Bustagesfahrt von Haus & Grund Bad Lauterberg

Die Reisegruppe vor dem Eingangsportal des Wörlitzer Schlosses
 
Dessauer Bauhaus

Besuch der Bauhausstadt Dessau und der Wörlitzer Gärten


Bad Lauterberg/Dessau. Bereits zum Jahresanfang 2015 war die geplante Bustagesfahrt von Haus & Grund Bad Lauterberg, die jeweils den Höhepunkt der alljährlichen Vereinsarbeit darstellt, restlos ausgebucht. Organisiert hatte der Vereinsvorstand diesmal eine Bustour in die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau und zur Weltkulturerbestätte Wörlitzer Gärten. Dessau ist gemessen an der Zahl der Einwohner die drittgrößte Stadt Sachsen-Anhalts, bezogen auf die Fläche die Zweitgrößte. Neben Halle (Saale) und Magdeburg ist Dessau eines von drei Oberzentren des Landes und ist vom Landkreis Osterode aus, selbst mit Bus, bequem über die Autobahn A38 und 9, in weniger als zweieinhalb Stunden zu erreichen.

Erstes Ziel für die Südharzer Reisegruppe war das Bauhaus Dessau. Das Bauhausgebäude entstand 1925 bis 1926 nach Plänen von Walter Gropius als Schulgebäude für die Kunst-, Design- und Architekturschule. Kriegszerstörte und baulich veränderte Partien des Gebäudeensembles wurden ab 1965 weitgehend original rekonstruiert. Zwischen 1996 und 2006 fand eine Restaurierung und Instandsetzung nach denkmalpflegerischen Prinzipien statt. Die Bauhausstätten in Dessau und Weimar gehören seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.
Das in der „klassischen modernen Architektur“ errichtete Gebäude, so wurde bei der Führung ausgeführt, besteht aus fünf in Flügelform angeordneten, funktional gegliederten Teilen: Einem Flügelbau der „Kunstgewerbe- und Handwerkerschule“ (spätere Technische Lehranstalten), dem Werkstättentrakt mit der markanten Glasvorhangfassade und dem Atelierhaus. Im Atelierhaus sind die Wohnateliers für die Studenten untergebracht. Der Nordflügel der Handwerkerschule und der Werkstättentrakt sind durch eine zweigeschossige Brücke verbunden. Diese Brücke war für Verwaltungsräume und das Baubüro von Gropius, später der Architekturabteilung des Bauhauses, gedacht. In einem flachen Bau zwischen Werkstättentrakt und Atelierhaus befinden sich Aula und Bühne sowie die Mensa des Bauhauses. Das Besondere am ganzen Gebäudekomplex ist neben der damals neuartigen funktionalen Trennung, auch die völlig in Glas aufgelöste Wand des Werkstättentraktes, Die Stützen des Gebäudes sind komplett von der Glasfassade zurückgesetzt, sodass die Glasschürze über alle drei Geschosse und die gesamte Gebäudelänge reicht und nicht unterbrochen wird. Es herrscht der Eindruck von Transparenz, Leichtigkeit und Flächigkeit.

Nach der Bauhausbesichtigung und einer Fahrt durch die Innenstadt von Dessau fand eine Mittagspause im historischen, von Carl Fieger entwurfenen „Kornhaus“, an der Elbe statt. Da bereits im 18. Jahrhundert am Dessauer Elbebogen ein Getreidespeicher stand, erhielt der Neubau den Namen „Kornhaus“, welches seit 1930 ein beliebtes Ausflugslokal ist. Einst konnte man hier Wasserflugzeuge vom Junkers-Wasserflughafen auf der Elbe starten und landen sehen. Carl Fieger, 1893 in Mainz geboren, war viele Jahre Entwurfszeichner von Walter Gropius und einer dessen engsten Mitarbeiter.

Mit der anschließenden Besichtigung und Führung durch die Wörlitzer Anlagen, die ein bedeutender Teil, des heute zum UNESCO-Welterbe gelisteten „Dessau-Wörlitzer Gartenreiches“ gehören, erreichte die kulturhistorische Besichtigungsfahrt von Haus & Grund Bad Lauterberg ihren Höhepunkt. Geschaffen wurden die Wörlitzer Anlagen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter der Regentschaft von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817). Sie bestehen aus fünf Gartenteilen: Schlossgarten, Schochs-, Weidenheger-und Neumarks Garten sowie den „Neuen Anlagen“. Diese werden zumeist durch Seen und Kanäle getrennt, um über Fähren, Brücken, Wege und Blickbeziehungen wieder verbunden zu werden. Die ständig wechselnden Gartenbilder sind mit durchdacht angelegten Sichtachsen durchzogen. Sie wurden von der Harzer Reisegruppe sowohl zu Fuß, wie auch vom Wasser aus in einer Gondel sitzend erlebt. Sie gelten als Beispiel für einen frühen Landschaftsgarten, in dem die Besucher unterhalten, belehrt und beeindruckt werden sollten. Die volkserzieherische Absicht des Fürsten Franz lässt sich an vielen Beispielen erahnen.
Auf der Rückfahrt der beeindruckenden Fahrt konnten die Reisenden noch in Gräfenhainichen einen Blick auf die eiserne Stadt „Ferropolis“ mit seinen riesigen Braunkohleabbaubaggern werfen.

Der nächste Stammtisch von Haus & Grund Bad Lauterberg findet am 14. Oktober, um 19.00 Uhr, im Restaurant „Goldene Aue“ statt. Firma Melle und Steico, werden an dem Abend über energetische Sanierung der Gebäudehülle mit diffusionsoffenen und ökologischen Holz-Faserdämmstoffplatten aus nachwachsenden Rohstoffen informieren.

Text und Fotos: Bernd Jackisch (Pressesprecher Haus & Grund Bad Lauterberg)
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