Wenn schon, denn schon

    Vor 14 Tagen fuhr ich mit einem Freund zum ersten Male den Stoneman Miriquidi an einem Tag ab und sicherte mir damit den ersten Gold-Stein.

Gestern nun machte ich mich noch einmal auf die Strecke. Vier Tage zuvor aber habe ich auf einen Tipp von Ringo vom Bikestore Raschau von ihm neue Reifen aufziehen lassen. Im Nachhinein muss ich ihn für diesen Tipp ein dickes Dankeschön aussprechen, denn ich hatte nicht geglaubt, dass die richtigen Reifen einen solch großen Unterschied ausmachen.

Auch hatte ich die Taktik etwas geändert und als Start und Ziel die Dorfstraße in Geyersdorf gewählt, da ich mit dem Rad auch die An- und Abreise bewältigen muss (habe nämlich kein Auto).

Um 04:10 Uhr ging's also von zu Hause aus los. Punkt 4:30 Uhr dann der Start, noch mit Licht am Rad, damit ich halbwegs was sehe. ;-)

So im Dunkeln die Dorfstraße hoch zur Pöhlbergsiedlung, dann rein in den dunklen Wald und hoch über die ehemalige Bobbahn zum Pöhlberg.

Weiter ging es. Runter zum Flößgraben und dort dann das Licht ausgemacht. Es Die Sicht war mittlerweile ausreichend. Hinter Sehma in Richtung Crottendorf mal kurz angehalten, weil Sonnenaufgang. Da der aber noch nicht so richtig wollte, das gleiche noch einmal kurz vor der Auffahrt zum Scheibenberg.

Trotz der vom Regen der Vortage aufgeweichten Piste kam ich richtig gut vorwärts. Zwar kam ich ziemlich dreckig auf dem Berg an, aber das störte nicht.

In den nächsten Abfahrten hinunter zum Unterbecken kamen noch paar Gramm Schlammpackung dazu. ;-)

Obwohl der Wetterbericht eine Hitzewelle gemeldet hatte, war es da unten ganz schön frisch. Da es aber schwül war, kam ich dann in der Auffahrt zum Oberbecken doch ein wenig in Schwitzen.
Aber die Abkühlung folgte dann gleich wieder in der Abfahrt nach Pöhla hinunter. Unten am Ephraimhaus angekommen, war die Sonne schon ein ganzes Stück über die Berge geklettert und es wurde tatsächlich warm.

Der Teil hinauf zur Halbmeile ist der erste etwas "härtere" Abschnitt, bevor man kurz vor der Station auf dem Rabenberg in die Trails einfährt. Diese ersten beiden Trails sind zwar nicht schwierig, aber wenn man eben unkonzentriert ist und einen Stein übersieht, springt man auch schon mal ungewollt über den Lenker. Dabei schlug ich mir den Knöchel auf und holte mir noch eine ordentliche Prellung am rechten Oberschenkel. Komischerweise aber konnte ich, nachdem ich mich auf dem Rabenberg etwas verarztet hatte, relativ problemlos weiter fahren. Die Prellung spürte ich erst am heutigen Tage so richtig - autsch... ;-)

Nächste Station war der Auersberg. Dort oben kam ich gegen 11:30 Uhr an und gönnte mir eine leckere Tomatensuppe mit Baguette, zudem füllte ich die Getränke wieder auf.

Erneut ein Genuss die Fahrt hinunter nach Johanngeorgenstadt. Was da alles an Faltern in den Wiesen herum flatterte... ;-)

Nach dem Grenzübergang würde es zwar nicht wärmer, aber schwüler. Auf dem Plattenberg nieselte es sogar leicht. Das hielt aber nicht lang. Die Auffahrt zum Pleßberg wurde richtig hitzig. Die Sand-Passage hatte es in sich, war doch dieses Zeugs noch richtig schön klebrig. Dafür gönnte ich mir auf diesem Gipfel die zweite Tomatensuppe des Tages. Und auch die war lecker und mit Knoblauch gewürzt. Auch hier wieder das Nachfüllen der Getränke.

