Infoabend der Stefan-Morsch-Stiftung über Stammzellspende in Bernkastel-Kues

Wann? 26.06.2014 18:00 Uhr

Wo? DRK-Sozialwerk, Am Kurpark 18, 54470 Bernkastel-Kues DE
Annette (60) hat Leukämie und sucht einen Stammzellspender.
 
Unter der kostenfreien Hotline 0800 - 76 67 724 sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar.
Bernkastel-Kues: DRK-Sozialwerk |

In Bernkastel-Kues ziehen viele am selben Strang, denn Annette (60) hat Leukämie. Nur eine Stammzelltransplantation kann der Erzieherin im DRK-Integrationskindergarten Bernkastel-Kues Hoffnung auf Heilung schenken. Familie, Freunde und Kollegen suchen nun einen genetisch passenden Spender für Annette, aber auch für andere Patienten. Deshalb rufen sie gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, zur Typisierung am Sonntag, 6. Juli, 13 bis 17 Uhr, in der Realschule plus, Freiherr-vom Stein-Weg 1-2, in Bernkastel-Kues, auf. Am Donnerstag, 26. Juni, 18 Uhr, kann man sich bei der Info-Veranstaltung der Stefan-Morsch-Stiftung in Bernkastel-Kues, DRK-Sozialwerk, Am Kurpark 18 über das Thema Stammzellspende und die Typisierungsaktion informieren.

Jedes Jahr erkranken etwa 11 000 Menschen an Leukämie – allein in Deutschland. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die vielleicht letzte Chance. Durch sie wird dem Patienten ein neues blutbildendes System übertragen. Dazu brauchen Patienten wie Annette einen Spender, dessen Gewebemerkmale weitestgehend mit den eigenen übereinstimmen. Um für so viele Leukämiepatienten wie möglich einen passenden Spender zu finden, ist die Stefan-Morsch-Stiftung täglich deutschlandweit unterwegs, auf der Suche nach potenziellen Lebensrettern.

In den Knochenmark-und Stammzellspenderdateien wie der Stefan-Morsch-Stiftung sind weltweit mehr als 20 Millionen Menschen registriert und trotzdem ist es immer noch ein Glücksfall, wenn sich für einen Patienten ein passender Spender findet. Allgemein kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren kostenlos als potenzieller Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen. Ausgenommen sind Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften. Denn im Rahmen von Schwangerschaften können Antikörper gebildet werden, die nach heutigem Kenntnisstand den Transplantationserfolg gefährden können. Weitere Ausschlusskriterien sind auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de nachlesbar.

Annette braucht Stammzellen eines Menschen, dessen Gewebemerkmale in 10 von 190 Merkmalen übereinstimmen, damit sich ihr eigenes blutbildendes System wieder regenerieren kann. Diese Stammzellen finden sich im Knochenmark. Stimmen die Daten eines Spenders mit denen eines Patienten überein, gibt es zwei Verfahren, um diese überlebenswichtigen Stammzellen zu transplantieren: Durch eine Punktion des Beckenkamms wird Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Das zweite Verfahren – und mittlerweile das am häufigsten angewandte (90 Prozent) – ist die Stammzellgewinnung aus dem Blut. Dabei wird dem Spender wenige Tage vor der Entnahme ein körpereigener Botenstoff verabreicht. So reichert sich das Blut mit Stammzellen an und kann dann in einer Entnahmestation (Apherese) ähnlich wie bei einer Dialyse entnommen werden.

Lotte Stüttgen vom DRK, eine Kollegin von Annette, bittet die Bernkasteler um Unterstützung: „Kommen Sie zur Typisierung am 6. Juli, in die Freiherr-vom-Stein Realschule und helfen Sie Annette. Sie war immer für Andere da, jetzt braucht sie uns!“ Am Donnerstag, 26. Juni, 18 Uhr kann man sich vorab bei dem Info-Abend der Stefan-Morsch-Stiftung in Bernkastel-Kues, DRK-Sozialwerk, Am Kurpark 18 über das Thema Stammzellspende und die Typisierungsaktion informieren.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Seit fast 30 Jahren bietet sie Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Täglich werden Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von ca. 380 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Ansprechpartner für Patienten und ihre Angehörigen und bietet ihnen finanzielle Hilfen. So können ungedeckte Kosten des Patienten, die durch eine Leukämie-Erkrankung entstanden sind und zu einer wirtschaftlichen Notlage geführt haben, übernommen werden. Als gemeinnützige Organisation ist die Stefan-Morsch-Stiftung auf Spendengelder angewiesen. Weitere Informationen gibt es unter www.stefan-morsch-stiftung.de oder unter der kostenlosen Hotline 0800 – 76 67 724.

Häufige Fragen:



Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient einen passenden Spender findet?
Die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen kompatiblen Stammzellspender zu finden liegt in der Größenordnung von 1 : 10.000 und 1 : 1.000.000 und ist abhängig von den Gewebemerkmalen (HLA-Merkmalen) des Patienten. Je genauer die Übereinstimmung zwischen den Merkmalen dieses DNA-Teilstückes des Spenders und denen des Patienten ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten für eine Stammzelltransplantation.

Ab welchem Alter kann man sich typisieren lassen?
Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren kann sich als Stammzellspender registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben.

Warum liegt das Typisierungsalter bei der Stefan-Morsch-Stiftung bei 40 Jahren?
Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren registrieren lassen. Das Höchstalter für eine kostenlose Neuaufnahme haben wir für unsere Datei so festgelegt, da wir wissen, dass Spender, die älter als 40 Jahre sind, nicht mehr oder nur noch sehr selten von den Transplantationszentren als Spender angefordert werden. Das liegt unter anderem daran, dass sich mit zunehmendem Alter die Zellteilung verlangsamt und die Beschwerden zu nehmen. Deshalb bitten wir, Spender, die älter als 40 Jahre sind, einen Beitrag für die Typisierungskosten zu leisten. Denn als gemeinnützige Organisation finanzieren wir die Registrierungen aus Spendengeldern. Und diese Gelder wollen und müssen wir so verantwortungsvoll wie möglich einsetzen.

Kann man es sich auch anders überlegen?
Ja. Die Entscheidung zur Spende ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Allerdings sollte sich jeder Spender schon vor der Aufnahme in die Datei gut informieren und eingehende Gedanken machen, ob er sich tatsächlich einmal als Spender zur Verfügung stellen möchte. Sobald die vorbereitende Phase zur Transplantation für den Patienten beginnt, kann der Patient ohne die "neuen", gesunden Stammzellen des Spenders nicht überleben. Ein Rücktritt zu diesem Zeitpunkt ist möglich, hätte aber fatale Folgen für den Patienten.

Ich bin bereits typisiert. Soll ich nochmal?
Wer bereits typisiert ist, sollte sich nicht noch einmal registrieren lassen. Egal, wo er registriert ist, die Daten aller Stammzellspenderdateien stehen anonymisiert über das deutsche Zentralregister des ZKRD für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Wer mehrfach registriert ist, würde als Mehrfach-Treffer erscheinen und so zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe mehrere Spender zu Auswahl. Letztendlich wäre das eine trügerische Hoffnung. Wer schon typisiert ist, sollte jedoch überlegen, ob die Spenderdatei noch die aktuellen Kontaktdaten hat.
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