Poseidon in Duisburg

Ruhrort ist der Hafenstadtteil Duisburgs. Die Bronze-Statue „Echo des Poseidon“ von Markus Lüpertz auf der Duisburger Mercatorinsel wird dort in Zukunft eine Touristenattraktion sein. Die zehn Meter hohe Bronzeskulptur des Bildhauers soll künftig aber auch die ankommenden Schiffe bei der Einfahrt in den größten Binnenhafen der Welt begrüßen.

Die Duisburg-Ruhrorter Häfen liegen an der Mündung der Ruhr in den Rhein. Sie gelten als größter Binnenhafen Europas – nimmt man alle öffentlichen und privaten Hafenanlagen zusammen, sind sie der größte Binnenhafen der Welt. Mit einer Gesamtfläche beträgt 10 km². Sie zieht sich der Bereich des Hafens von den Hafenbecken an der Ruhrmündung entlang des Rheins aufwärts bis nach Rheinhausen.

Eigentümer des Hafens ist die Duisburger Hafen AG. Sie agiert weltweit unter dem Namen duisport-Gruppe und bietet unter diesem Namen Full Service-Pakete in den Bereichen Infrastruktur und Suprastruktur einschließlich Ansiedlungsmanagement an. Darüber hinaus bieten die Tochtergesellschaften logistische Dienstleistungen wie Aufbau und Optimierung von Transport- und Logistikketten, Schienengüterverkehrsleistungen, Gebäudemanagement und Verpackungslogistik.

Die 21 öffentlichen Hafenbecken haben eine Wasserfläche von über 180 Hektar. Die Uferlänge beträgt 40 km. Davon sind 15 km Umschlagufer, zu dem jeweils ein Gleisanschluß gehört. Den ankommenden Schiffen stehen rund 1,5 Mio. m² überdachte Lagerflächen zur Verfügung. Der Duisburger Hafen ist europäischen Wasserstraßen-Netz der Hinterland-Hub zu den Seehäfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen, Emden und Hamburg. In den Nordseehäfen werden Güter auch von Seeschiffen auf Binnenschiffe umgeladen und großenteils über Duisburg in das europäische Hinterland transportiert. Umgekehrt finden viele Güter aber auch ihren Weg nach nach Übersee. Der Duisburger Hafen ist daher der westlichster Seehafen Deutschlands. Viele Reedereien im Hafen unterhalten Fluß-See-Verbindungen zu rund einhundert europäischen Häfen.
Im Duisburger Hafen sind rund 300 Firmen ansässig. Etwa 45.000 Arbeitsplätze sind vom Hafen abhängig – das sind 11% aller Duisburger Arbeitsplätze. Dort wird eine Werkschöpfung von rund 3 Milliarden Euro generiert.

„Am Grundkapital der Gesellschaft sind zu zwei Dritteln das Land Nordrhein-Westfalen und zu einem Drittel die Stadt Duisburg beteiligt,“ berichtet die Gesellschaft. Das aktuelle Geschäftsergebnis für das Jahr 2015 brachte erfreulich Zahlen. Das Ergebnis vor Abschreibungen konnte mit 37 Mio. Euro das Niveau aus 2014 um 6 Prozent übertroffen werden. Das Ergebnis vor Ertragssteuern erreichte mit 16 Mio. Euro ebenfalls ein neues Rekordergebnis. Das laufende Jahr 2016 wird nach Einschätzung von Hafen-Chef Erich Staake allerdings deutlich schwieriger, so daß wohl nicht noch einmal mit Rekord-Zahlen gerechnet werden kann.

Doch nun zurück zu Poseidon. Lüpertz ist Maler, Bildhauer, Grafiker und Dichter. Er gilt allgemein als einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Künstler. Der Niederrhein kann irgendwie als seine Heimat angesehen werden. 1941 in Reichenberg / Böhmen geboren, kam er nach dem 2. Weltkrieg mit seinen Eltern nach Westdeutschland. Erste Station: Rheydt, heute ein Stadtteil von Mönchengladbach. Die ehemalige Werkkunstschule Krefeld nahm den jungen Maler als Bewerber für einen Studienplatz an. Auch die Zeit von 1988 bis 2009 kann als ein Höhepunkt seiner Schaffenszeit angesehen werden – Lüpertz war damals Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie.

Der Poseidon ist eine Bronze-Statue. Sie wurde in der Kunstgießerei Herbert Schmäke hergestellt. Die Statue besteht aus 75 Einzelteilen. In mehreren Arbeitsschritten wurden entsprechende Gußformen aus Gips, Silikon und flüssigem Wachs hergestellt. Bronzebarren wurden im Schmelzofen verflüssigt und dann von Hand in die vorbereiteten Gußformen gegossen. Nach dem Erkalten wurden diese Einzelteile dann – zum Teil mit Hilfe eines Hallenkrans – an der vorgesehenen Position fixiert und aneinander geschweißt. So konnte die Skulptur eine Höhe von 6 Metern erreichen. Ein spezielles Trägerrohrsystem aus Stahl im Innern bietet die nötige Stabilität. Nach einem letzten Feinschliff wurde das fertige Kunstwerk dann nach Duisburg transportiert.

Einer Sache muß sich der Lüpertz wohl ziemlich sicher gewesen sein: Die exponierte Lage am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr bietet genau den richtigen Standort für eine Großskulptur. „Das ist der ideale Platz mit dieser erstaunlichen Ruppigkeit. Ich hatte die Insel dank der Kulisse mit Fluss und Brücke immer im Blick – ein Traum“, betont Lüpertz. „Die Poseidon-Skulptur korrespondiert mit dem Herkules in Gelsenkirchen. Herkules ragt in den Himmel, Poseidon ist dem Wasser verbunden. Ich möchte mit meinen Arbeiten nie provozieren. Ich möchte mit meinen Arbeiten immer nur Hehres, Schönes, Großartiges und mein Bestes geben.“ Bescheidenheit scheint nun wirklich keine Zierde bei Lüpertz zu sein.

„Mit dieser Skulptur wollen wir der Stadt Duisburg und den Menschen am Niederrhein ein Geschenk machen, das eben nicht beliebig ist, sondern zum Nachdenken anstiftet und den Betrachter ins Staunen versetzt. Markus Lüpertz beeindruckende Bronzeplastik repräsentiert den Stolz der Menschen hier genauso wie ihre Fähigkeit allen Widrigkeiten zu trotzen. Das Werk ist eine unübersehbare Landmarke an diesem für Deutschland und Europa so wichtigen Fluss“, betont Staake.
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