Montagsdemo MVGIDA in Schwerin

Der NDR vor Ort
   
Eigentlich sollte man der Presse nur noch mit Vorsicht begegnen.
Schwerin: Alter Garten | Nach Auflösung der Dresdner Spitze von Pegida schien es fast so als wenn Pegida mit seinen Ablegern MVGIDA, Legida und vielen weiteren Namen an Schwung verlieren würde. Der heutige Abend zeigte aber, dass auch MVGIDA weiterhin an Zuspruch gewinnt. Die Schweriner Volkszeitung titelte schon um 20:45 Uhr mit dem Titel „Weniger Interesse an Mvgida“ und „Nur 250 Anhänger bei islamkritischer Kundgebung in Schwerin / Schlägereien am Rande der Demo“
Im weiteren Text findet sich folgende Passage; (…) „Etwa 250 islam- und vieles-andere-feindliche Demonstranten zählte die Polizei. Vor zwei Wochen waren es noch 500 Teilnehmer.“
Mit Zahlen hat es die Schweriner Volkszeitung leider nicht so, nicht das man bei der SVZ nicht zählen kann, zum Beispiel wenn es um die Auflagenhöhe geht oder um die Zahl der Gegendemonstranten wird das ein oder andere Schäfchen oder nicht verkaufte Exemplar der Zeitung aus dem Regal schon einmal doppelt gezählt oder eben mitgezählt. Hauptsache die Zahlen stimmen zum Ende des Tages.
Wichtig bei der Zählung der Teilnehmer ist es, das die Zahl der Gegendemonstranten höher sein muss als die der MVGIDA; Pegida oder Legida Teilnehmer. Dieses Phänomen konnte man schon zu Anfang der Pegidabewegung feststellen. Schnell wurden die Bürger auf dieses Rechenspiel der Presse aufmerksam und man entwickelte eine neue Strategie. Jetzt setzte man die Zahl der möglichen Teilnehmer auf der Pegida Seite möglichst hoch an. Ein Beispiel von Dresden, da vermeldete die Presse plötzlich mögliche 100 000 Teilnehmer. Da „nur“ 20 000 gekommen waren, konnte man nun schreiben, dass 80 000 nicht gekommen sind. So geht’s natürlich auch! In Schwerin möchte man meinen, herrschte ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen MVGIDA und der weiteren für oder gegen alles Mögliche aufgetretenen Gegendemonstranten. Ein gut aufgestelltes Polizeiaufgebot schaffte es, wenn auch manchmal mit Mühe, die Demonstranten auseinander zu halten. Nur einmal schien die Polizei nicht gut aufgestellt als es gegenüber der Staatskanzlei zu einer Auseinandersetzung im Durchgang zum Theater kam. Hier sollte man den Frauen und Männer der Polizei danken, die immer als Prellbock zwischen die Fronten geraten. Was auf viel waren emsige Fotografen die mit guter Ausrüstungen was nicht die Klamotten betraf, immer wieder Teleobjektiv und Blitzlicht Teilnehmer gerade der MVGIDA fotografierten. In einem kurzen Gespräch mit dem Fotografen teilte mir dieser mit von seiner Agentur den Auftrag zu haben, die Teilnehmer der MVGIDA aufzunehmen. Derartige intensive zielgerichtete Aufnahmen einzelner Teilnehmer durch beauftragte professionelle Fotografen tragen sicher nicht zu Deeskalation bei. Auf die Tatsache angesprochen, warum die Teilnehmer der Gegendemo nicht so zielgerichtet in den Focus der Kamera kommen, teilte dieser mit, das damit andere Kollegen beauftragt sind. Diese habe ich aber zu keinem Zeitpunkt gesehen. Bei fairer Betrachtung beider Lager, war die Zahl der Demonstranten auf beiden Seiten ausgewogen. Zum Thema Unterwanderung durch die NPD bleibt anzumerken, dass zum Glück für die Politiker die NPD schnell ins Boot der Pegidabewegung gesprungen ist, denn welche Argumente sollte man sonst gegen die Bürger vorbringen? Weil Sie für eine geregelte Einwanderung demonstrieren, die unseren Kindern auch eine gesicherte Zukunft ermöglicht. Wer sich mit dieser Bewegung auseinandersetzt muss erkennen, dass es nicht nur um die drohende Islamisierung des Abendlandes geht, sondern um soziale Gerechtigkeit, um Zwangsumzüge zur Senkung der Kosten für Unterkunft und Heizung, um Altersarmut, Tafel und Kindertafeln, um unbezahlbare Stromrechnungen und leere Rentenkassen.
Hier hat die Politik versagt, gleichzeitig erhöhen sich die Damen und Herren der Bundesregierung und der Landesregierungen jedes Jahr die Diäten. So haben wir auf der einen Seite die Gegendemonstranten, die vermutlich mit und von der Politik gut leben können, denn auch die Arbeitslosenindustrie und die Asylpolitik schafft gut gesicherte Arbeitsplätze. Auf der anderen Seite stehen die Verlierer dieser Politik am Volk vorbei. Was der eine hat möchte der andere haben. Wenn eine Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider monatlich 10 000 € verdient, hat die Dame seit 2002 sage und schreibe ca. 1 500 000 € eingestrichen. Ist dies soziale Gerechtigkeit?
In der heutigen Zeit sollten beide Seiten aufeinander zugehen, denn unbemerkt vom Trubel Pegida tut sich eine ganz andere Gefahr in Europa auf, der Konflikt in der Ukraine scheint nicht unter Kontrolle zu kommen. Da bringt es auch nichts mehr wenn sich Frau Gramkow ein Plakat mit 3 angebissenen Schaumküssen um den Hals hängt.
Baut man sich gewollt mit Pegida ein Feindbild auf ist dies vielleicht so gewollt?

„Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.“
Dieser Satz stammt von einem der bekanntesten politischen Kabarettisten des Landes, Volker Pispers und führt immer zu garantierten Lachern im Publikum. Dabei handelt es sich bei diesem Satz keineswegs um einen Gag, sondern um eine schlichte Bestandsaufnahme der menschlichen Psyche.
Menschen, fast alle und fast überall, haben ein Feindbild. Bei einigen wird dieses täglich sichtbar zu Schau getragen und prägt das tägliche Verhalten, andere hingegen gehen davon aus, ihre hohe Bildung wäre ein Garant, um nicht selber Opfer des eigenen Feindbildes zu werden.
Dies ist ein Irrtum. Feindbilder sind oft derart tief in uns verankert und werden, kaum sind wir auf der Welt, von unserem Umfeld derart subtil vermittelt, dass sie auch für Menschen, die auf diesem Gebiet sehr sensibel sind, fast unsichtbar sind.
Feindbilder haben eine Funktion. Vor allem, wenn man Macht ausüben will. Feindbilder sorgen dafür, Massen zu lenken. Daher ist das Kreieren von Feindbildern die Voraussetzung, wenn man plant, einen Krieg zu beginnen. Vor allem, wenn man es bei der eigenen Bevölkerung mit Menschen zu tun hat, die Krieg vollständig ablehnen. Und doch ist niemand sicher davor, in Mitleidenschaft gezogen zu werden, wenn in seinem Umfeld ein frisch gezimmertes Feindbild greift.
Schon Joseph Goebbels empfahl, über den Hebel „Feindbild“ auch die Pazifisten in einem Volk mental fit für den Krieg zu machen. Alles, was man tun müsse, sei einen äußeren Feind zu erfinden, und jeden, der diesen Feind nicht bestätigen würde, als Vaterlandsverräter zu brandmarken. Diesem sozialen Druck würde jeder Pazifist früher oder später nachgeben. Ein massiv vermitteltes Feindbild hat also enorme Kraft und ist in der Lage, selbst Weltkriege der Bevölkerung schmackhaft zu machen.

Kurioses am Rande. Auf dem Markt befand sich auch eine ausfahrbare mobile Hebebühne mit Korb, die mit dem Fahrzeugführer und einem Fotografen gerade wieder runter kam, als ein Polizist die Herren ansprach und mit einem Ordnungsgeld drohte, falls diese noch einmal hochfahren würden und keinen Helm aufhaben! Dazu spielte Maria Sophie Hüpeden vor den Cafe Röntgen. Irgendwie eine Surreale Welt in der wie gerade leben. Könnten wir nicht einfach an diesem Montag nur Musik hören?

Maria Sophie Hübeden
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.02.2015 | 01:20  
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Giacomo D. aus Erlangen | 11.02.2015 | 22:18  
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