On Radtour - IJsselmeer sowie Vechte- bzw. Kunstwegen-Radweg

Kunst am Wege?
 
reservierte Fahrradstellplätze !!!
  Burgdorf: Bahnhof Burgdorf | 1. Tag – Burgdorf – Almere 49 km

Start war mit der Bahn von Burgdorf über Hannover nach Amersfoort. Der Zug von Burgdorf war übervoll und in Hannover standen auch mehrere Fahrradfahrer die mit dem IC weiter wollten. Schön ist ja immer, wenn man an dem Ort steht, wo das Fahrradabteil halten soll. Leider war der Zug bereits auf dem Bahnsteig eingefahren als wir hörten, dass die Wagen in umgekehrter Richtung stehen. Also gab es erstmal ein großes Gedränge mit den aussteigenden Fahrgästen und denen die jetzt erstmal den Bahnsteig hin- und hertigerten, um das richtige Abteil zu finden. Da unser Abteil als letztes einfahren sollte, mussten wir also den ganzen Zug – und der war sehr lang – entlang zur anderen Seite. Er hatte schon einige Minuten Verspätung. Auf dem Bahnsteig soll man ja nicht Rad fahren, aber es gab sonst keine Möglichkeit so schnell wie möglich dorthin zu kommen. Abteil erreicht nächstes Problem: es hatte nicht genug Radplätze! So waren im Abteil einige Sitzplätze abgesperrt, so dass man mit Mühe dort einige Räder hinstellen konnte. Außerdem kam noch hinzu, dass der morgendliche Zug aus Wien Verspätung hatte und auch von dort noch – nicht reservierte Räder – zu verstauen waren. Aber wir Radler sind ja flexibel – zur Not kommt halt ein Rad noch in das WC!
In Amersfoort radelten wir dann recht schnell in Richtung Almere. In den Niederlanden ist es eine Erholung zu radeln. Neben einer guten Ausschilderung (Knotenpunkte) sind die Radwege prima zu fahren. Meist hat der Radler sogar Vorfahrt vor dem Kraftverkehr und muss nicht ewig anhalten.
Unsere Unterkunft lag direkt in Almere an einem See für Wassersportler und war ein Hausboot. Ein doch recht wacklige Angelegenheit. Der starke Wind, der an diesem Tag herrschte, tat sein übriges dazu. Auch der Steg, über den das Hausboot zu erreichen war, war gewöhnungsbedürftig.

2. Tag – Almere – Lemmer – 101 km
Heute schauten wir uns in Ruhe die Provinz Flevoland an. Die Provinz liegt im Durchschnitt fünf Meter unter dem Meeresspiegel und besteht aus dem Noordoostpolder, der sich an das Grundgebiet der Provinzen Overijssel und Friesland anschließt, dem östlichen Flevoland und dem südlichen Flevoland.
Das östliche und das südliche Flevoland bilden eine künstliche Insel. Im Gegensatz zum Noordoostpolder beließ man hier einen schmalen Wasserstreifen zwischen Polder und Festland. Dieser verhindert ein Absinken des Grundwasserspiegels und erhält den bisherigen Küstenorten den Zugang zum Wasser. Flevoland wird von übriggebliebenen Gewässern umgeben, die heute langgestreckte Binnenseen bilden. Diese Reste der Zuiderzee sind an einigen Stellen nur wenige Meter breit und haben dort den Charakter von Kanälen. Hierzu zählen das Veluwemeer, das Drontermeer, das Gooimeer und das Ketelmeer.
Neben Nationalparks gibt es dort auch viele Landschaftsschutzgebiete. Wildpferde sind dort zu sehen und immer schöne Ausblicke auf das Ijsselmeer .Sehenswert sind auch die kleinen Hafenstädtchen mit den vielen Segelschiffen, oft aus Holz und den anderen Booten.
Abends ging es dann noch zum kleinen idyllischen Hafen um mit Blick auf die vielen Schiffe gemütlich den Abend zu beschließen.

