Ein Rundgang über die Klosteranlage Barsinghausen
Barsinghausen: Kloster | Wie ist ein Klostergarten angelegt? Die einen sehen vor ihrem geistigen Auge einen Kräutergarten mit unendlichem Bewuchs der verschiedensten Heil- und Gewürzpflanzen, andere einen Nutzgarten mit Gemüse aller Arten. Romantiker stellen sich eine barocke Parkanlage mit englischem Einfluss vor, Realisten eher den natürlichen nachbarlichen Garten. Auch in diesem Jahr bietet das Kloster Barsinghausen wieder öffentliche Führungen durch die Grünflächen an, um alle Neugier zu befriedigen.
Anno 1193 wurde das von Graf Wedekind von Schwalenberg initiierte Kloster erstmalig urkundlich erwähnt. Es handelt sich um das älteste der fünf im ehemaligen Fürstentum Calenberg gelegenen Frauenklöster. 1543 wurde die Reformation eingeführt und das Kloster in ein Damenstift verwandelt. Im 30jährigen Krieg (1618 bis 1648) entstanden schwere Schäden am Gebäude, die erst in den Jahren 1700 bis 1704 durch einen Wiederaufbau beseitigt wurden. Die Klosterkirche St. Marien stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im romanisch-gotischen Übergangsstil erbaut. Das aus Deistersandstein bestehende Bauwerk ist eine der ältesten dreischiffigen Hallenkirchen in Norddeutschland.
Der Garten in seiner jetzigen Form findet Anlehnung an das Jahr 1850. Wie er zu Zeiten der Entstehung des Klosters im 12. Jahrhundert bis hin zum 19. Jahrhundert gestaltet war, ist nicht überliefert. Die Klosteranlage war damals weitaus größer. Sie erstreckte sich bis in die Hänge des Deisters und der Kräutergarten fehlte natürlich auch nicht. Er befand sich dort, wo heute Grundschüler die Wilhelm-Stedler-Schule besuchen.
Die Zeiten für Klostergartenführungen 2012 sind der 20. Mai um 14:30, 3. Juni um 16 Uhr, 22. Juli um 11 Uhr und am 9. September um 14:30 Uhr. Besichtigungen des Klosters selbst finden von März bis Oktober jeden Mittwoch um 15 Uhr statt. Weitere Informationen erhält man im Internet unter
http://www.kirchenkreis-ronnenberg.de




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