Name "Hoynburg". Der Wittelsberger Organist und Heimatforscher Seibert fertigte im Jahr 1826 eine erste Zeichnung der Anlage an, die im Wesentlichen noch mit dem heutigen Zustand übereinstimmt. Er hielt es für ein römisches Kastell und bezeichnet es als "Römerschanze". In seiner Beschreibung taucht aber auch der Name Hof und Höfe auf, der schon im Jahr zuvor von Creuzer verwendet wurde. Die vermutlich ersten Ausgrabungen machte A.F.C. Vilmar 1843, er verneinte den römischen Ursprung und datierte die Höfe auf das 12. - 13. Jahrhundert. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts meinten manche Forscher, dass es sich um eine fränkische Curtis, also eine Anlage aus merowingischer oder karolingischer Zeit handele. Eine erste wissenschaftliche Untersuchung ist Dr. Gensen zu verdanken, der 1972 eine Vermessung und 1974 Ausgrabungen, im Rahmen eines DFG-Forschungsprojektes durchführte. Das gesamte Gelände wurde mit einem Netz von Grabungen je 2 x 2 Meter überzogen um Aufschluss über die Bebauung und Besiedlung zu erhalten. Zusätzlich wurden die Mauern an einigen Stellen freigelegt und drei markante Geländeauffälligkeiten ergraben.
Ein steinernes Haus mit einem Grundriss von 9,80 m x 4,80 m, im Inneren konnte ein Sockelfundament für eine Säule, Bankettvorsprünge an den Seiten, sowie ein Estrich und Putzreste nachgewiesen werden. Der Zugang erfolgte im Osten über eine Treppe. Unter einem Hügel konnte eine Rundkirche von 6 m Durchmesser im Inneren mit einer halbrunden Apsis im Nordosten von 2,10 m Breite und 1,90 m Scheitellänge freigelegt werden. Die Kirche hat eine Mauerstärke von 1 m und der Boden wurde mit einem Estrich versehen. Aufwendig bemalte Putzreste und ein kleines Stück Porphyr deuten die besondere Stellung dieser Kirche an. Zwischen Unter- und Oberburg konnte eine aufwendige Torkonstruktion freigelegt werden. Aufgrund der Grabungsergebnisse und Scherbenfunde datierte Dr. Gensen die Höfe als karolingisch, ins 8.-9. Jh.

Seit vielen Jahren ist der Arbeitskreis Dorfgeschichte Dreihausen e.V. (ADD) um dieses Denkmal bemüht. Der Verein hält die Wege frei, bemüht sich um die Erhaltung und weitere Erforschung. So konnten in den Jahren 2000 und 2005 geoelektrische Messungen an den Höfen durchgeführt werden. Im Jahr 2004 wurde eine Ausstellung, die erstmals alle Fundstücke zeigte organisiert. Sie wurde im Jahr 2006 noch einmal im Landgrafenschloss in Marburg gezeigt. Bei der Vorbereitung der Ausstellung wurden die Fundstücke von Archäologen und Kunsthistorikern neu bewertet. Es deutet sich an das nach der karolingischen Gründung, die Anlage auch bis in die salische Zeit genutzt wurde. Dies ist besonders interessant im Zusammenhang zu den urkundlich belegten Königsaufenshalten in Ebsdorf 1054, 1057 und 1066. Die Ergebnisse wurden in dem Buch „Die Höfe – Dein Denkmal“ zusammengefasst. Geplant sind weitere Forschungen im Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Für interessierte Gruppen bietet der ADD Führungen an. Weitere Informationen und Anfahrts- und Wegepläne finden Sie auf der Homepage www.hoefe-dreihausen.de. Besuchen Sie einmal dieses besondere Denkmal.

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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Autofreier Sonntag in Ebsdorfergrund und Amöneburg | Erschienen am 07.10.2009
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3 Kommentare zum Beitrag
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg am 29.07.2009 um 09:45 Uhr  
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Michael Marsch aus Ebsdorfergrund am 24.08.2010 um 08:17 Uhr  
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Nina Wieler aus Augsburg am 24.08.2010 um 09:14 Uhr  
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