Ein schmaler Grat - Widerstand im Südharz und KZ Buchenwald

Plakat für die Vortragsveranstaltung am 10, Mai 2014 (Foto: Bernd Langer)
Vortrag von Bernd Langer zur Widerstand-Geschichte

Bad Lauterberg. Seit dem I. Weltkrieg existierte im Südharz eine starke linksradikale Bewegung. Ab 1920 stand dafür die KPD in Bad Lauterberg, an deren Spitze Karl Peix stand. Bis zur Machtauslieferung 1933 schafften es die Nazis nicht in der Stadt auch nur einen Aufmarsch durchzusetzen. Als Hitler zum Reichskanzler erklärt wurde gehörte Bad Lauterberg zu den ganz wenigen Orten in denen dagegen gestreikt wurde.
Doch dann kam es zu Großrazzien und Massenverhaftungen. Karl Peix gelang es zunächst unterzutauchen. Unter dem Decknamen „Alfred“ organisierte er den Widerstand im Harz. Illegale Schriften wie „Hungriger Harz“ wurden unter das Volk gebracht. Schließlich wurde Peix im Oktober 1933 in Hannover verhaftet und die illegale KPD-Struktur zerschlagen.

Karl Peix kam in das KZ Buchenwald, wo er im entstehenden Krankenrevier mit Walter Krämer, der vormalige Sekretär der KPD-Niedersachsen, eine Widerstandsgruppe bildete. Etwas später stieß Paul Grünewald aus Frankfurt dazu.
Karl Peix und Walter Krämer wurden 1941 im Außenlager des KZ Buchenwald in Goslar ermordet – Paul Grünewald überlebte weil er 1940 entlassen worden war.

Insbesondere Krämer war in der DDR als „Arzt von Buchenwald“ populär, im Roman „Nackt unter Wölfen“ setzte ihm Bruno Apitz ein literarisches Denkmal.

Doch die einfache Schwarz-Weiß-Beschreibung von antifaschistischen Helden unterschlägt die komplizierten Verhältnisse in den Konzentrationslagern. Wurden nach Krämer Schulen, Straßen usw. benannt, fand Karl Peix später kaum noch Erwähnung. Dabei war er zunächst von zentraler Bedeutung für den Widerstand in Buchenwald, verstrickte sich aber zunehmend in Machenschaften mit der SS, Vorwürfe gehen bis hin zu Mord.

„Haben wir alles richtig gemacht?“ ist der Titel eines Interviews das Bernd Langer mit Paul Grünewald führte. Im Gespräch berichtet Grünewald mit seltener Offenheit über das Dilemma von notwendiger Zusammenarbeit mit SS-Schergen, Korruption, Geldbeschaffung und politischem Selbstverständnis.

Der Vortrag zu dem auf CD erschienenen Interview wird auf die Lebenswege der Handelnden eingehen und die Geschichte des Widerstands erzählen.

Vortrag von Bernd Langer
Samstag, 10. Mai 2014, 17 Uhr
Goldene Aue, Scharzfelder Straße 43, Bad Lauterberg


Bernd Langer, 1960 in Bad Lauterberg geboren und seit 1978 aktiver Antifaschist. Langer bemüht sich seit Jahrzehnten um die Erforschung und Aufarbeitung der Widerstandsgeschichte. Der Vortrag wird daher insbesondere auch auf die Vergangenheit im Südharz eingehen und mit Bildern, Tondokumenten und einigen originalen Ausstellungsstücken gestaltetet sein.
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