Biologie-Schüler des Gymnasiums Birkenfeld lernen Lebensretter kennen

Im HLA-Labor der Stefan-Morsch-Stiftung können Schüler theoretisches Wissen ganz konkret in die Praxis umsetzen.
 
Dr. Marco Schäfer, Leiter des HLA-Labors der Stefan-Morsch-Stiftung, erklärt einer Schülergruppe wie eine Typisierung erfolgt.
Birkenfeld: Gymnasium |

Den genetischen Code des Menschen nehmen in der kommenden Woche Schüler des Gymnasiums Birkenfeld bei den Projekttagen der Schule ganz genau unter die Lupe. In Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, werden sie erkunden, wie molekularbiologisches Wissen in der Praxis angewandt wird und ganz konkret dazu beiträgt, das Leben von Menschen zu retten, die an Leukämie erkrankt sind.

Kerstin Wolf und Monika Dusaux, zwei Biologie-Lehrerinnen des Gymnasiums, animieren seit mehreren Jahren immer wieder Schüler dazu, im HLA-Labor der in Birkenfeld ansässigen Stiftung praxisnah das anzuwenden, was sie im Biologie-Unterricht der Schule gelernt haben. Und das mit Erfolg: „Die Schüler sind oft überrascht darüber, wie lebensnah die Molekularbiologie sein kann. Einige haben anschließend auch eine Facharbeit darüber geschrieben und manche dann auch ein Berufspraktikum in der Stiftung absolviert“, erzählen die beiden Lehrerinnen, die auch nun wieder mit 15 Schülern aus der 11. Und 12. Jahrgangsstufe an zwei Tagen die wenige hundert Meter von der Schule entfernt gelegene Organisation besuchen.
Dort wird dann im HLA-Labor ganz konkret getestet und analysiert. Darüber hinaus wird gezeigt, wie die HLA-Merkmale in der weltweit vernetzten Stammzell- bzw. Knochenmarkspenderdatei gespeichert werden. Auch wie eine Spendersuche erfolgt, wird erklärt. Den dritten, entscheidenden Schritt – wie eine Blutstammzellspende abläuft – werden dann die Schüler in der hauseigene Entnahmestation, der Apherese, erleben.
Dr. Marco Schäfer und Dr. Wolfgang Peter, die in der Stefan-Morsch-Stiftung die Kooperation mit verschiedenen Schulen und Universitäten in die Praxis umsetzen, sind sich einig: „Die Schulen können im Biologie-Unterricht den Bezug zwischen theoretischem Wissen und der praktischen, sinnvollen Anwendung der Molekularbiologie und der Genetik herstellen, indem gezeigt wird, wie solches Wissen dazu beiträgt, Menschenleben zu retten.“
Emil Morsch, Vorsitzender der nach seinem an Leukämie verstorbenen Sohn benannten Stiftung, hat die Erfahrung gemacht, dass ein solches Schulprojekt auch nachhaltige Wirkung hat: „Junge Menschen werden so motiviert sich für die Gesellschaft, insbesondere für kranke Menschen zu engagieren. Durch die Organisation eines solchen Projekts gemeinsam mit Schülern und Studenten werden das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit der Schule und damit auch der Region gestärkt.“
Kerstin Wolf und Monika Dusaux unterstreichen die Nachhaltigkeit der Birkenfelder Kooperation: „Bei der Präsentation der Projekttage am Gymnasium am Mittwoch, 9. April, 14 bis 17 Uhr, lernen auch die anderen Schüler und ihre Eltern die Arbeit der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke kennen und lassen sich hoffentlich dann auch als potenzielle Lebensretter in der Stammzellspenderdatei speichern.“
Schulen, die Interesse an der der Organisation einer Informationsveranstaltung zum Thema Stammzellspende haben, können sich an die Organisatorin der Typisierungsaktionen, Frau Elisabeth Terboven, Dambacher Weg 5, 55765 Birkenfeld, Telefon: 06781-993391, Email: info@stefan-morsch-stiftung.de, wenden. Über die Internetseite der Stiftung gibt es einführende Informationen: www.stefan-morsch-stiftung.de
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