Das Erzgebirge mit dem Rad entdecken

  Annaberg-Buchholz: Bahnhof |

Nicht nur für Wintersportler und Wanderer, sondern auch für Mountainbiker ist das Erzgebirge ein interessantes Reiseziel. Die Region an der grünen Grenze zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik eignet sich für Einsteiger, aber auch für Radprofis, die den 162 Kilometer langen Rundweg „Stoneman Miriquidi“ bezwingen können. Auch wer es gemütlich mag, findet im Erzgebirge die passenden Strecken mit zahlreichen Wirtshäusern zum Einkehren. Durch die Entwicklung von E-Mountainbikes gelingt es mit Leichtigkeit große Strecken zurückzulegen und dabei ganz entspannt zu bleiben. Schließlich hat die Region mit Museen, Volksfesten und Biergärten auch nach der Radtour noch einiges zu bieten.

Ein guter Ausgangspunkt für eine Tour durch das Erzgebirge ist die Kreisstadt Annaberg-Buchholz. Die 20.000-Einwohner-Stadt blickt auf eine lange Bergbautradition zurück und wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einem Zentrum des Silberbergbaus. Heute ist die Stadt unter anderem durch das Volksfest „Kät“ in der Region bekannt. Bereits zum 495. Mal fand in diesem Sommer das größte Volksfest im Erzgebirge statt. Verkaufsstände, Schänken und Fahrgeschäfte sorgen dafür, dass Besucher der Kät eine schöne Zeit verbringen. Ob man regionale Speisen kostet oder erst vom Riesenrad einen Überblick über das Geschehen gewinnt, hängt ganz vom Geschmack der Besucher ab. Bei warmem Wetter lohnt sich eine Fahrt auf der Wasserbahn. Ganz Wagemutige können auf dem „Booster Maxxx“ aus großer Höhe in die Tiefe rauschen und ihren Körper mit Adrenalin fluten. Auch im kommenden Jahr kann man auf der Kät zwei Wochen nach Pfingsten wieder Kind sein.

Wer Abenteuerlust mit Freude am Mountain-Biking verbindet, ist beim „Stoneman Miriquidi“ genau richtig. Auf dieser von Roland Stauder entwickelten, gut ausgeschilderten Strecke legen ambitionierte Radfahrer 4.400 Höhenmeter zurück. Wer sich zuvor anmeldet, kann versuchen, die Strecke an einem einzigen Tag zurückzulegen und sich so als Gold-Fahrer in die Finisher-Liste einzutragen. Wer es etwas langsamer angehen lassen möchte, kann zwei Tage für den Silber-Status oder drei für Bronze fahren. Die Strecke führt von Oberwiesenthal über neun Gipfel in zwei Ländern und stellt hohe Ansprüche an Mensch und Material. Nachdem das MTB-Erlebnis in 2014 mit auf das Jahr verteilten 1.000 Startern als echter Geheimtipp in der Mountainbike-Szene galt, nimmt die Zahl der Gäste, die sich der Herausforderung stellen, in diesem Jahr deutlich zu. Beginnen kann man die Tour jederzeit an verschiedenen Stellen auf der 162 km langen Strecke. Am gleichen Punkt, an dem man das Startpaket gekauft hat, meldet man sich nach erfolgreicher Rundfahrt zurück und weist die Erlebnistour durch die Stempel von den neun Gipfeln nach. Hat man die angestrebte Zeit unterschritten, bekommt man eine Stoneman-Trophäe. Wer mag kann sich zudem ein individualisiertes Shirt kaufen, das bei kommenden Touren signalisiert, dass man den Stoneman bereits bewältigt hat.

Wer weniger Leistung als Spaß in den Mittelpunkt stellt, kann von Oberwiesenthal oder Neudorf aus eine Tour mit dem Monsterroller machen. Die stabilen Gefährte erinnern an überdimensionale Tretroller mit großen Ballonreifen. Mit der Bahn geht es den Berg hinauf und mit dem Roller hinunter. Schwung bekommt der Monsterroller in erster Linie durch das Gewicht von Roller und Fahrer. Wer mag, kann zusätzlich Schwung nehmen und sich geschützt durch einen Helm auf den Weg den Berg hinab machen. Dabei gilt es Geschwindigkeit und Fahrkönnen abzuwägen, denn auf steilen Wegen sind die Roller gar nicht einfach zu lenken. Trotzdem macht es Spaß, den Fahrtwind zu genießen und den Berg hinab zu fahren. Gerade in Gruppen mit Freunden und Bekannten wird die Monsterroller-Tour zu einem echten Erlebnis, bei dem die Geschwindigkeit nicht so wichtig ist wie der Spaß.

Das gilt auch für viele andere Radtouren im Erzgebirge. In der Radregion sind 20 Rundtouren und neun Etappentouren offiziell ausgewiesen. Insgesamt sind auf deutscher Seite 200 Kilometer Radwege ausgeschildert, hinzu kommen 170 Kilometer auf tschechischer Seite. Um auf allen Strecken gut unterwegs zu sein, empfiehlt sich die Nutzung eines Mountain-Bikes, das nicht nur auf befestigten Straßen, sondern auch auf Waldwegen sicher unterwegs ist. Wer die in der Region unvermeidbaren Anstiege scheut, kann zum E-Mountain-Bike greifen. Bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützen die Räder das Treten in die Pedale und sorgen so bei weniger Anstrengung für mehr Spaß am Radfahren. Die gesparte Kraft kann man in weitere Strecken oder kleine Abstecher zu besonders schönen Plätzen im Wald, an Bächen und Talsperren oder für die Besichtigung schöner Orte am Wegesrand nutzen. Das Erzgebirge zeigt sich überraschend vielfältig. Es bietet nicht nur eine reiche Geschichte und sportliche Herausforderungen. So ist die Stadt Oelsnitz bis Oktober 2015 Gastgeber der Landesgartenschau. Käsereien und Handwerksbetriebe lassen Besucher hinter die Kulissen schauen. Andere Städte werden im Schnee besonders malerisch und verwandeln sich in idyllische Märkte mit dem besonderen Zauber, den die Schneeflocken zaubern.
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