IHK-Konjunkturumfrage für Niedersachsen

IHK-Konjunkturumfrage für Niedersachsen
Wachstum bleibt moderat
Die niedersächsische Wirtschaft blickt zufrieden auf das erste Quartal 2015. Aufgrund steigender Auftragseingänge sind die Unternehmen optimistisch, dass sich das Wachstum fortsetzt. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sorgen jedoch weiterhin für Verunsicherung und Zurückhaltung bei Investitionen. Der IHK-Konjunkturklimaindikator verbleibt auf 114 Punkten. Das ergab die Konjunkturumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern unter knapp 1.700 Unternehmen.
Im ersten Quartal 2015 beurteilen 89 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder zumindest befriedigend. Dabei beurteilen 32 Prozent (Vorquartal: 36 %) ihre derzeitige Lage als gut und 58 Prozent (Vorquartal: 54 %) als befriedigend. Unverändert 11 Prozent der Unternehmen sind mit ihrer Situation nicht zufrieden.
Die Unternehmen blicken zuversichtlich auf die kommenden Monate:
25 Prozent (Vorquartal: 22%) der Unternehmen rechnen mit einem besseren Geschäftsverlauf. Die gute Stimmung auf der Hannover Messe unter­streicht diese Einschätzung. 17 Prozent (Vorquartal: 18 %) erwarten eine eher ungünstige Entwicklung.
Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der niedersächsischen Unternehmen wider­spiegelt, hat sich im Vergleich zum Vorquartal nicht verändert und liegt weiterhin bei 114 Punkten. Die positiven Erwartungen gleichen die leicht rückläufigen Einschätzungen der Geschäftslage aus.
Die niedersächsische Wirtschaft erhält durch die nach wie vor insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt – abgesehen vom Rückgang bei den Mini-Jobs –, den energiepreisbedingten Kaufkraftgewinnen sowie das niedrige Zinsniveau und den schwachen Eurokurs einen Schub. Dem gegenüber steht die Vorsicht, die aus den wirtschaftspolitischen Rahmen-bedingungen sowie den Unsicherheiten aus dem internationalen Umfeld resultiert und die Unternehmen von einer verstärkten Investitionstätigkeit abhält. Von einem insgesamt niedrigen Investitionsniveau kommend, planen unverändert 26 Prozent ihre Investitionen auszuweiten, 18 Prozent wollen weniger investieren.
Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden als das größte Risiko für die Geschäftsentwicklung gesehen: Der Mindestlohn belastet die Unternehmen insbesondere durch zusätzliche Bürokratie. Durch die Rente mit 63 gehen der Wirtschaft eine große Zahl qualifizierter Facharbeiter verloren. Darüber hinaus herrscht eine große Planungsunsicherheit bezüglich der weiteren Arbeitsmarktregulierungen zu Werkverträgen oder der Zeitarbeit, der Neugestaltung der Erbschaftsteuer, der Arbeitsstätten-verordnung sowie der Familienpflegezeit.
Die Entwicklung der Industrie hat sich im ersten Quartal 2015 stabilisiert. Entgegen ersten Erwartungen und Prognosen liefen die ersten Monate des Jahres zäher als gedacht. Leicht rückläufige Umsätze in Januar und Februar und nur gering steigende Exporte waren ein ernüchternder Auftakt. Die Beurteilung der Auftragseingänge zum Ende des 1. Quartals sieht dagegen schon deutlich freundlicher aus. 32 Prozent (Vorquartal:
23 %) der Betriebe berichten von steigenden, nur 23 Prozent (Vorquartal: 29 %) von rückläufigen Bestellungen. Vor allem bei den Vorleistungsgüter-herstellern (Gummi- und Kunststoffwaren, Metallerzeugung, Elektrotechnik etc.) füllen sich spürbar die Auftragsbücher.
Die Hannover Messe hat gezeigt, dass die Erwartungen der Industrie deutlich gestiegen sind. Insbesondere aufgrund der günstigen Wechsel­kursrelation wird mittelfristig von weiteren Impulsen aus dem
Auslandsgeschäft ausgegangen und für 2015 mit stärkerem Wachstum gerechnet. Die Rekordzahlen des Vorjahres, als der niedersächsische Export bei 77,8 Mrd. Euro lag, dürften damit übertroffen werden.
Ausblick
Aufgrund des hohen Beschäftigungsniveaus und steigender Einkommen wird die Binnennachfrage weiter angetrieben. Diese Entwicklung dürfte zusätzlich durch das niedrige Zinsniveau sowie zuletzt stark gesunkener Energiepreise gestützt werden. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der positiven Entwicklung des Einzelhandels und der Baubranche wider.
Wir gehen daher auch weiterhin von moderatem Wachstum aus, das
sich im Laufe des Jahres beschleunigen wird.
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