Pilgern, das heißt auch die Heimat erkunden

Pilgergruppe (Foto: Gudrun Schlesinger)
 
Mittagsstärkung (Foto: Gudrun Schlesinger)
Pilger aus Würzburg, Zeitz, Leipzig und aus dem Altenburger Land waren am Ostermontag unterwegs auf dem Emmausgang von Kriebitzsch zur einstigen Wallfahrtskirche St, Marien in Tegkwitz.
Nach der Morgenandacht in der Dorfkirche zu Kriebitzsch mit dem persönlichen Pilgersegen ging es zunächst nach Zechau. Hans-Jürgen Franke von der "Bergbrüderschaft Meuselwitz - Rositzer Braunkohlenrevier e. V." informierte dabei über die Geschichte des Kohlebergbaus in unserer Region. Er erinnerte auch an das schreckliche Grubenunglück im "Ida-Schacht" nahe Kriebitzsch im Jahre 1921, bei dem 17 Bergleute ums Leben kamen.

Nächste Station: Volkshaus Zechau. Mit einer Gedenktafel wird dort an die der Braunkohle geopferten Dörfer Leesen und Petsa gedacht. Petsa wurde von 1943 bis 1947 überbaggert, Leesen ab 1951. Beide Orte befanden sich zwischen Zechau, Monstab und Großröda.
Auch der größere Teil des Ortes Zechau war abgebaggert worden. Nach der Schließung der Tagebaue blieben drei Seen übrig, umgeben von Laubwald wurden sie zum "Biotop Restloch Zechau".

Nach dem Mittagsgebet in der Großrödaer Kirche und den historischen Informationen von Herrn Riedel, Mitglied des Gemeindekirchenrates, gab es eine heiße Gulaschsuppe zur Stärkung.

Thema des folgenden Wegabschnittes von Großröda nach Monstab war die spannende Kirchengeschichte beider Dörfer. Monstab war ehemals die bedeutende "Urpfarrei". Der Ort zählt zu den ältesten Siedlungen im Altenburger Land, bereits 976 wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche ist das markanteste Bauwerk. Doch auch das Pfarrhaus hat eine bemerkenswerte Geschichte. Sogar von Pegau und Leipzig sollen die Leute nach Monstab gekommen sein, um ihre Kinder hier taufen zu lassen (und das ohne Auto!)
Im Dorf muss es einen großen Friedhof gegeben haben, auf dem sich sogar Leute aus Zwickau begraben ließen, nachzulesen bei dem bedeutenden Chronisten des Altenburger Landes, Pfarrer Johannes Tauchwitz, in seiner Sammlung geschichtlicher Nachrichten.
Das alte Diakonat war leider abgerissen worden. Es spielt eine wichtige Rolle in dem kulturhistorischen Roman der Schriftstellerin Elisabeth Hering. Ihre Tochter war aus Leipzig gekommen, pilgerte mit und erzählte über den Roman ihrer Mutter: Johannes Krause, der "Diakon von Monstab", wurde 1546 in Geithain geboren. Er lebte also in der turbulenten Zeit zwischen Reformation und Gegenreformation. Er war als Geistlicher in Monstab und Großröda tätig, bevor er nach Augsburg vertrieben wurde, - ein mutiger Mann in einer sehr schwierigen Zeit. Verarmt starb er im Jahre 1617 in Österreich.

Der letzte Wegabschnitt nach Tegkwitz führte über einen, in unserer Gegend
leider selten gewordenen Feldweg. Hinter dem letzten Hügel grüßte schon von weitem die Spitze des hohen Tegkwitzer Kirchturmes. Noch eine kleine Abkürzung und nun ging es nach alter Wallfahrertradition hinauf zur Kirche mit der berühmten Opfernische, in der das wundertätige Marienbild gestanden haben soll.
Nach 12 km Fußmarsch dann die Abschlussandacht in unserer ehrwürdigen Kirche. Abschließend wurden Kaffee und Kuchen in gemütlicher Runde gern angenommen.
(nach Informationen von Arnhild Kump)
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