Diskussionsveranstaltung der IG Grundschule der Zukunft mit dem Stadtrat brachte keinerlei Annäherung – Spendenkonto für eine mögliche Klage eingerichtet

Viele der Grundschüler der Schule Bartolfelde werden wohl künftig zur Ganztagsschule Bad Sachsa gehen.
Bad Lauterberg (bj). Erneut fand auf Einladung der „Interessengemeinschaft Grundschule der Zukunft“ im Gemeindesaal der St. Petri Kirche eine öffentliche Zusammenkunft (10.3.2015) von interessierten Bürgern aller Stadtteile statt. Eingeladen waren zu der Gesprächsrunde über die „Zukunft der Bad Lauterberger Grundschulen“ auch der gesamte Stadtrat einschließlich des Bürgermeisters. Neun Ratsmitglieder und Bad Lauterbergs Bürgermeister Dr. Thomas Gans folgten der Einladung zu der Veranstaltung, zu der insgesamt mehr als dreißig Bürgerinnen und Bürger gekommen waren. Moderiert wurde die Runde von Walter Ziegler, dem Pressewart der Bildungsgewerkschaft GEW im Kreis Osterode. Wie die Sprecherin der IG Simone Dreymann zu Beginn der Veranstaltung anmerkte, handelt es sich bei der Gemeinschaft um „Mutbürger, die die Entscheidung des Stadtrates infrage stellen“, nicht jedoch um „Wutbürger, die nicht verlieren können oder die politische Entscheidung nicht akzeptieren wollen“.
Bürgermeister Dr. Thomas Gans zeigte sich erfreut über das Gesprächsangebot und forderte die IG auf, nicht zurück, sondern in die Zukunft zu blicken. Auch wenn viele Eltern aus den Stadtteilen nicht mit der Mehrheitsentscheidung des Rates einverstanden seien, so sollte man sich doch zusammenraufen jetzt um eine Schule der Zukunft zu erstellen, in der sich ein jeder wiederfindet.
Allerdings gab es sofort von den zahlreichen Anwesenden arge Kritik, nach ihrer Meinung habe man sich vor dem Beschluss zwei Schulen zu schließen und die Hausbergschule als einzige Grundschule in der Stadt Bad Lauterberg weiter zu betreiben keinerlei Gedanken um irgendwelche nachfolgende Konzepte gemacht. So sei auch Monate nach dem Ratsbeschluss weder die Schülerbeförderung durch den zuständigen Landkreis, noch die Betreuung der Schüler der bisherigen Ganztagsschule organisiert. Auch wenn der eigentliche Antragstermin verstrichen sei, so Dr. Thomas Gans, so hätte man die eine „offene Ganztagsschule“ in der Grundschule Am Hausberg zum nächsten Schuljahresbeginn noch hinbekommen, aber Eltern und Lehrer waren dagegen und wollten die Umsetzung nicht „übers Knie brechen“. Allerdings wurden dazu bisher nur die Eltern und Lehrer der Hausbergschule befragt, nicht die betroffenen Eltern der Bartolfelder Schüler und Schülerinnen, so die Kritik aus der Versammlung.
Während die Umsetzung „Ganztagsschule“ nun 2016 erfolgen soll, so der Verwaltungschef weiter, so habe aber der Schülerbetreuungsverein aber signalisiert, dass er gegebenenfalls personell aufstocken würde, um hinzukommende Schüler aus Bartolfelde zu betreuen. Für diese Betreuung muss natürlich gezahlt werden, während die Ganztagsschulbetreuung in Bartolfelde für die Eltern bisher kostenlos war. Da ist es nicht mehr als verständlich, so merkte Maximiliane Willig-Freudenthal an, dass viele der 44 Kinder der Grundschule Bartolfelde/Osterhagen nun von ihren Eltern an der Ganztagsgrundschule in Bad Sachsa angemeldet worden seien. Nach dort werden zudem die Lehrerinnen der Grundschule Bartolfelde versetzt. Während Dr. Gans überhaupt keine Probleme sah 40 Kinder zusätzlich in Bad Lauterberg zu betreuen, merkte Ratsherr Volker Hahn an, dass die Betriebserlaubnis des Schülerbetreuungsvereins schon bisher an der Obergrenze angelangt und eine Hortleitung von Nöten sei.
Auch wenn man viel Geld in eine alte Schule steckt, wird daraus keine neue. Dies merkte Elke Mattern an und plädierte erneut dafür, doch die barrierefreie Grundschule in Barbis neben der Hausbergschule zu erhalten. Da inzwischen der Zeitraum der Umsetzung der Inklusion auf Antrag bis 2024 verlängert werden kann, könne man die ganzen Umbaukosten an der Grundschule Am Hausberg einsparen. Auch wisse man in ein paar Jahren genau, wie sich die Schülerzahlen tatsächlich durch die derzeit zu uns strömenden Flüchtlingskinder entwickeln. Gerlind Gottschling merkte dazu an, dass diese Flüchtlingskinder genau wie Inklusionskinder doppelt zählen. Auf Unverständnis stieß auch bei den Barbiser Eltern auch die Vorgabe, dass Kinder die in diesem Jahr neu eingeschult werden, gleich nach Bad Lauterberg gehen müssen. Während der Verwaltungschef es für „pädagogisch sinnvoll hält, nicht noch einmal die Grundschule zu wechseln“, stellte Volker Hahn (parteilos) fest, obwohl ja in Barbis eine intakte Schule vorhanden ist, wird dem Elternwille damit nicht entsprochen und ist somit nicht in Ordnung.
Insgesamt, so Klaus Richard Behling (BI Bad Lauterberg) gäbe es viele offenen Fragen aber kaum Lösungsansätze, deshalb sei es die moralische Pflicht der Ratsmitglieder darüber vernünftig nachzudenken. Auch wenn die Schulbeschlüsse nicht im Sinne der Osterhagener/Bartolfelder und Barbiser Bürger gelaufen seien, so der Ratsvorsitzende Otto Eiling (CDU), so habe es eine demokratische Abstimmung gegeben, die jetzt umgesetzt wird.
Mithin brachte somit die eineinhalbstündige Diskussionsrunde keinerlei Annäherung oder neue Erkenntnisse. Auch auf Nachfrage vom TuSpo Südring-Vereinsvorsitzenden Harald Liebau zum Thema „Erhalt aller Turnhallen“ konnte Bürgermeister Dr. Gans keine Ausführungen machen, da man mit einem eventuellen Käufer der Turnhalle Bartolfelde noch in Verhandlung steht.
Keine Antwort erhielt auch Werner Mattern, der dem Verwaltungschef gefragt hatte, was die Probenentnahme vom 14.7.2014 im Kindergarten Bad Lauterberg in der gutachterlichen Stellungsnahme (Anlage 3) zur eventuellen Schimmelpilzbelastung zu tun hat.
Eine gute Mitteilung konnte der Bürgermeister dennoch machen, so habe die genaue Untersuchung der abgehängten Decke in der Grundschule Barbis ergeben, dass von ihr keinerlei Gesundheitsgefahren durch herabrieselnde Fasern oder andere Stoffe hervorgehen.
Dem möglichen Schritt der IG, den Beschluss des Stadtrates beim Verwaltungsgericht überprüfen zu lassen, ist man mit dieser Veranstaltung wieder ein Stück näher gekommen. So gab die IG Grundschule Bartolfelde/Barbis anschließend auch die Kontonummer bei der Sparkasse im Kreis Osterode bekannt: IBAN DE73263510153285073262. Hier können Unterstützer ab sofort Spenden für eine mögliche Klage einzahlen.
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