Über den Wolken…

Auf dem Bad Sobernheimer Domberg gibt es einen kleinen Sportflugplatz, der – zumindest war es zu der Zeit, als ich in der Nähe lebte, so – jedes Jahr einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Den konnte ich gar nicht verpassen, denn ein Kollege von den Optischen Werken Schneider war Mitglied in diesem Flugsportverein und klebte Plakate ans Notizbrett der Firma und erinnerte jeden, von dem er wußte, daß er evtl. Interesse hat, daran.
Dort konnte man zu relativ günstigen Preisen Rundflüge mit verschiedenen Motor- und Segelfliegern machen. Man trug sich für die Flugzeuge, mit denen man fliegen wollte, in Listen ein und bekam eine Nummer und eine ungefähre Wartezeit genannt. Währenddessen konnte man sich am Grillstand aufhalten, am Glücksrad drehen ( ich gewann allerdings bestenfalls einen Kugelschreiber ) und dergleichen mehr. Ich flog mit mehreren Motorsport-flugzeugen mit. Den geplanten Segelflug mussten wir leider abbrechen, weil die Thermik nicht stimmte. Kurz zuvor war der Kollege von den Optischen Werken Schneider noch vorbeigekommen und hatte zu seinen Vereinskollegen: „Passt mir gut auf die junge Frau hier auf. Sie und ihre Fremdsprachenkenntnisse brauchen wir noch“, gesagt.
„Sind Sie denn schon mal geflogen?“ fragte einer der Piloten. „Ja, klar. Nach Mallorca, nach London“, zählte ich auf. „Das ist nicht Fliegen“, unterbrach er mich, „das ist Busfahren.“
Das schönste Erlebnis war für mich jedoch der Flug in einer zweisitzigen offenen Maschine. Aufgrund des Preises zögerte ich zunächst ein wenig, aber ich habe es nicht bereut. Es war wirklich ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit, und ich konnte es Reinhard Mey sehr gut nachempfinden, wenn er sang: „Über den Wolken muß die Freiheit wohl grenzenlos sein.“
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