Hartnäckigkeit der BI führte zum Erfolg – vergessene Schwerlasteinfahrt wurde nun zurückgebaut

Die Rückbauarbeiten der vergessenen Schwerlasteinfahrt am 27. September 2016
 
Die Rückbauarbeiten der vergessenen Schwerlasteinfahrt am 27. September 2016
Bad Lauterberg (BI). Im Oktober 2008 wurde mit dem Bau der B 243n Ortsumgehung Barbis und Osterhagen begonnen und am 5. September 2014 erfolgte die feierliche Freigabe der 98,3 Millionen Euro teuren neuen Straße.
Die Bauarbeiten an der sogenannten Odertalbrücke (Lau1) waren schon einige Zeit zuvor beendet, das Baufeld der Brücke wurde bereits im Frühjahr 2013 zurückgebaut und renaturiert. Vergessen wurde dabei allerdings der Rückbau der Schwerlasteinfahrt in der Scharzfelder Straße zwischen Haus Nummer 145 und 147, dem Liethberg-Grabengrundstück.
Bereits Ende 2013 und Mitte 2014 wurde das Bauamt der Stadt Bad Lauterberg über die offensichtlich vergessene Schwerlasteinfahrt von der Bürgerinitiative Bad Lauterberg(BI) informiert. Gleiches hatten schon Anlieger und aufmerksame Beobachter der Bauarbeiten ebenfalls der Stadt gemeldet, allerdings ohne Erfolg und Reaktion.
Aufgrund dessen stellte die BI-Fraktion zur Ratssitzung am 23. Oktober 2014 dann eine Anfrage an den Bürgermeister. Hier zeigte sich dass, der Verwaltungschef überhaupt nicht über die örtlichen Gegebenheiten informiert war. Wie er auf der öffentlichen Ratssitzung ausführte, sollte die Schwerlasteinfahrt für Inspektions-und Kontrollarbeiten an dem neuen Brückenbauwerk genutzt werden. Dies ist jedoch überhaupt nicht möglich, da hinter der provisorisch hergestellten Schwerlasteinfahrt der offene Liethberg-Graben liegt. Damit kein Fahrzeug aus Versehen in Graben fahren kann, hat man vor dem offenen Gewässer ein Erdwall aufgeschüttet. Lediglich während der Brückenbauarbeiten war der Graben vorrübergehend verrohrt. Hätte sich der Verwaltungschef oder das Bauamt mal die Mühe gemacht vor Ort nachzuschauen, so hätte man sicherlich sogleich festgestellt, dass als Zufahrt für Inspektions-und Kontrollarbeiten an dem neuen Bauwerk direkt unter der Brücke eine mit Kies befestigte Trasse angelegt wurde, von der jeder Punkt des Bauwerkes erreicht werden kann. Zudem hätte man gleich gesehen, dass es sich bei der Schwerlasteinfahrt lediglich um Provisorium handelt, da nur eine starke Bitumentragschicht eingebaut wurde, die Fein-bzw. Verschleißdecke jedoch fehlte. Obwohl die auf der Ratssitzung gemachten Ausführungen des Verwaltungschefs mithin nicht stimmten, gestattete der Ratsvorsitzende weder eine Zusatzfrage noch Erläuterungen durch den BI-Fraktionsvorsitzenden Eike Röger.
Aber auch dadurch ließ sich die BI nicht einschüchtern, sondern griff dieses Thema mehrfach erneut auf. Mit Erfolg, denn um den Verantwortlichen des Bauamtes überhaupt zu zeigen, worum es eigentlich ging, wurde im Frühjahr 2015 ein Ortstermin mit Fachbereichsleiterin Annette Gödecke, ihren Mitarbeiter Thomas Hunold und dem BI-Fraktionsvorsitzenden Eike Röger vereinbart. Eindeutig wurde hierbei nun festgestellt, dass es sich tatsächlich nur um eine provisorische Schwerlasteinfahrt zum Bau der Odertalbrücke handelt und deshalb auch der Rückbau zu Lasten der Niedersächsischen Straßenbauverwaltung gehen muss. Allerdings mussten die beiden städtischen Vertreter kleinlaut eingestehen, dass die Bauabnahme von Seiten der Stadt bereits vor geraumer Zeit stattgefunden hat. Ein Mitarbeiter, der inzwischen pensioniert sei, habe die Oberflächen der Baumaßnahme, die im Bereich der städtischen Zuständigkeit lagen, ohne „Mängel“ abgenommen. Man werde nun aber versuchen den ordentlichen Rückbau mit der Instandsetzung der Fahrbahnen der alten Ortsdurchfahrten Barbis und Osterhagen, deren Kosten ja auch die Niedersächsische Straßenbauverwaltung zu tragen hat, zu koordinieren. Fast hatte die BI an diese Zusage vor nunmehr eineinhalb Jahren nicht mehr geglaubt, doch nachdem bereits am 22. September die dortige Teerdecke abgefräst wurde, stellte am 27. und 28. September die von der Niedersächsischen Straßenbauverwaltung beauftragte Firma den Rad-und Fußweg mit einer vernünftigen Pflasterung wieder her.
Das hartnäckige „Dranbleiben“ über mehrere Jahre an dem Thema hat sich letztendlich im Interesse der Bürger gelohnt, ansonsten hätte eines Tages die Stadt mit ihren leeren Kassen für die vernünftige Instandsetzung aufkommen müssen.

Pressemitteilung der Bürgerinitiative vom 08.10.2016


Text und Fotos: Bürgerinitiative
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.