Bilanz von 2 - 3 Straßen

"2 - 3 Straßen Eine Ausstellung in Städten des Ruhrgebiets von Jochen Gerz" hieß ein Projekt der Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet 2010.

1 Jahr lang wohnten 78 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, der Türkei, Italien, Schweden, Marokko, Rußland und Japan in 57 Wohnungen in 3 Straßen in den Ruhrgebietsstädten Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Dortmund. In Duisburg war es der Bereich St.-Johann-Straße / Saarbrücker Straße; hier wohnten 26 Teilnehmer in 20 Wohnungen. In Mülheim / Ruhr wohnten 21 Teilnehmer in 13 Wohnungen auf dem Hans-Böckler-Platz. In Dortmund kamen 31 Teilnehmer in 24 Wohnungen im Bereich Osterholzstraße / Schlosserstraße / Dürener Straße / Dreherstraße hinzu.

Beworben hatten sich insgesamt 1.457 Kandidaten aus 30 Ländern. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer blieben in ihren neuen Straßen wohnen. 2011 waren es genau 40 der 78 Teilnehmer. In Duisburg und Dortmund bekommen sie 33 Prozent Mietnachlaß, wenn die ihre Aktivitäten dort fortsetzen.

Der Duisburger Kulturdezernent Karl Janssen hebt die soziale Dimenson des Kunstwerkes hervor. "Hochkultur verbindet sich mit der kulturellen Basis. In Duisburg-Hochfeld, einem Stadtteil, der vielfältige soziale Umbrüche in den letzten Jahrzehnten erlebt hat, trafen die neuen Bewohner, die aus der ganzen Welt gekommen waren, auf eine ebenso multikulturelle Gruppen. In einem mutigen Experiment hat das Projekt die Kunst in die Pflicht genommen, um die gesellschaftliche Wirklichkeit zu beeinflussen.

"Bei den Vorbereitungen haben wir gemerkt: In Hochfeld sind Widersprüche, die aufgelöst werden wolten. Da ist Leben. Da ist was los," berichtet Heiner Maschke, Leiter der Entwicklungsgesellschaft Duisburg. "Der Stadtteil hat bestimmt schon bessere Tage gesehen. Stadtteilentwicklung ohne Kultur geht nicht. Das Zusammenleben zwischen Alteingesessenen und Künstlern hat funktioniert. Die Nachhaltigkeit ist uns ganz wichtig. Stadtteile, die früher in der Öffentlichkeit stigmatisiert waren, sind neu aufgewertet worden."

"Das Projekt ist ein Schatz und Juwel," betont Kulturstaatssekretär Klaus Schäler. "Kunst und Menschen, Kunst und Soziales sind zusammengekommen. Hat die Kunst den Stadtteil verändert? Ja. Die Künstler sind im Leben und Alltag angekommen. Sie haben beispielsweise Spielzeug hergestellt. Die Künstler sind auch in Hochfeld angekommen. Das Projekt gibt dem Stadtteil eine Zukunft. Das Land hat dieses Projekt mit 400.000 € gefördert."

"Das Projekt geht in die Kunstgeschichte ein." prahlt Söke Dinkla, Leiterin des städtischen Kulturhauptstadtbüros. "Es ist real, Kunstwerk und Alltag. Das Projekt macht uns ein Versprechen. Es schafft uns ein Bild für unsere Wünsche und stellt uns deren Verwirklichung in Aussicht. Das Projekt ist in ein Echtzeitprojekt übergegangen."

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