Gummiseilstart - Annodazumal - mit der SG 38 ( alter Schulgleiter )

von Harry Clemens aus Breidenbach | am 25.01.2010 | 1586 mal gelesen | 24 Kommentare | 3 Bildkommentare | 12 Bilder
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Erneuerung der Berechtigung für Gummiseilstart

Eschenburg: Segelflugplatz HIHAI | Gummiseilstart ist eine historische Startart für Segelflugzeuge und war in den Anfängen des Segelflugs auch die einzige.
Die ersten Flugversuche fanden an den Hängen der 950 m NN hohen Wasserkuppe statt und kurze Zeit später auch am Nordwesthang 550 m NN in Hirzenhain, der sich immerhin fast 200 m über Talboden erhebt.
In den Anfängen der Segelfliegerei um 1919 kam es mit Hilfe des Gummiseilstarts zu einfachen "Rutschern" in der Ebene - aber dann auch zum "Hangsegelflug".
Zu jener Zeit gab es noch keine motorgetriebenen Seilwinden und an Flugzeugschlepp war überhaupt noch nicht zu denken.

Damit ein Segelflugzeug aber fliegen kann, muss es zunächst auf Fluggeschwindigkeit gebracht werden.

Das geschah anno dazumal mit Hilfe von 2 elastischen 500 - 1000-fädigen Gummiseilen von 44 - 50 m Länge, die beim Segelflugzeug am Ausklinkhaken
angebracht und in V - Form vor dem Segler ausgelegt wurden.
Dann musste eine 8 - 12 köpfige Startmannschaft und eine Haltemannschaft bis zu 4 Leuten aufgestellt werden.
Während sich die Startmannschaft auf beide Starseile verteilten, blieben die 2 - 4 Halter am "Schwanz" des Segelflugzeuges und hielten dieses mit einem kurzen Strick fest.

Nach der Frage des Piloten an beide Mannschaften "Fertig"? - kam dann das Kommando "Seil anziehen" - "Laufen" und nach genügender Spannung des
Seiles dann an die Haltemannschaft das Kommando "Los".

Dann wurde das Segelflugzeug durch den dabei entstehenden Schwung einige Meter in die Höhe geschleudert und konnte anschliessend gleiten.

Der Start erfolgte hangabwärts gegen den Wind, wobei dadurch ermöglicht wurde, dass nach wenigen Höhenmetern der tragende Hangaufwind genutzt werden konnte.

Manchmal gelangen dann bei richtiger Flugtechnik und entsprechend starkem Wind auch schon anno dazumal einige Flugstunden - aber oft ging es auch bei Windflauten nach 5 - 7 Minuten schon wieder zur Landung in die 200 m tiefer gelegenen Wiesen.

Dann hatte es mal wieder die Rückholer erwischt !

Das Flugzeug musste zu neuem Start wieder mühsam und in einigen Serpentinen den gesamten Berg (fast 200 m) wieder heraufgezogen werden.
Wenn die Rückholmannschaft zu schwach besetzt war, wurden manchmal sogar
Kühe (Milchkühe!) vorgespannt.

Das war noch Idealismus ! - und Körperertüchtigung !

Vor vielen Jahren konnten noch einige ältere Veteranen die Berechtigung zum
Gummiseilstart durch Übungsstarts verlängern.

Heute sind allerdings beim Segelfliegen solche Kraftanstrengungen nicht mehr nötig,

und ich wünsche allen Piloten auch bei anderen Startarten immer ein
herzliches "Glück ab" !

Gruss Harry

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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Hinterland extra, Marburg extra, Anzeiger extra | Erschienen am 27.01.2010
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