Nachdem es mich vor 14 Tagen bei der Abfahrt vom Pleßberg abgedeckt hatte, zog ich es diesmal vor, bergab ab dem Liftmast ein paar Meter zu laufen. Man muss das Glück ja nicht erzwingen. ;-)

Die Abfahrt hinunter nach Lipa ging dann sehr flott. Weniger schnell dann die Auffahrt - obwohl Straße - hinauf nach Marianska. Und wie vor 14 Tagen bretterte die Sonne auf den Asphalt. Dafür bekam ich aber jede Menge Oldtimer zu sehen, denn die Karlsbad-Classic führte an diesem Tag auch dort entlang. Einige der Fahrzeuge sah ich dann in Jachymov wieder, wo ich bereits 16:00 Uhr ankam.

In Jachymov erst einmal wieder an das kleine Eiscafé ran gefahren und einen Waldbeer-Cocktail (ist eher ein Eisshake) rein gezogen... lecker... ;-)

Den habe ich im Übrigen im Stehen im Freien genossen, da meine Kleidung ein Sitzen auf den Stühlen nicht unbedingt gut getan hätte. ;-)

Nun folgte der für mich schwierigste Teil: die Auffahrt zum Keilberg. Die verlief aber wider Erwartung recht gut. Nur an zwei Stellen habe ich dann doch lieber das Rad geschoben, da dies schneller ging. 18:23 Uhr war ich dann auf dem höchsten Punkt der Tour angelangt.

Was nun noch kam, ist eigentlich nicht mehr so schwierig, wobei ich beim letzten Mal am Fichtelberg einen kleinen Einbruch hatte. Der blieb diesmal glücklicherweise aus. Auch auf dem Weg zum Bärenstein rollte es richtig gut.

Dann aber eine Schrecksekunde - besser gesagt: mindestens halbe Stunde. 20:42 Uhr war ich dort oben angekommen und stanzte das letzte Loch in meine Karte. Diese aber konnte ich nicht mehr heraus ziehen. Was nun? Die ganze Tour umsonst?

Also rein in die Gaststätte und gefragt, ob die helfen könnten. Antwort: "Wir sind nur eine Gaststätte."
Ganz großes Kino. Ich ließ erst mal einen richtigen Fluch los und versuchte dann doch noch einmal, irgendwie die Karte heraus zu bekommen. Aber es war aussichtslos. Nach weit über einer halben Stunde, in welcher ich dies versuchte und u.a. mit einem Gastwirt und paar Gästen diskutierte, kam mir die Idee: Fix den Betreiber des Pöhlbergs angerufen, der sich umgehend um diese Sache kümmerte. Ich konnte ohne Karte weiterfahren, war aber dennoch ganz schön angefressen.

Trotz der Wut im Bauch schaffte ich es nicht mehr, vor Einbruch der Dunkelheit nach Königswalde runter zu kommen. Auf dem Weg Richtung Brettmühle die Lampe wieder ans Fahrrad angebracht und Licht an. Viel half das aber auch nicht, zumindest auf den Wald- und Wiesenpfaden. Selbst den letzten Kilometer auf der Plattenstraße hoch zur Dorfstraße nach Geyersdorf konnte ich fast nur "Schritt" fahren, da trotz Fahrradlampe die Sicht sehr bescheiden war. Um 22:10 Uhr hatte ich es dann aber geschafft und die 162 Kilometer hinter mich gebracht. Nun noch ca. zwei Kilometer ausrollen und ein klein wenig stolz auf mich sein. ;-)

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4 Kommentare
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Thomas Hebecker aus Laatzen | 19.07.2015 | 14:46  
57.429
Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 20.07.2015 | 08:38  
35.574
Thomas Jacobi aus Annaberg-Buchholz | 20.07.2015 | 14:31  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 20.07.2015 | 15:28  
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