3. Tag – Lemmer – Dalfsen – 100 km
Der heutige Tag führte uns dann vom Ijsselmeer ins Inland. Ein kleiner Abstecher zum Treukemeer war nicht eingeplant aber sehr sehenswert. Durch kleine Orte und an vielen Mühlen aller Art sowie am National Park Weeribben-Wieden vorbei radelten wir in Richtung Zwolle. Dort wollten wir eigentlich die historische Altstadt besichtigen. Allerdings war die Innenstadt vollgestellt mit Fahrgeschäften und so sah man fast nichts von den schönen alten Häusern. Außerdem war es sehr voll, so dass wir bald die Lust verloren und uns kurzentschlossen wieder aufs Rad schwangen um in Ruhe die schöne Landschaft zu genießen. In Zwollen beginnt der Radweg „Kunstwegen“ bzw. der Vechte-Radweg. Das erste Kunstwerk besichtigten wir dann in Dalfsen. Leider ist die moderne Kunst nicht jedermanns Geschmack. Allerdings gab es auch andere Projekte, so dass dann doch jeder etwas für seinen Geschmack fand. Übernachtet haben wir in einem ehemaligen Kloster. Aus dem Grundriss und der Inneneinrichtung konnte man noch den ehemaligen Charakter erkennen.

4. Tag – Dalfsen – Emlichheim – 77 km
Weiter führte uns heute der Radweg an der Vechte entlang in Richtung Deutschland. Im niederländischen Gebiet waren wir wieder von den Radwegen und der Landschaft begeistert. Nachdem die ersten Tage die Tour immer wieder an Gewässern, Häfen, Seen sowie Verbindungskanälen entlangführte, ging es jetzt in landwirtschaftlich genutzte Gebiete.
Leider wurde der Radweg und die Landschaft ab Grenze Deutschland merklich schlechter. Die Radwege waren von der Qualität und Quantität teilweise eine Katastrophe. Ab Grenze Deutschland radelten wir dann überwiegend durch Maisfelder. Von der Landschaft sah man so gut wie nichts. Wenn am Radweg dann nicht öfter doch mal Kunstobjekte gestanden hätten, wäre dieser Teil des Radweges möglichst zu meiden. Ein Highlight war jedoch die wohl erst kürzlich angelegte Fähre, die man selbst betätigen musste. Sonst war der deutsche Teil überwiegend enttäuschend.

5. Tag Emlichheim – Burgdorf 75 km
Dieser Tag führte uns dann über Nordhorn nach Bad Bentheim. Die ersten Tage waren vom Wetter her sehr fahrradfreundlich, d.h., Wind meist von hinten, nicht so warm, Wolken und Sonne wechselten sich ab. Heute war es über Nacht sehr kühl geworden und die Wolken überwogen. Dazu kam wieder, dass der Radweg wieder (bis hinter Nordhorn) überwiegend von Maisfeldern begleitet wurde. Auch der Güllegestank war beträchtlich. Aufgrund dessen radelten wir ziemlich lustlos die immer noch recht schlechten Wege in Richtung Bad Bentheim. Die Region um Bad Bentheim wird als fahrradfreundlich beworben. Das kann jedoch nicht an den Radwegen liegen. Ab Nordhorn gab es allerdings auch mal Gebiete mit weniger Maisfelder, so dass man auch mal die Landschaft sehen konnte. In Bad Bentheim kam es dann wieder zu einem kräftigen Regenschauer, den wir jedoch bei Kaffee und Kuchen verbrachten. Danach ging es hoch zur Burg. Von Bad Bentheim fuhr uns dann der Zug (mit problemlosen umsteigen in Rheine und Hannover) nach Hause.

Fazit: 402 km, Sehenswerte Route im Niederländischen mit vielen Highlights, guten Radwegen (super ausgeschildert und qualitativ prima), in Deutschland fast nur Maisfelder und schlechte Radweg, sehr enttäuschend!
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3 Kommentare
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 20.08.2014 | 23:11  
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Giuliano Micheli aus Garbsen | 21.08.2014 | 08:29  
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Dieter Goldmann aus Seelze | 25.08.2014 | 10:31  
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