Hetjens-Museum in Düsseldorf

  Das Hetjens-Museum ist ein Museum in der Düsseldorfer Altstadt.

"Das Museum ist weltweit das einzige Institut, das die universelle Keramikgeschichte von ihren Anfängen bis in die Gegenwart – durch alle Kulturen und Epochen – sammelt und in Ausstellungen vermittelnd präsentiert. Es wurde 1909 auf der Grundlage des Vermächtnisses von Laurenz Heinrich Hetjens (1830–1906) als städtisches Museum eröffnet. Im Laufe der Jahrzehnte gelang es, das Sammlungsgebiet durch gezielte Ankäufe und Schenkungen auf 8000 Jahre Keramikgeschichte auszuweiten.

Über hervorragende Keramikabteilungen verfügen auch zahlreiche bedeutende und große Kunstgewerbemuseen in Deutschland und im Ausland: u.a. in Italien das Museo Internazionale delle Ceramiche von Faenza, in Frankreich das Musée Nationale de Céramique von Sèvres und das Musée de Ceramique von Rouen (zusammen mit dem Musée des Beaux Arts) und in Spanien das Museo Nacional de Cerámica von Valencia.

Selbst in Museumsmetropolen wie London oder Paris muss man mehrere Museen aufsuchen, um einen analogen Überblick über die Welt der Keramik zu bekommen. Da sich die Sammlung aus so vielen kostbaren Schätzen zusammensetzt, ist das Hetjens-Museum regelmäßig mit Leihgaben im In- und Ausland vertreten.

Das größte Objekt der Sammlung auf den über 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist eine raumfüllende Halbkuppel, die um 1680 in Multan, im heutigen Pakistan, entstand," stellt es sich auf seiner Internet-Seite vor.

Die hier gezeigten Fotos sind in Absprache mit der Museumsleitung und auf deren ausdrückliche Erlaubnis entstanden. Normalerweise gilt ein absolutes Fotographierverbot in den Ausstellungsräumen.

"1917 verfasste der Bildhauer Paul Rudolf Henning ein »Tonmanifest«, das 1919 als zweite Flugschrift des »Arbeitsrates für Kunst« erschien. Darin rief er zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Material Ton auf, das sich in besonderer Weise für eine abstrakte Formensprache eigne. Durch das Formen mit der Hand sei eine unmittelbare Umsetzung gestalterischer Ideen möglich – und Henning sah in dem aus der Erde gewonnenen Material, das durch Feuer eine Verwandlung vom Weichen zum Harten erfährt, nicht nur ein Potenzial für originäre »durchgeistigte« Plastiken, sondern verstand Ton auch als Baumaterial der Zukunft. Die Architekten wären in der Lage, so Henning, durch die Verwendung farbig glasierter Keramik die Menschheit von dem »tötenden Grau-in-Grau unserer Städte« zu erlösen. In seiner Vision einer farbigen Stadt der Zukunft spiegelte sich die Hoffnung vieler, durch den Ersten Weltkrieg traumatisierten Zeitgenossen auf eine menschenwürdige Gesellschaft.

Hennings utopische Ideen waren nicht voraussetzungslos. Einerseits hatten Experimente in Chemie und Technologie dazu geführt, dass Manufakturen wetterfeste und farbechte Baukeramiken herzustellen imstande waren. Andererseits war der Backstein von reformfreudigen Architekten schon um 1900 als ebenso einfaches und traditionelles wie zukunftsträchtiges Fassadenmaterial gegen die überbordend dekorative Architektur des späten Historismus in Stellung gebracht worden. Besonders der nach Hamburg berufene Stadtbaumeister Fritz Schumacher propagierte den Backsteinbau und setzte gezielt Baukeramik ein.

In den 1920er Jahren erlangte das Material Keramik auch für die expressionistische Plastik Bedeutung, wie beispielsweise Arbeiten von Bernhard Hoetger zeigen; Hoetger war darüber hinaus auch als Architekt tätig und errichtete in Bremen und Worpswede plastisch geformte Backsteinbauten. Doch der expressive Individualismus, wie ihn Henning gefordert hatte, blieb ein Zeitphänomen. Gerade im Bereich der Baukeramik wurden figürliche Motive entweder bis zum Überdruss repetiert – oder sie verschwanden ganz. Die Bildprogramme hatten sich entleert, und für die Hersteller war es lukrativer, schlichte Produkte für den Massenmarkt herzustellen. Ganz im Sinne des Bauhauses, Kunst und Technik zu einer neuen Einheit zu führen, wurde zunehmend schlichte, von Ornament und Dekoration freie Keramik für die Architektur dienstbar gemacht und in dieser Form stadtbildprägend. Henning selbst hatte schon bei seinen Baukeramiken für das Mosse-Haus in Berlin von Erich Mendelsohn vollständig auf ein Bildprogramm verzichtet. Diese Tendenz zeigte sich auch an anderen Bauten. So trugen – um nur ein Beispiel zu nennen – die in den 1920er Jahren nach Entwurf von Alfred Grenander projektierten U-Bahnhöfe von Berlin mit ihren farbigen Keramikfliesen zum Charakter einer modernen Metropole bei und lösten die Vision des »farbigen Bauens« zumindest im Untergrund ein," stellt das Museum seinen Beitrag zur diesjährigen Quadriennale vor.

Da sich dort andere Besucher aufgehalten haben, als ich dort war, habe ich mich - ich gestehe es gerne - nicht getraut, dort auch Fotos zu machen. Was aber kein Werturteil über die Ausstellung darstellen soll - ich wollte mir einfach Ärger und Erklärungen ersparen. Um es ausdrücklich zu sagen: Auch dieser Ausstellungsbereich ist durchaus sehenswert.
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