IHK Hannover: Mit mehr Praktika und Werbung Azubis gewinnen

Unternehmen gehen in die Offensive -
Mit mehr Praktika und Werbung Azubis gewinnen

Mehr Praktika, Nachhilfe für lernschwächere Jugendliche, Schul­kooperationen und mehr Ausbildungsmarketing – die Unternehmen in Niedersachsen haben ihren Einsatz im Wettbewerb um Jugendliche kräftig gesteigert. Auslöser ist der deutliche Bewerberrückgang in den letzten Jahren, ein Drittel der niedersächsischen Unternehmen konnte
im vergangenen Jahr bereits seine Ausbildungsplätze nicht komplett besetzen. Dies zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage der niedersäch­sischen Industrie- und Handelskammern, an der sich gut 1000 Unternehmen beteiligten.
„Die Unternehmen spüren jetzt, dass immer mehr Abiturienten das Studium einer Ausbildung vorziehen. Dieser Entwicklung stellt sich die niedersächsische Wirtschaft mit einer neuen Offenheit entgegen und investiert immer stärker in das Ausbildungsmarketing. Die IHK flankiert das Engagement der Betriebe mit ihrer in diesem Jahr gestarteten Ausbildungsoffensive und wirbt direkt in den Schulen, darunter auch viele Gymnasien, für die duale Ausbildung“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schrage.
Bei zwei Drittel der Unternehmen ist die Zahl qualifizierter Bewerbungen weiter gesunken. Das größte Manko ist für 77 Prozent der Unternehmen, dass viele Schulabgänger zu unklare Berufsvorstellungen haben. Bemängelt werden aber auch oftmals fehlende Disziplin und Belast­barkeit sowie Defizite in der schulischen Qualifikation, beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen und bei elementaren Rechen­fertigkeiten.
Die Betriebe stellen sich aber auch zunehmend auf weniger qualifizierte und lernschwächere Jugendliche ein. Rund 40 Prozent der Unternehmen in Niedersachsen haben bereits ein eigenes Angebot an Nachhilfe. Ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit nutzen bereits
27 Prozent der Unternehmen.
Um neue Auszubildende für sich zu gewinnen, setzt weit über die Hälfte der Unternehmen vor allem auf das Angebot von Praktika, um Jugend­liche frühzeitig an den Betrieb zu binden. Im Vorjahr gingen diesen Weg erst 30 Prozent der Unternehmen. Direkte Kooperationen mit einzelnen Schulen werden bereits von einem Viertel der Unternehmen gepflegt und viele Unternehmen stärken die Attraktivität ihrer Ausbildung, indem sie Auslandsaufenthalte im Rahmen der Ausbildung anbieten.
Beim immer wichtiger werdenden Ausbildungsmarketing erhalten die Unternehmen auch durch die Ausbildungsoffensive der IHK Hannover konkrete Unterstützung. „In diesem Jahr haben unsere Ausbildungs­botschafter in Schulen und bei Bildungsmessen schon knapp 7000 Jugendliche erreicht – dabei informieren die Auszubildenden gleichaltrige Jugendliche auf Augenhöhe über ihren Beruf, ihren Alltag im Unter­nehmen und ihre Karriereperspektiven“, so Prof. Dr. Günter Hirth, Leiter der Abteilung Berufsbildung der IHK Hannover. Damit setzt die IHK bei einem dringenden Wunsch der niedersächsischen Wirtschaft aus der Umfrage an, frühzeitig und das heißt bereits an den Schulen Hilfestellung bei der Berufsorientierung zu leisten und die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung mehr in den Fokus zu rücken.
Die Unternehmer wünschen sich aber auch von den Schulen, dass bei Elternabenden an Gymnasien über die Chancen der Beruflichen Bildung informiert wird. (IHK)
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