Bürgerverein Vilich-Müldorf ruft am Dorffest zur Typisierung auf

Wann? 20.06.2015 15:00 Uhr bis 20.06.2015 20:00 Uhr

Wo? Mühlenbachhalle, Wilfried-Hatzfeld-Straße 2, 53229 Bonn DE
In Vilich-Müldorf ruft der Bürgerverein während dem Dorffest mit der Stefan-Morsch-Stiftung zur Typisierung auf.
 
Bei Fragen zu Typisierung und Stammzellspende sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung unter der gebührenfreien Hotline 0800 - 76 67 724 erreichbar.
Bonn: Mühlenbachhalle | Am Dorffest in Vilich-Müldorf wird gefeiert – mit allem, was Herz, Gaumen und Ohren begehren: Deftiges wie Gyros, Süßes wie Kuchen, Bastelspaß für Kleine und Große und vieles mehr bieten die Ortsvereine und Gruppen am Samstag, 20. Juni, an der Mühlenbachhalle. Für Livemusik sorgen Bands aus der Nachbarschaft: Dorefslöck, Bottemelch‘s Jonge und die Neijbörs. Auch Lebensretter werden gesucht. Von 15 bis 18 Uhr informieren Mitarbeiter am Stand der Stefan-Morsch-Stiftung über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren kann sich kostenlos als möglicher Stammzellspender registrieren und Blutkrebspatienten Hoffnung auf Heilung schenken.

Zum zweiten Mal organisiert der Bürgerverein Vilich-Müldorf das Fest. Vorstandsmitglied Astrid Bender weiß: „Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland.“ Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance. Das funktioniert jedoch nur, wenn es gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen. In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung sind derzeit 25 Millionen Menschen registriert, nichtsdestotrotz ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich ein passender Spender findet. Astrid Bender ist schon lange typisiert. Es liegt ihr am Herzen, diesem Glück durch den Typisierungsaufruf auf die Sprünge zu helfen: „Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann.“

Eine Typisierung ist ganz einfach: Am Tag der Typisierung werden in einem Gesundheitsfragebogen die wichtigsten Ausschlusskriterien abgefragt – etwa schwere Vorerkrankungen, starkes Übergewicht und die Zahl der Schwangerschaften. Ist der Fragebogen vollständig ausgefüllt und unterschrieben, wird eine kleine Blut- oder Speichelprobe abgenommen. Diese Probe wird im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung analysiert und die für eine Transplantation wichtigen Gewebemerkmale (HLA-Werte) in der Spenderdatei der Stiftung gespeichert. Das bedeutet: Die HLA-Werte, das Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte werden anonym hinterlegt. Gemeinsam mit der Spendernummer werden diese an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, um für weltweite Suchanfragen von Patienten zur Verfügung zu stehen.

Die Vilich-Müldorferin hofft, dass sich viele beim Dorffest als Spender bereit erklären: „Wir als Verein sind geübte Teamarbeiter. Mit der Aktion wollen wir die Leute auf die Leukämiehilfe aufmerksam machen.“

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.

Antworten auf häufige Fragen zu Typisierung und Stammzellspende:

Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme hat die Stefan-Morsch-Stiftung auf 40 Jahre festgelegt, weil ältere Spender, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das lässt sich statistisch belegen: Zwei Drittel des ausgewählten Spender in der Datei waren jünger als 40 Jahre (Stand: 01-2015). Denn die Transplanteure wissen, dass sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden bei den potenziellen Spendern zunehmen. Deshalb bittet die Stefan-Morsch-Stiftung Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation werden die Registrierungen aus Spendengeldern finanziert: „Diese Gelder wollen und müssen wir verantwortungsvoll einsetzen, um Spender zu registrieren, die eine höchst mögliche Chance haben auch ein Leben zu retten“, so eine Stiftungssprecherin. Das wird durch den ZKRD-Jahresbericht 2013 (Seite 14) untermauert: „Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich einmal zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren dreimal so hoch wie im Alter von 35 Jahren und zehn Mal so hoch wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren.“

Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal?
Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zur Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat. Über die Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-Stiftung.de) lassen sich die aktuellen Kontaktdaten online eintragen.

Wie funktioniert eine Stammzellspende?
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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