Atomarer Grenzfall in Dannenwalde

Im brandenburgischen Dannenwalde , südlich der Müritz auf der gleichen Höhe wie Rheinsberg und Templin , ist es am 14.8.77 schon gegen Mittag stark mit Quellwolken zugezogen , ein entferntes Donnern kündet vom Herbeiziehen eines Gewitters ganz besonderer Art ...
Nach 1938 wurde hier im großen Stil Munition für die deutsche Luftwaffe hergestellt , und sofort mit Bahn oder LKW zur Front transportiert.

Übernommen wurde diese MUNA von der 2. Garde Panzerarmee der glorreichen Roten Armee , und jene operativ taktische Boden - Boden Raketenbasis gehörte zu den Standorten , die unter strengstem Sperrgebiet unzugänglich waren und sind . Hier standen die Bunker der SS - 21 mit westlichem Ziel zum Abschuss im Ernstfall bereit , nur im Ernstfall ?

Das Dorf Dannenwalde kennt das rege Treiben des Großen Bruders ringsum der Wälder , und was unter der Erde sich befindet , kennt nicht einmal der Bürgermeister .
Das Gewitter, was sich schon seit Stunden in der Luft quälte , entlud sich in über der Sonntäglichen Ruhe , es war 13.45 . Ein Zug rollte vorbei ...
Ein Blitz , nein ein Erdbeben , eine Detonation , noch eine . Das Grollen vermischte sich mit pfeifenden Tönen - der Himmel stand in Flammen .
Auf dem Munitionsarsenal wurden vom Einschlag eines Blitzes mehrere 122 mm
KATJUSCHAS zum Start animiert . Diese zogen in alle Richtung ihre Bahnen und zündeten im Nachbararsenal die Feststoffantriebe ( ! ) der Raketenbasen . Weitere Munition stimmte akustisch mit ein . Im Umkreis von 15 Kilometer ging ein Katjuscharegen hernieder , 23 Dörfer wurden ohne scharfe Köpfe getroffen .
Der Zug , der vor dem Sperrtor der " Feuerwerksfirma " wartete , wurde von Eisenbahnern außer Reichweite rangiert . Die unkontrollierten Raketenstarts dauerten bis 19 Uhr ...
Es ist nicht allein den mutigen Sowjetsoldaten zu verdanken , die bei der Abwendung eines Atomschlages ihr Leben lassen mussten . Auch dem Glück !
Die Bevölkerung von Dannenwalde war nach kurzer Zeit evakuierend geflüchtet , rette sich wer kann .
Nach dem Inferno lag Nervosität in der Luft , wobei die Spitzenzeit in den Nächten lag . Man geht davon aus , dass die Nuklearlast auf andere Stationen im Schutze der Dunkelheit abtransportiert wurde. Die unbrauchbare Munition , die an jenen Sonntag nicht explodierte , wurde zum Sprengplatz abtransportiert . Wochenlang hörte man gewaltige Detonationen , vorwiegend am Abend . Schätzungsweise 330 LKW's .
Die Räumungsbrigaden zählten ca. gefundene 800 Raketen im Radius .

Die Sowjetregierung verhängte bis 2017 über dieses Ereignis eine vertragliche Schweigepflicht , 40 Jahre lang . Vielen ist dieses Datum unbekannt . Dieser Fleck ist im Satellitenbild bis heute " weiss " und nicht einsehbar .

Sollten im Jahre 2017 alle Geheimnisse keine mehr sein ?
Wenn es irgendwann zu meiner Lebenszeit dort für die Soldaten ein Mahnmal gibt , werde ich mit Blumen Gedenken und den bis 300 (?) getöteten Soldaten Danken , denn wenn das wirklich so war , hatten wir richtig Glück , weil beinahe der Kalte Krieg Europa so richtig kalt gemacht hätte ...

Text ; beoland
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