Kneippianer erlebten letzte Tage der Laubfärbung im Süntel

Mit Privat-PKW steuerten die Wanderer des Kneippvereins Barsinghausen den ca. 320m hoch gelegenen Parkplatz am Forsthaus in Langenfeld am Süntel an, um nochmals den Duft der Herbstluft in ihre Lungen aufnehmen zu können.

Auf anfangs ebenem Waldweg wurde zunächst die Felsbastion der Moosköpfe angesteuert. Diese besteht aus Korallenoolith, entstanden aus den Ablagerungen am Grund eines urzeitlichen Meeres. Der Begriff Moosköpfe erinnert durch den Moosbewuchs auf einigen Felsköpfen tatsächlich an eine echte Frisur. An dem steil abfallenden Felshang klammern sich Eiben, die hier auf Grund der extremen Lage vor Rehverbiss geschützt sind. Von hier schaut man hinüber zu den Felstürmen des Hohensteins und tief hinunter ins Blutbachtal, wo sich im Jahre 782 das Wasser des gleichnamigen Baches vom Blut der durch Herzog Widukind vernichtend geschlagenen Franken unter Karl dem Großen rot gefärbt haben soll.

Auf einem tief mit Herbstlaub bedeckten Hangweg führte die Wanderstrecke weiter zur Baxmannbaude mit der hier befindlichen Baxmannquelle. Die Sage erzählt, dass ein aus Hessisch Oldendorf stammender Kornschmuggler und Betrüger als Strafe für seine Missetaten hierher verbannt wurde und den Brunnen mit einem Sieb leerschöpfen sollte, was ihm in einem strengen Winter durch das gefrorene Wasser der Quelle gelungen sein soll. Nachdem er danach erneut verbannt wurde, sollte er den Brunnen mit einem Fingerhut leerschöpfen, was ihm allerdings bis heute nicht gelungen ist.

Vorbei ging die Wanderschar am Kreuzstein, wo die Sage erzählt, dass ein Jäger bei der Jagd auf Schwarzwild durch die Hauer eines starken Keilers am Bein so schwer verletzt wurde, dass er später daran verstarb. Nach wenigen hundert Metern wurde schließlich die Pappmühle im Blutbachtal zur verdienten Mittagsrast angesteuert, die sich zu einem Spezialitätenrestaurant entwickelt hat, in dem sich Gaumenfreunde verwöhnen lassen können. Das in den Jahren 1841/42 errichtete Gebäude diente bis zum Jahre 1907 tatsächlich als Pappmühle, wo Buchbinderabfälle und Wolllumpen zu Pappe verarbeitet wurden.

Der Rückweg führte stetig ansteigend über wenig begangene Wege mit vielen Exemplaren toller Süntelbuchen, die früher als Hexenbesen bezeichnet wurden und deshalb auch fast ausgerottet sind, da sie außer zu Feuerholz keiner wirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden können. Die Wanderer wurden um Schluss noch einmal tüchtig gefordert, um nach einem ca. 2 km langen Anstieg den Ausganspunkt der Wanderung zu erreichen.

In dem Bewusstsein, die Lungen tüchtig mit Sauerstoff versorgt und einen schönen Tag gemeinsam verlebt zu haben, verabschiedeten sich die Wanderer mit einem herzlichen „Frisch auf“.

Bericht von Günter Höppner
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