Leukämie: TV Birkenfeld plant Handball-Heimspieltag für Lebensretter

Wann? 01.03.2015 13:00 Uhr bis 01.03.2015 17:00 Uhr

Wo? Großsporthalle "Am Berg", Am Stadion, 55765 Birkenfeld DE
Die Handballer des TV Birkenfeld machen sich für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke stark. Am 1. März 2015 planen sie eine Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung.
 
"Wir suchen Lebensretter" heißt es auch am 1. März 2015 in der Großsporthalle "Am Berg" in Birkenfeld, dem Ort, in dem Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei, die Stefan-Morsch-Stiftung, ihren Sitz hat.
Birkenfeld: Großsporthalle "Am Berg" |

Die Handballer des TV Birkenfeld wollen bei ihrem Heimspieltag am Sonntag, 1. März, nicht nur auf Torjagd gehen. “Heimspieltag für Lebensretter!“, heißt der Aufruf, den sie gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, starten. Ziel ist es junge Spieler und Zuschauer zu motivieren, sich an diesem Tag zwischen 13 und 17 Uhr in der Großsporthalle „Am Berg“ als Stammzellspender registrieren zu lassen.

Hans-Peter Lampel, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, weiß wovon er spricht, schließlich hat er im vergangenen Jahr Knochenmark gespendet. Sein Erfahrungsbericht steht in der jüngsten Ausgabe der Vereinszeitschrift „Mosaik“: „Es ist nur ein kleiner Schritt, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Denn mit jedem neuen Spender erhöht sich die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.“
Die Registrierung als Stammzellspender ist ganz einfach: Beim Team der Stefan-Morsch-Stiftung kann man sich in der Halle „Am Berg“ genau über die Stammzellspende informieren. Nachdem der Fragebogen über den Gesundheitszustand ausgefüllt und die Einverständniserklärung unterschrieben ist, wird eine kleine Blutprobe, knapp ein Fingerhut voll Blut, genommen. Gleiches funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut.
Hans-Peter Lampel ist keiner, der seine Spende an die große Glocke hängt, aber er möchte andere davon überzeugen, dass die Typisierung der richtige Schritt ist. Er hofft, dass an diesem Tag junge Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren, die keine schweren Erkrankungen haben, die Ärmel hochkrempeln und sich als potenzielle Lebensretter registrieren lassen.: „An diesem Heimspieltag spielt unsere Herrenmannschaft gegen Nordsaar II und die beiden Damen-Teams haben Schwarzenbach-Hermeskeil und Niederwürzbach zu Gast. Das sind doch beste Voraussetzungen für ein Heimspiel der Lebensretter“, meint der 39-Jährige ehemalige Aktive. „Er ist nicht das einzige TVB Mitglied, das nicht nur typisiert, sondern auch Stammzellen gespendet hat“, erklärt Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung. Er freut sich über das Engagement des Vereins.
Auf der Suche nach potenziellen Lebensrettern organisiert die Stefan-Morsch-Stiftung täglich deutschlandweit Registrierungsaktionen – Typisierungen genannt. Allein im Jahr 2014 ließen sich so 30 000 Menschen als Stammzellspender registrieren. Mehr als 400 000 sind derzeit im Team der Lebensretter bei der Stiftung, weltweit sind es 25 Millionen registrierte Spender. Trotzdem verlaufen immer noch manche Suchen nach einem passenden Spender ergebnislos. Allgemein kann sich jeder Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren kostenlos als potenzieller Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. Ausgenommen sind Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften. Weitere Ausschlusskriterien sind auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de nachlesbar.

Hintergrund rund um die Typisierung:

Ist die Typisierung kostenlos? Die Stefan-Morsch-Stiftung hat sich immer für die kostenlose Registrierung der Neuspender eingesetzt und möchte dies auch so weiterführen. Als gemeinnützige Organisation ist sie auf Spendengelder angewiesen und muss diese verantwortungsbewusst einsetzen. Statistische Auswertungen haben gezeigt, dass ältere Spender sehr viel seltener von den Ärzten als Spender ausgewählt werden, und auch Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften nur noch sehr selten als Spender angefordert werden. Diese Auswertung entspricht den aktuellen medizinischen Forschungen.
Daher hat die Stiftung Kriterien zur Registrierung als Stammzellspender festgelegt, die beiden Aspekten Rechnung trägt. So ist etwa das Höchstalter für die kostenlose Registrierung auf 40 Jahre begrenzt. Gleiches gilt für Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften.
Eine Aufnahme in die Spenderdatei ist jedoch auch für diese Freiwilligen möglich. Die Stiftung bittet diesen Personenkreis, wenn er sich typisieren lassen will, um einen Beitrag in Höhe von 50 Euro zu den Typisierungskosten.
Weitere Ausschlusskriterien lassen sich auf der Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) nachlesen. Warum Transplanteure ältere Spender und Frauen mit mehreren Schwangerschaften seltener als Spender auswählen, wird dort einem Experteninterview mit Dr. Harald Biersack, Hämatologe des Universitätsklinikum Lübeck, erklärt. Zudem gibt es eine gebührenfreie Info-Hotline 08 00 - 766 77 24.
Muss man 18 Jahre alt sein, um sich typisieren lassen? Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann Stammzellen bzw. Knochenmark spenden. Mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Für die Spendersuche wird man erst mit Erreichen der Volljährigkeit freigeschaltet. Bevor das geschieht, wird der Spender von der Stefan-Morsch-Stiftung noch einmal angeschrieben, um das Einverständnis zu bestätigen. Die Wahrscheinlichkeit, zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren zehn Mal so hoch wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren, belegen die Statistiken des ZKRD.
Was ist Leukämie? „Leukämie“ ist der Oberbegriff für eine ganze Gruppe von Erkrankungen des blutbildenden Systems. Das Blut setzt sich aus Zellen (Blutkörperchen) und einer Flüssigkeit, dem Blutplasma, zusammen. Bei den Blutkörperchen werden dabei drei Arten unterschieden: die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Alle Blutzellen haben abhängig von ihrer Funktion eine begrenzte Lebensdauer. Im Knochenmark entstehen daher aus so genannten Blutstammzellen durch Zellteilung oder Reifungsschritte ständig neue Blutzellen, die dann in den Blutkreislauf übertreten. Bei einer Leukämie kommt es zu einer starken Vermehrung von weißen Blutkörperchen, insbesondere der noch funktionsuntüchtigen, jugendlichen Vorstufen. Diese Leukämiezellen verdrängen die normale Blutbildung im Knochenmark. Das stört den normalen Ablauf der Blutbildung und führt zu einem Mangel aller Arten gesunder Blutzellen. Dabei führt die Verminderung roter Blutkörperchen zu Blässe und Leistungsschwäche und die Verminderung der Blutplättchen zu vielen blauen Flecken oder schwer stillbaren Blutungen (Nasenbluten). Das Fehlen gesunder weißer Blutkörperchen führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.
Abhängig von der Art der weißen Blutkörperchen aus denen die Leukämiezellen hervorgehen, unterscheiden die Mediziner zwischen myeloischen und lymphatischen Leukämien. Beide Leukämiearten können jeweils eine akute oder chronische Verlaufsform annehmen. Akute Leukämien entwickeln sich sehr rasch und ohne Behandlung tritt hier innerhalb weniger Wochen ein lebensbedrohlicher Zustand ein. Im Gegensatz dazu sind chronische Leukämien schleichende Erkrankungen, bei denen der Patient über Monate und Jahre symptomarm bleiben kann.
Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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