300 Jahre Wiesenbeker Teich

Der idyllisch gelegene Wiesenbeker Teich mit seiner Badestelle. (Foto: Fritz Vokuhl)
 
Wiesenbeker Teich, der sowohl für Badegäste, wie auch für Sportangler ein wahres Paradies ist (Foto: Fritz Vokuhl)
Bad Lauterberg. Das in einem Zeitraum von rund 120 Jahren entstandene montane Wasserwirtschaftssystem von Lauterberg umfasst rund 60 Kilometer Gräben, fünf Teiche sowie sechs Kilometer Wasserläufe und Wasserlösungsstollen. Im Gegengensatz zum komplett unter Schutz gestellten Kulturdenkmal „Oberharzer Wasserregal“ (seit 2010 Bestandteil der UNESCO Weltkulturerbes „Oberharzer Wasserwirtschaft“), sind diese Anlagen trotz ihrer regionalen historischen Bedeutung mit Ausnahme des Wiesenbeker Teiches nicht geschützt.
Der 1715 errichtete Wiesenbeker Teich ist der älteste und einzige im Lauterberger Revier erhalten gebliebene Bergbauteich. Er ist heute ein beliebtes Ausflugsziel mit hohem Freizeit- und Erholungswert.
Anfang des 18. Jahrhunderts hatte man im Oberharz rund 150 Jahre lang Erfahrungen mit dem Bau künstlicher Wasserspeicher gesammelt. Die bis dahin gebauten Teiche verursachten aber erhebliche Kosten. Schließlich gelang es eine vorteilhaftere Bauart zu entwickeln.
Der „Aufrichtiger Teich“, heute Wiesenbeker Teich, ist der erste nach neuer Bauart mit einer Kerndichtung gefertigte Oberharzer Teichdamm. Er verfügt über eine Kerndichtung aus Rasen und diente dem Kupferbergwerk „Aufrichtigkeit“ als Wasserreservoir.
Der 149 Meter lange und 14,5 Meter hohe Staudamm stellt mithin einen wichtigen Prototyp in der Oberharzer Teichbauentwicklung dar.
Weiterhin besteht seit etwa 1740 eine gewerbliche Nutzung durch die frühere Eisenhütte und spätere Eisengießerei Königshütte, die das Wasser aus dem Wiesenbek in ihren Betriebsgraben einspeist und es heute noch gemeinsam mit dem Oderwasser zur Stromerzeugung nutzt.
Von 1912 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts betrieb der Lauterberger Schwimmklub Wiesenbek e. V. (LSKW e. V.) am Teich ein Waldschwimmbad, das bedauerlicher Weise Ende der 1990er Jahre aufgegeben werden musste. Insbesondere in der Zeit um 1970 erfreute sich das Waldschwimmbad großer Beliebtheit. An Spitzentagen zählte es rund 2.000 Besucher, die den Teich zum Schwimmen und die Wiesen zur Freizeitgestaltung in herrlicher Natur nutzten. Das Schwimmbad wurde nach Aufgabe durch den LSKW e. V. Bestandteil des „Campingpark Wiesenbeker Teich“ und steht nach erfolgtem Rückbau als offene Badestelle zur Verfügung.
Seit einigen Jahren plant der Eigentümer des Campingpark die Errichtung einer (kleinen!!) Wasserskianlage auf dem östlichen Bereich des Teiches. Die Errichtung der Anlage ist in der Öffentlichkeit, bei den Nutzern des Teichs, den zuständigen Eigentümern und Behörden umstritten. Seitens der Natur- und Landschaftspflege und des Denkmalschutzes des Landkreises Osterode am Harz gibt es erhebliche Einwände gegen die Errichtung der Wasserskianlage. Es werden unter anderem negative Auswirkungen auf den Status als Welterbestätte befürchtet. Auch der Landessportfischerverband Niedersachsen hat Bedenken angemeldet. Er sieht durch das Vorhaben den grundsätzlichen Charakter des Wiesenbeker Teichs als Gebiet mit hoher Eignung für das ruhige, naturbezogene Landschaftserleben erheblich beeinträchtigt. Außerdem würde die Anlage die in besonderem Maße ausgeprägte Schönheit und Eigenart des Gebietes in erheblichem Maße belasten. Schäden und Beeinträchtigungen der Uferstruktur und der Tier- und Pflanzenwelt durch die Anlage können nicht ausgeschlossen werden.
Bedauerlicher Weise befindet sich am Wiesenbek das seit vielen Jahr nicht mehr als Hotel genutzte „Hotel Wiesenbeker Teich“. Das dem Verfall preisgegebene Gebäude wurde vor mehreren Jahren von einem aus Schottland stammenden Einwanderer ersteigert. Seit Jahren wird nach einer Lösung für das Problem gesucht. Bisher leider ohne Erfolg.
Wir sollten uns über 300 Jahre Wiesenbeker Teich freuen und uns dafür einsetzen, dass unser Wiesenbek auch in Zukunft allen Gästen und Einwohnern unserer Stadt in seiner ursprünglichen Form erhalten bleibt.

Text und Fotos: Fritz Vokuhl
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